1-Propionyl + LSD

Wer von sich behauptet, er sei verrückt, der ist es meistens nicht. Und wenn jemand ziemlich strukturiert, aber fast überschwänglich von psychotischen Episoden schreibt, läßt das eine gehörige Portion Fachwissen vermuten. Eine göttliche Komödie des Geistes führt Leonard auf seinem Mind Comedy Blog auf, welchen ich drogenpolitisch interessierten Lesern wärmstens empfehle. Heute mit dem Reblog eines Artikels, der in dieser Mischung aus Sachlichkeit und Begeisterung eine völlig legal als Research Chemical erhältliche Variante des LSD beschreibt. Das passt mir gut, denn ein Artikel von Libra dazu liegt wahrscheinlich noch eine Weile auf meinem Schreibtisch zur Redaktion. Einziger Wermutstropfen, es fehlt ein Beitragsbild. Ich empfehle daher interessierten Lesern, die empfohlene Substanz 1-P-LSD sogleich selbst auszuprobieren, sodann ein Bild zu malen und es uns zur Begutachtung zukommen zu lassen. Dem Gewinner wird ein Artikel gewidmet.

Drogisten

Abhängigkeit aus der Sicht ehrenamtlicher Helfer. Passend zur Weihnachtszeit ein beeindruckendes Zeugnis selbstloser Mitmenschlichkeit. Danke Dir Iris fürs Tun und Aufschreiben.

Durantis en blogue

Neben Gästen, Volontären und Urlaubern gibt es noch eine weitere Gruppe von Menschen, die ab und an unser Leben auf dem Hof teilt.
Für mich nenne ich sie Drogisten.

Das ist keineswegs despektierlich gemeint: „Drogist“ war während meines Studiums eine spaßhaft gedachte Bezeichnung für diejenigen von uns, die regelmäßig Drogen konsumierten, die „sich auskannten“.
Die Menschen, die die Drogenklinik in Alès zu uns vermittelt, kennen sich sehr viel besser aus, als gut für sie war und konsumieren wollen sie nie wieder.
Aber einen Namen brauchen sie. „Drogenabhängige“ geht mir quer, weil es den Menschen auf seine Abhängigkeit reduziert. „Drogenabhängiger Mensch“ ist zwar politisch korrekt aber ewigst umständlich und „Drogi“ kann ich erst recht nicht leiden: Nichts, aber auch gar nichts im Leben dieser Menschen scheint mir eine Verniedlichung zu rechtfertigen! „Drogist“ mag doof sein – für mich ist es neutral.
Und um diesen neutralen Standpunkt kämpfe ich zur Zeit…

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Zigaretten stopfen

Der Kauf eines Vaporizers zum Hanfverdampfen stürzte mich, ich berichtete, in eine mittelschwere Identitätskrise. Hielt ich mich lange Zeit für den großen Kiffer, mußte ich auf einmal feststellen, daß ich nur ein gewöhnlicher Tabaksüchtiger mit etwas ausgefallenem Geschmack bin. Nach einigen Monaten ohne dieses schädliche Suchtmittel erschüttert mich diese Geschichte besonders, welche Katrin Musikhai, die unerschrockene Korrespondentin aus dem Altenheim berichtete:

Meine Erlebnisse im Altenheim

Rauchen ist nicht nur teuer, sondern auch gesundheitsschädlich und macht sowohl körperlich als auch psychisch abhängig. Das sollten genug Gründe sein, um auf das Rauchen zu verzichten. Heute ist es tatsächlich so: die Zahl der Raucher geht zurück. Trotzdem gibt es immer noch Raucher, die „ihre Zigarette“ brauchen.

Herr P. ist einer von ihnen. Damit er sein ganzes Taschengeld, das er Anfang des Monats bekommt, nicht vorzeitig ausgibt und am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig bleibt, werden ihm von der Sozialarbeiterin 15 Zigaretten pro Tag zugeteilt.

