​Sake – Bis man umfällt, wie ein Sack Reis

Am Reiswein führt in Japan kein Weg vorbei. Sake ist der Treibstoff für traditionelle Kirschblütenfeierlichkeiten und das einzige alkoholische Getränk, das wirklich gut zu dem milden japanischen Essen passt. Fast jedes Lokal wirbt mit Sakeflaschen und im Supermarkt stehen sie meist direkt unter dem beliebten Whisky.

Ohne das Etikett lesen zu können und ohne jede Vorkenntnisse der Materie nahm ich mal einfach einen halben Liter der mittleren Preisklasse. Eine kurze Internetrecherche besagte, dass man Sake kalt und heiß trinken darf. Da die Erhitzungsrituale allesamt sehr umständlich klangen, kam der Wein direkt ins Schüsselchen – passende Gläser gab es nämlich nicht in der airbnb-Wohnung.

Es schmeckte nicht schlecht, nur sehr schwer zu beschreiben. Wie etwas, worin ein Chinese weißen Fisch marinieren würde. Was ich übrigens sehr empfehlen kann, denn tatsächlich waren Fischkochsituationen bisher die Einzigen Gelegenheiten, bei denen ich mit Reiswein in Berührung kam. Und da wurde dann mangels Reiswein oft heller Sherry verwendet. Da hätte ich dann also auch einen Geschmacksvergleich für den Sake, nämlich ein wenig erdig wie milder Sherry. Außer einer sanften Herzhaftigkeit hat das klare Getränk sonst keine Eigenschaften, die ich von anderen Alkoholika kenne. Es prickelt nichts, keine Bitterkeit, keine Säure, keine Gerbstoffe und absolut nichts fruchtiges. Nur ein grasiger Körper und etwas sirupartiges Mundgefühl. Ein harmloser Begleiter zu mildem Essen eben. Bis man kurz vor Ende der Flasche merkt, dass die Flüssigkeit doch eher 10 als 5 Prozent Alkohol hat.

Im Restaurant bekommt man den Reiswein erhitzt. Da riecht dann der verdampfende Alkohol deutlich und das erdige Aroma wird komplexer. In der winzigen Karaffe, die für grade mal zweieinhalb Schnapsgläser reicht, macht das aber erheblich weniger Spaß als die Flasche zu Hause.

Ein idealtypisches Kirschblütenfest mit Kirschblüten oben, Familie, Picknickutensilien und Sakeflaschen unten. Ab drei Flaschen können dann auch Japaner in der Gruppe laut lachen. Der Wein ist allerdings immer so mild, dass alle hinterher noch aufräumen und den Müll einsammeln. (Foto: AW ohne jegliche Genehmigung der abgebildeten Personen.)

Das Voodooschaaf kommentierte hier am 11. 04. 2017 diese drogenpolitisch hochinteressanten Hintergrundinformationen zum japanischen Reiswein, die deshalb hier von der Kommentarspalte in den Artikel gehoben werden:

Sake?
Meine Rettung wenn ich mich mal ganz gepflegt abschiessen moechte, seit dem ich Rotweinverbot habe (durch ein fieses Ulcus) ist das definitiv das Mittel der Wahl.
Null Saeure, leichte holzige Noten ohne Stress, wunderbar weich im Mund, grasig am Gaumen.
Bin allerdings mehr so der Kalt-Trinker, heiss knallt er zu schnell, kalt pushed er gewaltig und man kann auch noch ohne Ausfaelle schnell schwere koerperliche Arbeit verrichten.
Schaaftipp:
Nur hochwertiges Zeugs kaufen, geht da preislich um die 30 Ocken los, isses aber wirklich wert (in der billigen Ploerre is allet moegliche zugesetzt), empfehlenswert sind die Sorten Junmai, gipfelt bei mir leider preislich am Betsukakoi Junmai Daiginjyo um die 70 Ocken.
So kann man sich janz entspannt innen Ruin trinken.
Achtung:
Richtich juter Sake haelt sich nich sonderlich lang, also aufmachen und reinhauen.
Es gruesst janz brav das Schaaf

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7 Gedanken zu “​Sake – Bis man umfällt, wie ein Sack Reis

  1. Sake?
    Meine Rettung wenn ich mich mal ganz gepflegt abschiessen moechte, seit dem ich Rotweinverbot habe (durch ein fieses Ulcus) ist das definitiv das Mittel der Wahl.
    Null Saeure, leichte holzige Noten ohne Stress, wunderbar weich im Mund, grasig am Gaumen.
    Bin allerdings mehr so der Kalt-Trinker, heiss knallt er zu schnell, kalt pushed er gewaltig und man kann auch noch ohne Ausfaelle schnell schwere koerperliche Arbeit verrichten.

    Schaaftipp:
    Nur hochwertiges Zeugs kaufen, geht da preislich um die 30 Ocken los, isses aber wirklich wert (in der billigen Ploerre is allet moegliche zugesetzt), empfehlenswert sind die Sorten Junmai, gipfelt bei mir leider preislich am Betsukakoi Junmai Daiginjyo um die 70 Ocken.
    So kann man sich janz entspannt innen Ruin trinken.
    Achtung:
    Richtich juter Sake haelt sich nich sonderlich lang, also aufmachen und reinhauen.

    Es gruesst janz brav das Schaaf

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      • Eingehoben. Die Redaktion dankt für Deinen informativen Beitrag. Wg Leseproblemen den Etiketten frage ich hier auch gleich einen Foto-Gastbeitrag bzgl der beliebtesten Sakesorten mit Bild und Bezugsquelle an. Würde auch was entsprechendes Rebloggen. Spannendes Thema, von dem ich gar keine Ahnung habe…

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