Kleine Auswahl tragbarer Vaporizer

Als ich dann neulich für einen Campingausflug Ersatzbatteriern für mein Gerät besorgte, konnte ich mir im Vaporizer-Laden noch ein paar andere Modelle genauer ansehen. Ich fragte nach Empfehlungen des Hauses für tragbare Vaporizer aus verschiedenen Preisklassen. Etwa eine Stunde lang probierte ich die Geräte mit Salbei. Das ist jetzt also kein aussagekräftiger Produkttest, sondern nur eine kurze Präsentation. Dafür bekomme ich kein Geld und auch keine Rabatte. Wohl teilt Verdampftnochmal jeden meiner Artikel über Vaporizer auf Facebook, was immer die Klickzahlen schön nach oben treibt. Meine Produktlinks führen auch alle zur Seite von Verdampftnochmal. Ich weiß nicht, ob andere Versandhandel besser oder schlechter sind. Aber Verdampftnochmal hat ein Ladengeschäft in meiner Stadt, das Angebot ist vielfältig und die Telefonische Beratung ist immer freundlich und kompetent. Wer natürlich einen Laden in der Nähe hat, sollte die Geräte dort ansehen und anfassen und, wegen des persönlichen Kontaktes im Zweifel auch dort kaufen.

DaVinci IQ:

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Die Kräuterkammer auf der Unterseite liegt in einem praktischen Trichter.

Dieser kleine Brummer beeindruckte mich sehr, den hätt‘ ich auch gern. Mit 260 Euro wäre er mir als Zweitgerät aber ein bißchen zu teuer. Dafür kommt er schön schwer, wertig und kompakt. Der Dampfer verschwindet fast in meiner nicht eben großen Hand. Er gibt einen satten, vibrierenden Summton von sich, wenn die Wunschtemperatur erreicht wurde. Fühlt sich ein wenig an, wie ein hochwertiges Smartphone. Schließlich ist die gewünschte Hitze aufs Grad stufenlos einstellbar, die Dioden formen sich zu einem Zahlenfeld. Einziger Nachteil: die Dampfkammer an der Unterseite wird nach längerem Betrieb heiß in der Hand.

Mighty von Storz&Bickel:

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Platzhirsch am Markt für derzeit 300 Euro. Die Digitalanzeige mit der schnell steigenden Temperatur läßt keine Ungeduld aufkommen. Die Konvektionshitze liefert dann kontinuierlich Dampf. Der ist auffallend angenehm und kühl, dank des gewundenen Ganges im Deckel. In diesen Kammern soll sich nach längerem Gebrauch Kondensat sammeln, daß man als potentes Öl wieder rauskratzen kann. Ein Leistungsstarkes Gerät, über alle Zweifel erhaben.

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Der Deckel sitzt mit Bajonettverschluss auf der Kammer des Mighty.

Der auffälligste Nachteil des Mighty ist seine Größe, man fühlt sich an einen alten Kassetten-Walkman erinnert. Dann ist die Brennkammer etwas unbequem zu befüllen, es geht immer was daneben und fällt in die Lücken im Gerät. Das ist halt noch alte deutsche Ingenieurskunst, die nicht an den Konsumenten denkt. Moderne Geräte wie Davinci und Fenix, versenken die Kammer in einem glatten Trichter. Verdampftnochmal bietet als Füllhilfe eine kleine Trichterschaufel hier im Bild vor dem Gerät liegend.

Fenix Vaporizer:

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn der 100-Euro-Klasse ist der Fenix angeblich das Gerät mit der höchsten Zufriedenheit und den wenigsten Rückläufen oder Beschwerden. Leider war die Batterie des Vorführgerätes alle. So muß ich glauben, was mir erzählt wird. Und zwar soll der Fenix zuverlässige Hitze per Konvektion liefern. Diese Technik ist an sich schon eine Besonderheit, für ein 100-Euro-Gerät aber bemerkenswert. Der Deckel wird magnetisch gehalten, die Oberfläche um die Kammer ist Trichterförmig. Von Kiffern entwickelt soll der Fenix absolut Clubtauglich sein. Zum Füllen müssen keine Teile entfernt werden, die dann verloren gehen. Und die Kräuter fallen auch im dunkeln nicht daneben.
Mit der fest verbauten Batterie wäre das mobile Vergnügen aber auf eine Akkufüllung beschränkt. Trotzdem scheint der Fenix eine Empfehlung zu sein für jeden, der nicht gleich viel Geld ausgeben möchte. Ich würde Interessenten raten, in den einschlägigen Foren nach Erfahrungsberichten zu suchen.