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„Ich komme mir vor wie eine Dealerin. Dabei rauche ich selber nicht und halte auch nichts davon!“, Frau Ky. guckt mich ganz unglücklich an. „Aber wir haben das im Team so besprochen. Denn sonst holt er sich Reste aus den Mülleimern“, sie seufzt, „und da weiß man nicht, was er sich da sonst noch so alles fängt.“ Die Zigaretten selber…

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Serotoninbob Schwammpillenkopf

Den September widmet die drogenpolitik der Fröhlichkeitspille MDMA oder Ecstacy. Mangels ausreichender eigener Erfahrung helfen freundlicherweise andere Autoren. Julietta produzierte diese interessante Skizze über die pharmakologische Wirkung von MDMA, geschrieben unter dem akuten Einfluß der Droge. Eigentlich mag ich keine Tripberichte und Drogenkunst, bevorzuge reflektierte Analysen mit zeitlichem Abstand zur Konsumerfahrung. Aber hier wird die Wirkung sehr stimmig und nachvollziehbar auf den Punkt gebracht.

Der Gärtner

Diese Geschichte dient zur Warnung und moralischen Erbauung. Sie lehrt uns einiges. Unter anderem: Minderjährige sollten stets vorsichtig sein bei der Beschaffung ihres wohlverdienten Alkohols. Niedliche kleine Mädchen haben mitunter unerwartet dunkle Phantasien. Wermut sollte eigentlich nur als Cocktail mit passendem Hochprozentigen genossen werden. Viel Vergnügen bei Olivias Geschichte vom Gärtner.

Integrationsprobleme

Integrationsprobleme

Dann war da noch der Grasdealer, der mit seiner Gang immer kiffend auf der Bank am Fluß gemütlich entspannte. Alles solide berliner Jungs, wahrscheinliche hätte jeder Schwierigkeiten, die Heimatländer der Eltern korrekt zu buchstabieren. Irgendwann neulich aber waren sie verschwunden. Der Grund leuchtet ein: „Es wurde zu stressig. Da hängen jetzt immer so viele Asylanten rum.“

Neue Gesichter in der Redaktion

Die drogenpolitik begrüßt ab sofort neue Redaktionsmitglieder. Das hat sich erst jetzt, sozusagen nach längeren Verhandlungen, ergeben. Es war aber von Anfang an so geplant, jedem Autor ab dem zweiten Gastbeitrag die Redaktionsmitgliedschaft und ein eigenes Ressort anzubieten. Bei einem thematisch derart eingegrenzten Blog wie der drogenpolitik dauert es eben, bis die richtigen Charaktere zusammenfinden.

Libra ChilltLibra leitet das Ressort Elektrochemie. Als naturtalentierte Klarträumerin schon seit früher Kindheit lotet sie die Tiefen des Unterbewußten aus. Inzwischen genießt sie gern kleine Tanzfeste zu elektrischer Musik und weiß um die Wirkung von Feenstaub und Glückspillen. Ihr Fachwissen und noch viel mehr teilt sie normalerweise mit den Lesern ihres Blogs „Self“, wo sie sich immer über interessierte Besucher freut. Libras Beiträge für die Drogenpolitik sind meist Texte aus diesem Blog, entweder komplette Reblogs oder leicht überarbeitete Zusammenfassungen.

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Hans Joachim Antweiler ist berauscht vom Wein der Liebe. Er beschäftigt sich mit Substanzen nur in dem Sinne, „Das Blei der Natur in das Gold des Geistes verwandelnd“ und jenes Fluid, das Inhalt des Grales ist, zu verlebendigen, sowie den Stein der Weisen, lachend als den Eckstein, den die Bauleute dieser Welt verwarfen in den Menschheitstempel einzufügen.  Intuitive Geisteswissenschaften und ihre bewußtseinsverändernde Wirkung sind sein Lebensthema. Er veröffentlicht inspirierte, lyrische Gesänge auf seinem Blog „Wir sind ein Volk der Denker und Dichter“. Für meinedrogenpolitik schreibt er exklusiv neue Gedichte mit besonderem Bezug zu Rausch und Substanzgebrauch, Klarheit und Verwirrung.

Die Autoren haben alle Freiheit, bei divergierenden Meinungen gibt es keine Zensur, die Chefredaktion wird sich dann, wie alle anderen Leser auch, in der Kommentarzeile äußern. Innerhalb der nächsten Woche wird jeweils ein Artikel von Libra und von Joachim veröffentlicht. Das geschieht etwas schneller als im sonst üblichen, hanfrauschigen Arbeitsrhythmus der drogenpolitik. Das sind wir unseren neuen Mitarbeitern schuldig.

