Do you like my new car?

Trotz eifrigen Hirnwringens ist uns bis her noch kein neuer Artikel von drogenpolitischer Relevanz eingefallen. Mühsam vom Jetlag erholt, sind die Vorratsschränke der Redaktion weiterhin gut gefüllt mit diversen Tinkturen und Spezereien, ein schöner Scotch vom Duty Free ist auch noch dazu gekommen. Allein, es fehlt die Zeit, das alles zu verkosten.
Deshalb haben wir uns entschlossen, die ganz alten Klamotten auszupacken. Wir wollen Euch heute mitnehmen auf eine Reise in die wilden 1970er Jahre. Viele Leute fragen sich ja, ob die wilden 70er wirklich so wild, Frank Zappa wirklich so schräg und das Hasch damals wirklich so schwachbrüstig war. Alle Antworten, auch auf das Plateauschuhrätsel, vom Mohnexperten und Schriftsteller Andreas Glumm aus Solingen, seines Zeichens Zeitzeuge und Kiffer in den 1970ern, der uns freundlicherweise erlaubte, diese köstliche, unterhaltsame und überaus lehrreiche Geschichte auf der Drogenpolitik zu verlinken.

glumm

In der Zigarettenpause stand ich mit diesem kleinen Nerd zusammen. Er war Mitte Zwanzig und hatte keine Vorstellung davon, was er mit seinem restlichen Leben anstellen sollte, nachdem ihm das erste Drittel wie Fließtext davongerieselt war.

„Computer ist alles, was ich kann“, sagte er trotzig.

Wir unterhielten uns ein bisschen über Rock-Musik, was einem gefällt und was nicht, und als die Sprache schließlich auf mein Alter kam, und er im Stillen nachrechnete, machte er große Augen.

“Moment… dann hast du die Siebziger… ja voll mitgekriegt!”

Er konnte sein Glück kaum fassen, dass da jemand LEIBHAFTIG vor ihm stand, der den Beginn der Punk- und der Disco-Bewegung, Plateauschuhe und Wir Kinder vom Bahnhof Zoo miterlebt hatte, auch wenn die Ära im Nachhinein betrachtet nicht ganz so schräg war, wie einem weisgemacht wird. Plateau-Schuhe etwa waren in den Siebzigerjahren nicht so häufig, wie man glauben möchte, man sah sie hauptsächlich auf großen…

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4 Gedanken zu “Do you like my new car?

  1. Dear Alice,

    schwachbrüstig würde ich das Haschisch der 70erjahre nun nicht nennen, wirklich nicht. Ein schwarzer Afghane roch nicht nur, als könne man mit ihm Schuhe wichsen, er griff auch als wilder Schneider in dein Nervenkostüm ein und nähte alles um, was ihm in die Tüte kam. Oder so. Ich weiß nicht. Ich hab es vergessen. Oder wie mein alter Kumpel Karlos zu sagen pflegt: „Ganzes Gehirn in Holland verkifft, wa?“

    Gruß aus der Drogensaga Bergisch Land (Bus- und Hirnreisen)

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    • Genau deshalb wollte ich die Geschichte ja in meinem Blog haben. Um die komische Legende zu entkräften, dass die heutigen Power-Züchtungen ja so viel gefährlicher sind, als das harmlose Kraut in der guten, alten Hippie-Zeit. Es gab halt schon immer die Leute, die ihre deutsche Hecke zu früh geerntet und dann nicht ordentlich von Blättern befreit haben. Ich hatte da auch mal so ein Erlebnis mit deutschen Erntehelfern. Kannste für gar nix gebrauchen.

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  2. Was uns betrifft, wir haben am liebsten Roten Libanese geraucht. Den gab’s nicht so oft zu kaufen, aber wenn, dann hat er wirklich was hergemacht. Ein, zwei Joints mit Libanesen und in jedem Kopf wurden Haschischgedichte geschrieben. Auch begehrt: hochpotente Thai Sticks, die haben eine Zeitlang den Markt überschwemmt. Davon konnte man aber nie viel rauchen, sonst lag man in der Ecke.

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