Dabben – Haschöl in der Haschölpfeife

Mit dem neuen Jahr hat die Redaktion auch endlich irgendwann ihr neues Drogenlabor bekommen und wir konnten ausgiebig neue Pflanzenkonzentrate herstellen und zu Testzwecken verkonsumieren. Die Rede ist von Haschöl, dem Extrakt oder Konzentrat der rauscherzeugenden Hanfpflanze. Technisch gesehen ist das natürlich ein Pflanzenharz und kein Öl, denn Pflanzenöle sind flüssig und werden aus Samen oder Früchten hergestellt. Das Haschöl dagegen stammt aus der Pflanze, in unserem Fall aus nicht befruchteten Blütenständen und ist bei Zimmertemperatur eine zähe, wachsartige Masse.

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Das Drogenlabor besteht eigentlich nur aus einem griffigen Glasrohr mit zwei Öffnungen. Rein kommen harzhaltige Kräuter, dann wird Butan durchgesprüht und aus der großen Öffnung läuft es durch das Filterpapier raus. Das Butan dampft dann schnell ein und in der Schüssel bleibt das Harz zurück. Wir verwendeten das Modell Secret Smoke.

Richtig, das gab es alles schon mal bei der Drogenpolitik. Dieses Mal haben wir aber kein rotbraunes Öl mit Isopropanol erzeugt, sondern honiggelbes BHO:

Butane Honey Oil mit Butangas

Das schmeckt feiner, nach frischem Gras, weil das Lösungsmittel Butan kein oder wenig Chlorophyll auswäscht. Und um die Aromen besser zu genießen, haben wir uns dazu eine richtige Ölpfeife besorgt, mit der man viel Konzentrat auf einmal pur wegblubbern kann. Auf Neudeutsch heißt diese US-Amerikanische Konsumform „Dabben“, weil ein winzig kleiner Klecks (dab) auf einen heißen Nagel in der Wasserpfeife getupft (to dab) wird.

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Goldenes Hanfharz mit sehr hohem Wirkstoffanteil ist der Lohn der Mühe.

Das macht das Kiffen mal wieder zu einem ganz besonderen Erlebnis

Bei Cannabiskonsum baut man eigentlich schnell eine Toleranz auf, je mehr man zu sich nimmt, desto weniger spürt man. Auch ist der Rausch nicht wirklich spektakulär. Es ist schon ein wenig wie Fliegen, aber ich würde es jetzt eher mit einer Ballonfahrt vergleichen. Das aufregendste ist der Aufstieg, oben ist es dann windstill und man hat eine schöne Aussicht, aber die Flughöhe ändert sich nicht. Die subjektiv empfundene Überraschung ist daher ein wesentliches Element des Rausches. Deshalb kann der Hanf auch starke, total echte Angstgefühle und Beklemmungen auslösen, welche, mit einem entsprechend sonnigen Gemüt aber auch wieder als tranceartige Entspanntheit interpretierbar sind. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die allerdings bei regelmäßigen Konsumenten nach dem ersten Mal nur selten, vielleicht wieder nach längeren Pausen auftritt.

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Eine billige Ölpfeife mit einem noch billigeren Gasbrenner. Mit dem Brenner wird der Glasnagel zum Glühen erhitzt, dann tupft man einen Tropfen Harz auf und genießt. Die Ausrüstung tut ihren Dienst, mehr schlecht als Recht, aber es funktioniert. Gut, man schluckt ein paar Wassertropfen, aber davon geht die Welt nicht unter.