Die Kurzportraits der neuen Redaktionsmitglieder erscheinen so auch, auf einer eigenen Seite im Impressum Wer hier schreibt, wir bitten um freundliche Beachtung.

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Die geheimen Redaktionsräume der drogenpolitik. Das ist natürlich nur eine Tarnadresse, zur Sicherheit wegen der vielen dunklen Mächte. In Wirklichkeit ist die Realität nämlich ganz, ganz anders.

 

 

 

 

Der Wein der Liebe

Weil Du verdurstest in dem salzigen Meer von Tränen
Und Sie Dir das Wasser des Lebens als Weihwasser
Dich betupfend anboten in steinernen Häusern der Gottheit
Weil Du Dich ernüchtert auf einer blutgetränkten Erde
Wiederfandest aus der Bewusstlosigkeit einer niederschlagenden
Menschheitsentstehungsgeschichte ohnmächtig warst

Und der Genuss jenes Bissens vom Apfel der Erkenntnis
Von Gut & Böse in Deiner Kehle ein unstillbares feuriges Brennen hinterließ
Und die gellenden Schmerzensschreie durch den Äther jagen
Einstens und jetzt ist Dir danach Dich zu ertränken
In den brakigen Tümpeln fauliger Lügen
Dabei dürstend nach Wahrhaftigkeit und wenn Sie Dir
Ein Becherlein gefilterter Ehrlichkeit anbieten lehnst Du heldenhaft ab
Lieber verdursten als das

Also schleppst Du Dich in das Wunderland und beginnst einen
Hang südlich gelegen von Disteln und Dornen zu befreien
Gräbst und harkst von Früh bis Spät
Denn der HERR hat Deinen Acker verflucht erzählten Sie Dir
Im Religionsunterricht und im Schweiße Deines Angesichtes
Sollst Du Dein Brot verdienen

Verfluchte der Rachegott die Erde und Eva und Dich zum Tode
Todgeweiht dürstest Du nach dem Leben dem wahren schönen
Und dann setzt Du die zarten Pflänzchen den Rebstock
Einen ums andere gießt Sie an mit Deinen Tränen
Erst der Trauer dann zumal täglich mehr süße der Freude
Denn Du bist Es der erschafft aus eigener Kraft

Und die Jahre gehen ins Land die erste Ernte steht an
Leiharbeiter Freunde helfen die Trauben zu schneiden
Prall voll und süß in der Kelter zertreten zermalmt
Wie Du einst von einem Schicksal unbegreiflich niedergeworfen

Und das süße rote Blut rinnt in die Fässer ruht sterbend
Vergärt im Tode sich wandelnd zu Wein nach seiner Zeit gereift
Wie Du mit den Jahren weise geworden bist

Und alle Freunde lädst du ein die Fremden die Guten und die Bösen
Den Moslem der Ihn nicht trinken darf und den Antialkoholiker
Jung und Alt gibst ein Freudenfest für alle Welt
Und Sie trinken Becher um Becher taumeln tanzen jauchzen
Vor Wonne singen dichten frei aus dem Stehgreif
Fallen sich völlig unbekannt in die Arme schluchzend in Freude
Sind Brüder und Schwestern rot die Wangen Musik erklingt
Und die Hunde bellen jaulen vor Ergriffenheit

Für meinen Trinkbruder Alice an Arthurs Tafelrunde
Dankbar Joachim von Herzen
Der Knappe des Königs
Trunken vom Wein des Liebens

(Anmerkung der Redaktion: Diese tiefgründigen Zeilen verfasste Hans Joachim Antweiler exklusiv für meinedrogenpolitik. Normalerweise veröffentlicht er die Schöpfungen seiner nie versiegenden Inspirationsquelle auf seinem WordPress-Blog Wir sind ein Volk der Denker und Dichter und freut sich dort auf Euren Besuch. AW)

Liebster-Award für meinedrogenpolitik

Meine Drogenpolitik hat einen „Liebster-Award“ bekommen. Von gegenvernunft. Darüber freue ich mich sehr. Und mache gerne mit. Natürlich fand ich den „Liebster Awards“ etwas seltsam, bis ich selber einen bekommen habe. Dafür verstoße ich sogar gegen einige Grundsätze von meinedrogenpolitik: Dieser Artikel hat nichts mit Rauschmitteln zu tun und überschreitet eine maximale Länge von 500 Wörtern deutlich.

