Bock auf Pils – Brauerei Moritz Fiege

Über den Sommer entdeckte ich eine Drogenküche, die sich durchaus zu einer Lieblingsbrauerei entwickeln könnte. Und zwar das Traditionsunternehmen Moritz Fiege, mit Sitz in Bochum, wie ich jetzt herausfand. Denn glücklicherweise hab ich noch schnell im Internet gespickt, sonst hätte ich die Firma glatt einer verfeindeten Nachbarstadt derselben Metropolregion zugeordnet. So aber erfahre ich nebenher, daß die recht alte Bochumer Brauerei mit zu den ersten gehört, die in Deutschland Pils ausschenkten und damit populär machten. Und zwar erst um 1920. So beziehen sich die guten Erfahrungen, die ich mit Fiege-Produkten machen durfte, sämtlich auf untergärige Pilsbiere. Wer leckeres Craft Beer will, muß also nicht zwingend immer Ale zu sich nehmen.

Ein tolles Erlebnis ist etwa der Sommerhopfen, für ausführliche Besprechung verlinke ich mal wieder zu Tom. Trotz der nur 2,5 % Alkohol ist das Leichtgewicht um Längen besser als jedes Kiosk-Pils. Es erfreut den Gaumen mit vielen Hopfenaromen und einer bitteren Frische bis zum letzten Schluck. Und zwar so reichhaltig, daß es keinen Augenblick dünn wirkt. Wenn so etwas leckeres mit wenig Alkohol möglich ist, sollte man das Verpanschen von echtem Bier mit Limonade eigentlich gesetzlich verbieten.

Dann gibt es von Fiege natürlich das Pils. Sympathisch aus der Bügelflasche, wo die Aromahopfen mit Vornamen auf dem Etikett stehen. Die riecht und schmeckt man dann auch. Aber ich kann das ehrlicherweise nur richtig beim ersten Schluck. Danach wird es zu einem kräftigen Pils, wie früher, als der Dreimaster aus der Becks-Werbung noch keine grünen Segel und grüne Schönwetterschnösel als Besatzung hatte sondern richtige Seemänner damit richtige Seemännersachen getan haben.

Der absolute Knaller aber ist das Pilsbock. Genau wie der Sommerhopfen trägt es den Markennamen „Charakter“, das scheint so etwas wie die Craftbeer-Linie von Fiege zu sein. Das Pilsbock überzeugt mit 7,8 % Alkohol, welchen das massive naturtrübe Gebräu jedoch komplett einbindet. Ich hab nur einmal Alkohol herausgeschmeckt, und zwar beim letzten Schluck eines sträflich lange stehengelassenen Glases. Denn eigentlich kann und sollte man es fröhlich und schnell runterkippen. Bei aller Schwere und Fülle ist es ein konsumorientiertes Starkbier, man kann es trinken und sich freuen, ohne groß was dazu sagen zu müssen. Wenn man doch was zu sagen will, weil man etwa einen Drogenblog führt, sei es das folgende: Der leichte Duft nach Hefe erinnert an belgische helle Biere. Aber wenn beispielsweise ein Tripel manchmal ein bißchen wie ein Weizenbier schmeckt, ist das Pilsbock eher wie Weißbier, das manchmal wie ein belgisches Tripel schmeckt. Aber eben nicht so dumpf und sperrig, sondern frisch und durstlöschend, ein echtes Pils. Mit Leichtigkeit kann man es sich zügig auf nüchternen Magen reinstellen. Und dann erfüllt es den Sinn eines guten alkoholischen Getränks perfekt. Es erzielt Maximale Wirkung in Form von Benebelung und euphorischer Desorientierung, die aber nicht zu lange anhalten und, wenn’s nur bei einem Pilsbock bleibt, ohne großartige Folgeschäden wieder vergehen. Fazit: Drogenpolitisch äußerst wertvoll!

pilsbock

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4 Gedanken zu “Bock auf Pils – Brauerei Moritz Fiege

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