Dabben ist wie Bongrauchen für Erwachsene

Der Konsum von Konzentraten in der Ölpfeife kann auch erfahrenen Kiffern wieder die nötige Beschleunigung für eine Verstörtheit höheren Grades verpassen.  Der Schub beim Start ist ganz enorm, das High aber sehr stabil. Also gar nicht wie ein Flug, eher wie eine rasante Fahrstuhlfahrt auf eine stabile Aussichtsplattform. Typisch für Konzentrate, empfand ich die Wirkung als sehr klar und medizinisch. Nur kurze Paranoia befiel mich beim ersten Dab-Versuch. Und zwar bekam ich – durchaus berechtigt – Angst vor dem billigen chinesischen Gasbrenner, den wir benutzten, um den Nagel der Ölpfeife zum Glühen zu bringen. Sobald ich den aus der Hand gelegt hatte ging es aber. Der mitreisende Drogenlaborpartner empfand das etwas intensiver, aber dem hatte ich auch zwei Köpfe verpasst. Einer reichte mir völlig. Die intensive Wirkung begann nach wenigen Minuten und dauerte sehr lang. Ein einziger Zug wirkte von acht Uhr Abends bis kurz vor Mitternacht. Dann fühlte ich mich wieder fit für die nächste Dosis, aber wo ich früher nachgelegt hätte, musste ich dann nach Hause.

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Einzig der Nagel aus einfachem Glas ist wirklich schlecht. Beim Dabben soll man eigentlich mit einer Stoppuhr in der Hand genau die richtige, möglichst niedrige Temperatur finden, dann wird ein Sport draus. Mit dem billigen Teil ist das nicht möglich, das ist entweder sehr heiß oder gar nicht. Eine neue Pfeife werde ich nicht kaufen. Irgendwann gibt der Nagel den Geist auf, dann kommt nur ein höherwertiger Nagel drauf, der spezialisierte Ölpfeifenversand bietet große Auswahl.

Man denkt, man hätte alles im Griff – ähnlich wie bei viel Schnaps

Wenn manche Cannabis-Konzentrate als harte Drogen bezeichnen, dann haben sie nicht ganz unrecht. Ich fühlte mich nach dem Dabben immer klar, aber geistig völlig auf einem anderen Stern.  Dass da doch ein starker Rausch war, merkte ich so richtig erst am nächsten Tag und danach. Denn es gab die morgendliche, fahrige Entrücktheit nicht nur am nächsten, sondern auch noch am übernächsten Morgen. Wobei, wieder typisch für Cannabis-Konzentrate, die Neben- und Nachwirkung zwar deutlich, aber nicht unangenehm waren. Da ist einfach schon wesentlich reinerer Wirkstoff konsumiert worden, als vermischt mit Pflanzenmaterial. Hasch macht eben keinen Kater, es wirkt nur verdammt lange.

Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstprojekt Cannabis Rausch, wir werden näher über die Kooperation berichten.

Produkte zur Extraktion bestellten wir von dabbing.de und haben die alle selbst bezahlt. Bezeugen können wir, neben zügiger Lieferung, eine exzellente, kundenorientierte Beratung. Der Besitzer des Shops, Stefan Müller, ist auch ein engagierter Aktivist der inforzmativ und unterhaltsam schreibt, zum Beispiel auf seinem Blog zum Dabben oder dem Informationsportal über niederländische Coffeeshops KeinWietpass. Wenn man auf der Seite stöbert, findet man wesentlich bessere Ölpfeifen als unser Billigprodukt aus einem Headshop.

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4 Gedanken zu “Dabben – Haschöl in der Haschölpfeife

  1. Hi, Schlner Vortrag… aber ich finde, dass blöde an Butangas ist, dass es dennoch sogenannte Residual Gases beinhaltet. Das sind Gase, die nichts dadrin verloren haben und entsprechend hast Du dann auch noch im gelösten Öl deine „phantom Gas“ Überbleibsel. Wenn Du das ganze richtig professionell angehen willst, kommst du an CO2 oder Ultraschall Extraktion nicht rum. Das ist auch nicht mal übermäßig teuer, – wenn man bedenkt, dass man z.B. Trockeneis ganz günstig bekommen kann…

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  2. Pingback: Dabben nur mit Banger? Die Wahl der richtigen Haschölpfeife | meinedrogenpolitik

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