Die Fragen beantwortete ich am selben Tag. Mit den Nominierungen tue ich mich schwer. Mittlerweile folge ich 80 Blogs. Die Lese ich alle sehr gern und könnte nicht sagen, welches mein liebster ist. Allerdings ist dieser Wanderpokal eine tolle Gelegenheit, noch mehr interessante Blogs kennenzulernen. Denn diese persönliche Linkliste interessierte mich am meisten, wenn ich so einen Award-Eintrag bei anderen las. Genauso wie ich mich darauf freue, die anderen sechs Blogs zu erforschen, die gegenvernunft neben mir nominierte. Von denen hatte ich bisher keinen auf dem Schirm und bin sehr gespannt.

Gegenvernunft hat mir praktisch keine Auflagen gestellt. Irgendwo las ich mal, der Award soll an Blogger mit wenigen Followern gehen. Das finde ich absolut sinnvoll und nützlich vor allem für Leser. Denn es bedeutet bessere Vernetzung und damit bessere Auffindbarkeit der „kleinen“ Blogs. Ich also nominiere nur Blogs mit weniger als 100 Followern (wenigstens hier bei WordPress) und nur solche, die noch nicht auf meiner Linkliste stehen, mache das aber nicht zur Bedingung.

gegenvernunft fragte, Alice Wunder antwortet:

  1. Was ist dein Lieblingsbuch und warum?

Immer das, welches ich grade mit Begeisterung lese. Was Prosa angeht, bin ich hingebungsvoller Konsument. Ich lasse mich in die Geschichte fallen, aber vergesse die Begeisterung wieder, wenn ich ein neues Buch lese. Nennen kann ich zwei Titel, die ich oft erinnere, obwohl ich sie vor langer Zeit las:

Die dunkle Seite der Liebe – Rafik Schami
Ich liebte seine Kurzgeschichten und Märchen. Da Schami auf Deutsch schreibt und das auch noch sehr schön, habe ich das Gefühl, im Wohnzimmer einer arabischen Familie zu sitzen, freundlich bewirtet zu werden und auf wundersame Weise jedes ihrer Worte zu verstehen. Schami ist sozusagen ein deutsch-arabischer Babelfisch in meinem Gehirn. In dem Roman nun finde ich viele Motive aus seinen Märchen wieder. Und ich glaube zu sehen, wie der Autor die vielen Fäden geschickt zu einem Muster verwebt, das sein Lebensthema darstellt. Als könnte ich ihm beim Arbeiten zusehen, so wie es Bob Ross mit Ölgemälden machte.
Dieses Buch – oder Schamis ganzes Werk – fällt mir oft ein, wenn ich in den letzten Jahren Nachrichten schauen muss. Denn Schami zeigt auch, wie Gewalt und Unterdrückung in Syrien aussehen. Da kommt keiner Unschuldig raus: Islam, orthodoxes oder katholisches Christentum, Frauen wie Männer. Jeder quält schwächere, so gut er kann. Je mehr man weiß, desto weniger Versteht man.

Der peleponnesische Krieg – Thukydides
Das einzige Buch, was ich in der Schule verordnet bekam und davon dann freiwillig mehr las als unbedingt nötig. Es erklärt, warum eine Demokratie nur sehr schlecht Krieg führen kann. Und eine Militärdiktatur gut Kriege gewinnen und Länder erobern, aber diese nicht gut regieren und verwalten kann.

  1. Welche Droge war die letzte, die du genommen hast?

Alkohol, Bier und unvernünftigerweise auch Schnäpse, gestern Abend und heute versuch ich, die Folgen mit Kaffee, Tee und Hanf abzumildern. (am 31.01. als ich die Fragen beantwortete)

  1. Gibt es einen Menschen dem du nie deine Liebe gestanden hast und warum?

Täglich viele Menschen. Weil ich nicht gut Gefühle spontan ausdrücken kann. Mit der Liebe hab ich da aber keine Probleme, wenn Du darauf hinauswillst. Viel schwieriger für mich ist, dass ich nicht sage, was ich an Menschen nicht so liebe. Nach außen wirke ich lange extrem freundlich und umgänglich. In mir staut sich Frust auf und dann zerbreche ich mutwillig Freundschaften. Das passierte mir nicht nur einmal und ist jedes mal ziemlich bitter.