Dynavap-M:

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Dynavap schließlich hat keine Probleme mit Akkulaufzeit. Denn er funktioniert völlig ohne Strom. Das Metallröhrchen ist klein und leicht wie eine Zigarette, als Zubehör benötigt man lediglich ein Feuerzeug. Damit erhitzt man die Kräuterkammer, der Bimetalldeckel gibt bei erreichen der Verdampftemperatur ein deutliches Knacken von sich. Die wird so bei 180 bis 190 Grad Celsius liegen.

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Dynavap wird von Hand befeuert.

Aber auch ohne genaue Gradzahl funktioniert, schmeckt und dampft der Dynavap ausreichend. Wohl ist der Genuß etwas kürzer, als bei elektrischen Geräten, denn die Kräuterkammer recht klein. Für nur 65 Euro aber scheint der Dynavap perfekt für alle längeren Erlebnisse unterwegs&draußen zu sein.

 

Fazit: Trotz aller Faszination für neues Spielzeug bin ich mit meinem Arizer Air, zur Zeit 175 Euro, ganz zufrieden. Den betreibe ich praktisch ohne Reinigungsaufwand, nur das Glasmundstück muß ab und an mit Lösungsmittel gespült werden. Das Glasrohr sehen puristen oft als unverfälschtes Geschmackserlebnis. Die im Laden getesteten Geräte hatten alle Plastikmundstücke, da wäre mir aber keine Geschmacksverfälschung aufgefallen.

Der Gerät

Arizer Air hält mich seit einem Jahr rauchfrei & bekifft.

Alle Produzieren zuverlässig Dampf und keiner schmeckt schlechter. Besonders wohlschmeckend und angenehm zeigte sich der Mighty mit der Kühlung im Deckel. Die Konvektionshitze dampft etwas zügiger ohne Verzögerungen. Dort sind Heizelement und Kräuterkammer getrennt, bei jedem Zug strömt frische Hitze über die Kräuter. Geräte mit direkter Hitze müssen zwischen den Zügen immer ein paar Sekunden nachheizen, weil der Benutzer die Hitze aus der Kammer zieht. Das störte mich jetzt nicht, es erinnert eher an Pfeifen und Zigarren, wo man auch nicht ununterbrochen dran nuckelt. Die Hochpreisigen Geräte heizen insgesamt schneller und fassen sich besser an. Grade bei Storz & Bickel kauft man mit dem hohen Preis wohl auch ausgezeichneten Service und kulante Ersatzteilversorgung mit. So berichten jedenfalls Händler und Kunden einhellig.

Der Vaporizer-Verkäufer rät: Immer die Gebrauchsanleitung lesen und im Zweifelsfall anrufen und fragen.
Die Umstellung vom Tabak-Kiffen kann schwierig sein. Wer erstmals dampft, sollte das nüchtern ausprobieren, wenn man am selben Tag schon gekifft hat, merkt man vom Vaporizer nämlich gar nichts.
Dann ist die Wirkung anders, der schnelle Flash von Nikotin und Kohlenmonoxid entfällt völlig. Gedampfter Hanf wirkt spät und dann sehr überwältigend.
Es muß nicht immer dampfen. Ausgeatmeter sichtbarer Dampf ist Wirkstoff, der ungenutzt in die Luft geblasen wird. Ein Vaporizer ist keine E-Zigarette, welche für ein rauchähnliches Erlebnis gebaut wurde, sondern dient der effizienten Wirkstoffzufuhr. Grade bei Geräten mit direkter Hitze hängt die Dampfentwicklung von der Wartezeit und dem Nutzerverhalten ab. Und die Beschaffenheit der Kräuter spielt eine große Rolle. Sehr trockenes Material entwickelt weniger sichtbaren Dampf, die Wirkung kommt aber auch unsichtbar.

 

Der Bauer Yassin, mein neuer Freund

EinzelbetreuungFacebook ist der moderne, globale Pausenhof. Wer grad nichts besseres zu tun hat, hängt da herum und produziert sich. Und wer eigentlich was besseres zu tun hätte, versucht, sich dahin davonzustehlen. Als digitaler Nichteingeborener mag man die Nase rümpfen über die ganze Oberflächlichkeit und Zeitverschwendung. Bis man selber hineingerät, in den Strudel aus Geschwätz und Gerücht und Blödelei. Der Pausenhof ist einfach das schönste vom Schultag. Und bei Facebook ist immer trockenes Wetter.

