IPA im Vergleich: Sierra Nevada Torpedo vs. Shepherd Neame

Shepherd2Der Laden vom Dealer ist abenteuerlich. Vor dem Eingang türmt sich eine gefährliche Schlucht leerer Getränkekisten. Drinnen steht alles voll mit Bier. Der Dealer findet sich gut zurecht. Aber man muss ihm jede Information aus der Nase ziehen.  Da stand immer noch der Korb mit reduzierter Ware, immer noch voll mit diesem Porter. Sierra Nevada läuft nicht? frag‘ ich beiläufig. Der Dealer wirkt überrascht: Das ist nur das Porter, die anderen Sorten gehen hervorragend, vor allem das Torpedo. Leicht zu finden um drei Ecken auf kleinem Regal in dunklem Winkel. Kommt mit. Auf’s geratewohl greife ich noch eine Flasche Shepherd Neame India Pale Ale, weil mir das Design gefällt. So spült mir der Zufall zwei köstliche und absolut empfehlenswerte Kaltgetränke in’s Glas.Sierra Nevada Torpedo IPA

Mit einem amerikanischen und einem englischen Produkt wird’s außerdem ein hübscher Vergleichstest für Craft Beer. Amerika ist schließlich Mutterland der handwerklichen Braukunst. Und aus England kommt die Lieblingsrezeptur der Handwerks-Brauer, das India Pale Ale. Damit ist nicht etwa das Land Indien gemeint, „India“ symbolisiert hier das untergegangene britische Weltreich, mehr Gemütszustand denn geografische Realität. Mit Recht könnten wir in Deutschland fragen: Warum müssen wir das trinken? Wir brauchen nicht handwerklich brauen. Und wir brauchen auch kein dünnes Ale mit Hopfen anreichern, damit es wie richtiges Bier schmeckt. Bei uns gibt’s überall für kleines Geld allerbestes Pils, das allen Biertrinker-Ansprüchen genügt.Trotzdem trinke ich gerne IPA und freue mich, wenn irgendwo eins auf der Karte steht. Diese Biersorte ist gleichzeitig bitter und süffig-süß und schmeckt dabei nach frischem Heu. Torpedo und Shepherd nun vereinen diese Gegensätze in köstlicher Harmonie. Die intensiven Geschmäcker sind gebunden in einer ordentlichen Dosis Alkohol. Das Torpedo ist insgesamt runder, erlaubt sich auch feine, ätherische Kräuternoten. Das Shepherd dagegen kommt rauh und dominant herb. Dabei klar definiert und dadurch sehr erfrischend. Im Vergleich gefiel mir das kantige Shepherd etwas besser. Aber letztlich kann man beide guten Gewissens in den Kühlschrank stellen. Dann ist immer was da, wenn’s mal wieder ein starkes, freundliches aber interessantes Bier sein soll.
AW
Das Internet hält hunderte Rezensionen und Berichte zu diesen guten Bieren bereit. Schön zu lesen hier auf WordPress die Bier-Tests von de bello culinario.

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Bong rauchen: Folgt der heiligen Flasche!

Viele kifften aus selbstgebauten Rauchgeräten. Am einfachsten ist ein Plastikflasche mit eingeschmolzenem Loch und einem Stück Gartenschlauch als Chillum. Ein Flansch oder kurzes Metallrohr, mit einem Siebchen versehen, taugt als Kopf. Aber ich finde Plastik als Pfeifenmaterial ziemlich ekelig. Auch Acryl-Bongs mag ich nicht. Ich vermute, die Konstruktion stammt aus Amerika und ist für pures Gras gedacht. Ich lebte aber nie in den USA und rauche mein Gras nicht pur, deshalb kann ich dazu nichts sagen.

Flasche

Bauchige Flaschen sind prima Rohmaterial, blickdichte Farbe verhindert häufigen Putzzwang. Abgebildet eine kleine Reisepfeife. Für den Hausgebrauch darf es gern voluminöser sein.

Gekaufte Bongs aus Glas dagegen sind durchdacht und hochwertig verarbeitet. Die können tatsächlich sehr gut schmecken, wenn man das Wasser oft wechselt und das Gerät regelmäßig gründlich reinigt. Also öfter als einmal pro Woche. Aber ein Glasgerät ist teuer und zerbrechlich. Zudem war zu meiner Schulzeit der nächste Headshop in Köln, eine gute Stunde mit dem Bus entfernt. Weil Busfahren nicht schön ist, leiht man aus dem Bus lieber einen Nothammer und baut sich selber eine schöne Pfeife aus einer Glasflasche. Die schmeckt mir besser. Ein Kickloch brauche ich nicht, ich hab‘ lieber einen kontinuierlichen Ziehwiderstand.

DerHammer

Mit so einem Glasmeissel, gesponsert vom ÖPNV, klöppeln gelehrige Schüler binnen 15 Minuten ein kreisrundes Loch in Glas.