  1. Was willst du im Leben noch erreichen?

Einen Posten, keine Arbeit. Damit ich auch mal n Buch schreiben kann. Vielleicht. Also nee, nicht wirklich. Mhh. Ach. Irgendwie überfordert mich diese Frage jetzt. Erst mal einen Rauchen…

  1. Welche ungenutzte Chance bedauerst du am Meisten?

Alles, was ich zwischen 13 und 17 aus Faulheit nicht lernte und übte, obwohl ich die Gelegenheit dazu gehabt hätte. Denn alles, was man in dem Alter lernt, kann man den Rest seines Lebens richtig gut. Ich kann zum Beispiel sehr gut Zigaretten drehen.

  1. Gibt es eine Party die dein Leben verändert und warum?

Wo ich mal neben dem Bierfaß saß und feststellte, daß ich trotz merkbarer körperlicher Ausfallerscheinungen noch ziemlich gut Zigaretten drehen konnte.

  1. Welcher ist dein Lieblingsdisneyfilm?

Seit ich „Prinzessin Mononoke“ gesehen habe, sind zum Glück alle nicht-japanischen Zeichentrickfilme aus meinem kineastischen Gedächtnis gelöscht. Aber der wurde in Deutschland durch Buena Vista vertrieben. Also isses ja irgendwie doch ein Disney-Film?

  1. Was ist DER Grund warum du am Morgen aufstehst?

Meistens die volle Blase. An besonderen Tagen auch die Schmerzen, die vom zu langen Liegen entstehen. An schlechten Tagen der Wecker.

  1. Gibt es ein Volk vor dem du Angst hast?

Man muss vor allen Völkern Angst haben, bei denen die Gesellschaft kaputt ist. Das lockt nämlich finstere Gesellen an, die gern Verzweifelte für ihre Zwecke benutzen wollen. Am allermeisten Angst habe ich da zurzeit vor den Haitianern. Denn da war die Gesellschaft nach dem letzten Erdbeben total kaputt. Was deutlich bemerkbar war am Choleraausbruch. Die ist mit Kochsalzlösung und Zucker heilbar. Wenn heutzutage Menschen an Cholera sterben, ist die Zivilisation zusamengebrochen. Aber anderen Völkern geht es auch nicht gut. Was Haitianer besonders beängstigend macht: Die können andere absichtlich in Zombies verwandeln. Und Zombies sind mal echt beängstigend.  Das hab ich im Fernsehen gesehen. Wer’s nicht glaubt, schaue „Ghosts of Cité Soleil„.

  1. Welche ist die peinlichste deiner Lieblingsbands?

Ich mag Bluegrass, also Country ohne elektrische Instrumente gern. Eine Band weiß ich da nicht. Das scheint eine recht lebendige Volksmusik-Szene zu sein, wo es zwar Profis gibt, aber die Fans fast alle selber irgendwas spielen können. Ich schau oft das selbe Lied, von verschiedenen Leuten auf Youtube an.

  1. Ohne zu googlen: Wie viele Einwohner hat Rio?

So acht bis zehn. Millionen. Kommt das hin?

Ich nominiere:

Zunächst zwei Autorinnen, ich hoffe sie verzeihen mir, dass ich sie in einem Atemzug nenne, aber sie behandeln ein ähnliches Thema:
Libra und Julietta Botwin haben so ihre Erfahrungen und Sorgen mit dem Leben, elektrischer Musik und Drogen. Beim Lesen fühl ich mich wie auf dem Sofa in der Wasserpfeifen-WG, wo immer nette Leute rumhängen, die entspannt auch über tiefsinniges plaudern können.

curromartino schreibt auf dieviertedimension lange schwere Texte und seltene Veröffentlichungen. Dafür gibt’s Bewußtseinserweiterung ohne Drogen, sondern mit Geometrie. Extremst abgfahren.

subdiana protokolliert in mywickedflow BDSM-Sex. Mit expliziten Beschreibungen. Aber nicht wild, sondern systematisch und reflektiert. Der Porno, den Sigmund Freud gern geschrieben, aber sich niemals zu lesen getraut hätte.

madmike präsentiert auf TURKEY eine rauhe, aber starke Stimme, wegen Heroin-Karriere desillusioniert und gnadenlos selbstkritisch. Hoffentlich schreibt er weiter.

silagmustafa macht extrem sorgfältig recherchierte Gastro-Kritik auf Langenfeld isst. Mit Humor geschrieben, aber leider wahr und realistisch. Wenn ich das lese freue ich mich immer, dass ich nicht mehr im Bergischen wohne.