Wie auf jedem guten Pausenhof gibt es auch auf dem digitalen eine Raucherecke und, etwas abseits, hinter der Turnhalle, den Kiffertreff. Genauso offensichtlich wie die süßlichen Rauchschwaden sind die cannabisaffinen Namen der entsprechenden Gruppen. Da geht es dann recht heiter zu. Junge Menschen zeigen sich gegenseitig ihren neuesten Einkauf, posten stolz die frisch geputzte Bong und streiten über ihre liebsten Grassorten, wie einst in der Grundschule die Ranzenträger ihren Scout gegen Amigo verteidigt haben. Auch gärtnerische Geheimtipps stehen hoch im Kurs. Und natürlich viel bekiffte Witze und Geschwätz. Der seriöse Drogenblogger findet dort Zerstreuung, neue Leser gibt es da nicht so viele. Die Kiffer sind mehr mit Kiffen und Kommentieren beschäftigt und haben dann nicht mehr so viel Zeit zum Lesen.

Ab und zu melden sich auf dem internationalen Pausenhof auch Menschen aus klassischen Hanfanbauländern zu Wort und zu Bild. Deren Produkte sehen dann aus, wie eben richtige Feldfrüchte aussehen: unregelmäßiger Wuchs, sonnengebleicht oder durch korrekte Fermentation geschwärzt. Ältere Kiffer kennen so etwas noch, aber mit dem Siegeszug des Industriegemüses niederländischer Machart sind Naturprodukte in letzter Zeit bei uns völlig vom Markt verschwunden. Sehr viele stören sich ganz erheblich an den Samen in den Knollen, aber wo Hanf auf Feldern wächst, die Bauern noch selbst ihr Saatgut veredeln und das Pflanzenmaterial in Zentnern gerechnet wird, ist das normal. Hierzulande gelten befruchtete Blütenstände aber als Inbegriff für minderwertiges Kraut. Die deutsche Kifferjugend reagiert darauf oft einhellig mit Abscheu, Ablehnung und Hohn. Ein Foodblogger schrieb mal, der deutsche Konsument hat sein Gemüse gern billig, wässrig, aber äußerlich makellos wie aus dem Hochglanzkatalog. Ich ergänze dazu noch das angewiderte Gesicht, wenn das Stadtkind den wahren, nicht lilafarbenen Herkunftsort der Milch erfährt.

YassinEiner, der sich beständig gegen Ignoranz und Vorurteile stellt, ist der Hanfbauer Yassin. Er ist 41 Jahre alt und wohnt in Marokko, im Norden des Landes. Yassin kann recht gut Deutsch. Einige Familienmitglieder wohnen noch in Deutschland. Er selbst hat auch schon hier gelebt. Er hat keine Angst, Gesicht und Namen im Internet zu präsentieren. Die Fotos hier sind alle von ihm, wofür ich mich herzlich bedanke. Seine Familie hat ein paar Häuser in der Stadt an der Mittelmeerküste. In den Bergen bewirtschaftet er eine Hanfplantage, die hat er von seiner Mutter übernommen. Aus hundert Kilo Gras macht er ein Kilo Haschisch erster Qualität. Sein bestes Hasch ist von rötlicher Farbe und hat eine weiche Konsistenz. So etwas ähnliches durfte ich mal kosten, ein Spanienfahrer hatte das aus Tarifa mitgebracht. Ein schweres, betäubendes und hypnotisches Harz. Auch routinierte Kiffer rauchen das nur abends, wenn alles Tagewerk erledigt ist. Seine Joints dreht Yassin, wie viele Marokkaner, immer mit einem Zigarettenfilter. Viele deutsche Kiffer wundern sich darüber. Yassin lädt jeden, der ihn darauf anspricht, zu sich nach Hause ein. Man solle bei ihm wohnen und das beste Kraut der Welt rauchen. Ich glaube, das meint er ehrlich, die Gastfreundschaft der Maghrebiner ist legendär. Wenn ich mal in Marokko vorbeikomme, werde ich ihn besuchen und eine Reportage über seine Plantage machen.

Kifbauer - Kopie

Alle Fotos: Yassin T., Zeichnung: AW.