Wir rauchten eigentlich von Anfang an Bong. Es wirkt heftiger. Und man kann seine Portion mit einem Zug aufnehmen und mehr oder minder diskret aus dem Fenster blasen. Inzwischen mach ich das nicht mehr. Die Dosis ist mir entschieden zu hoch. Man kann schnell viel rauchen, aber der Rausch steigert sich nicht wesentlich, wird nur dumpfer, klebriger und hartnäckiger. Am nächsten Morgen wache ich genauso breit auf, wie ich ins Bett gefallen bin, nur noch mehr zermatscht. So kann ich unmöglich arbeiten. Ich fang dann an, den Sinn der Unternehmung anzuzweifeln und will nur noch nach Hause. In diesem Zustand kann man eigentlich nur ein Guten-Morgen-Köpfchen rauchen. Besser zwei. Was eine vernünftige Strategie ist für passive Berieselung wie etwa Schulunterricht, wo es keine Eigeninitiative braucht. Tatsächlich hat mir die Bong ein vernünftiges Abitur ermöglicht. Entspanntes Sitzfleisch und Lethargie verhinderten den natürlichen Fluchtreflex, der nüchterne Menschen dem Unterricht fernbleiben lässt. Ich hab mir meine guten Noten ehrlich ersessen. Dafür lernte ich nicht viel vom richtigen Leben. Ich kann bloß lesen und Wasserpfeifen bauen.
Text: AW, Fotos: Bratislav Metulskie

Alice Wunder zeigt ihr wahres Gesicht auf facebook

AliceAlle neuen Blog-Beiträge werden ab heute auch auf facebook zu lesen sein. Nicht mal 4 kurze Monate nach dem Start von meinedrogenpolitik. Die Präsenz im sozialen Netzwerk bietet nur Vorteile:
Endlich können die vielen drogenpolitisch interessierten Leser auch ohne WordPress-Account immer die neuesten Artikel verfolgen. Einfach auf den „like“-Button rechts unten in der Seitenleiste klicken.
Die Mitgliedschaft bei der freundlichen Datenkrake erschließt der Redaktion eine ergiebige neue Quelle für begründete und phantasierte Datenschutzbedenken, Verfolgungswahn und Identitätskrisen.
Auch Ihr, geschätzte WordPress-Follower könnt auf dem facebook-Auftritt unterhaltsame Interna aus dem Redaktionsalltag erfahren, die so noch nicht im Blog veröffentlicht wurden. Ich freue mich auf Eure likes und die eurer Freunde!

Eure
Alice Wunder

Restaurantkritik – McDarwich’s Crispy Dinner Station

Tatsächlich hatte ich Skrupel vor einer Restaurantkritik. Ich hätte Verständnis, wenn ein Gastronom nicht in einem Blog namens „Drogenpolitik“ erwähnt werden will. Aber jedes Imbisslokal muss mit bekiffter Kundschaft rechnen und kalkulieren. Denn Kiffer und anders intoxikierte suchen gerne Fastfood-Restaurants auf. Drogeninduzierte Verpeiltheit ist ein Zustand zwischen ‚Keine Lust auf Menschen‘ und akuter Sozialphobie. Ein Fressflash bei leerem Kühlschrank jedoch treibt den lahmsten Stoner raus. Supermarkt kommt nicht in Frage, grelle Beleuchtung und Kassiererinnen machen Angst. Auch Ladenschluss&Sonntagsruhe verhindern viele Einkäufe. Der Schnellimbiss bietet zuverlässig angenehmes Licht, wenig einschüchterndes Personal und die Theke garantiert Sicherheitsabstand. Auch darf man lange ohne Kommunikationszwang die Menütafel bestaunen.

In der Turmstraße in Berlin eröffnete ein neues Imbisslokal, die Mc Darwich’s Crispy Dinner Station. Der Name entstammt wohl dem arabischen Sprachraum. Das wäre keine Meldung wert, aber der Neue zeigte Auffälligkeiten: Während extrem langer Vorlaufzeit von gefühlt einem halben Jahr blieb der komplett eingerichtete Laden geschlossen und machte neugierig. Seit Eröffnung nun ist das Restaurant außergewöhnliches Beispiel für gelungene Integration. Integriert wurden nämlich meisterlich die Konzepte von McDonalds, Burger King und KFC. Die rot gepolsterte 50er-Jahre-Diner-Bestuhlung kommt scheinbar direkt aus einer Burger King Filiale. Viele Gerichte heißen allerdings Mc mit Vornamen und die braun gehaltene Café-Ecke ist von McDonalds mehr als nur inspiriert. Schließlich enthält das Angebot frittierte Hähnchenteile im runden, roten Pappbecher wie ihn einst der Colonel aus Kentucky faltete. Der entscheidende Unterschied: Die Produkte schmecken besser als bei den Vorbildern. Das ist keine große Kunst, sollte in einer Gastro-Kritik aber erwähnt sein.

Der aufgeklappte Burger sieht zwar gewohnt unästhetisch aus, aber man erkennt Sachen, die auch im eigenen Kühlschrank vorkommen. Die Pattys schmecken tatsächlich nach angeröstetem Rindfleisch, Zwiebeln sind scharf und Gurken kühl. Insgesamt sind die Burger nicht so weich, zuckrig und pampig wie bei der mächtigen Übersee-Konkurrenz. Und sie machen sogar satt! Die Hähnchenteile kommen frisch mit knusprig-scharfer Panade. Mein Schatz mag sie, also sind sie mir gut genug. Positiv vermerke ich Hummus im Angebot. Der ist zwar nicht überragend, eher säuerlich und fest während ich ihn lieber fluffig-nussig mag. Aber Hummus ist Wert an sich, also Pluspunkt.
Großes Minus: Die Milchshake- und Softeismaschine funktioniert nicht. Das ist schade, weil ich glaube, Hamburger ohne Erdbeermilchshake gehören gesetzlich verboten.
Insgesamt ist mein Fazit positiv, man kann durchaus zu McDarwich’s gehen und bei schmackhaftem Burger eine Portion absurde Realität genießen.
AW

Nicht-Berliner die lustige Schnellimbiss-Kritiken lesen wollen, sollten unbedingt bei Silagmustafa und seinem Blog Langenfeldisst vorbeischauen.

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Die Ladenfront ist extra breit, damit der volle Name und das gesamte Speisenangebot drauf passen.