Schlimmerdurst hat eine unglaublich umfangreiche Sammlung von Cocktail-Rezensionen zusammengetragen und haut ständig neue raus. Das liest sich erbaulich und auf Fragen antwortet er schnell und kompetent.

Meine Fragen an die nominierten:

  1. Schreibst Du, weil Du es willst, oder weil Du es musst?
  2. Bist Du ein „Digital native“?
  3. Wenn jemand einen Kommentar hinterlässt, möchtest Du dann lieber begrüßt und angesprochen werden wie bei einem Brief oder soll der Gast zügig zur Sache kommen?
  4. Glaubst Du, es ist gut, daß bei uns Lehrer unkündbare Beamte sind? Bitte kein Lehrer-Bashing. Stell Dir vor, Du wärst Kultusminister und dürftest nach Belieben umstrukturieren, aber keinen Entlassen.
  5. Welchen Blog – oder sonstige Website – findest Du am besten gestaltet, also am bequemsten zu lesen?
  6. Wissen Deine Freunde, was Du im Internet schreibst?
  7. Was hältst Du von der Rechtschreibung?
  8. Hast Du ein Vorbild fürs Leben oder fürs Schreiben?
  9. Schreibst Du Deine Texte am Stück runter oder musst Du viel basteln?
  10. Liest Du noch Zeitung? Wenn ja, welche und warum?
  11. Klar, NIEMAND isst Fastfood. Also rein hypothetisch, wo würdest Du zur Not Dein Bedürfnis befriedigen? Burger-Kette, Hähnchenbrater, Sandwich-Bar, Döner, oder Currywurst?

Betrachtet diese Nominierung als meinen Dank für unterhaltsame Lesezeit. Wenn ihr nicht mitmachen wollt, aus welchen Gründen auch immer ist das völlig in Ordnung. Wenn Du mitmachst:

Bitte beantworte die Fragen, nominiere fünf bis sieben neue Blogger für den Liebster-Award und denke dir elf neue Fragen aus.

Bernadette Botox Portrait

Erfreulicherweise gehörte kein Label zu diesem Award. Deshalb nutzen wir die freie Bildfläche um unsere geschätzte Redaktionsassistentin Bernadette Botox vorzustellen. Die ganze Tipperei und Verlinkungen dieses Artikels hat sie neben dem Tagesgeschäft erledigt. Deshalb dauerte es auch ein paar mehr Tage. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, wie oft sie von den Drogen der Redaktionsmitglieder nascht…

Stilvolle Selbstentzündung

ZündholzCompBeim Stöbern in der Kif-Schublade fand ich ganz hinten noch eine Schachtel von den italienischen Streichhölzern, die an jeder rauen Oberfläche zünden. Genau deshalb hatten wir die als Kinder massenhaft im Urlaub gekauft. Es muss fast 25 Jahre her sein. Ich glaube ich hatte nicht mal angefangen zu rauchen. Dafür schmolz der Vorrat rasant. Besonders gut zündeten Mauerfugen. Aber erstaunlicherweise auch Fensterglas. Das gab dann nur einen hartnäckigen blauen Streifen auf der Scheibe. Ganz klassisch hätte man sich an der Ledersohle Feuer holen müssen. Aber Schuhe mit Ledersohlen trage ich bis heute nicht. Der Spaß war dann auch bald vorbei. Weil die brisanten Hölzer nicht den europäischen Sicherheitsrichtlinien entsprachen. Vor derart hochentzündlichem Gefahrgut müssen friedliebende Bürger selbstverständlich geschützt werden. Sonst könnte noch aus versehen jemandem ein Licht aufgehen.

AW