Dabben nur mit Banger? Die Wahl der richtigen Haschölpfeife

Seit einiger, nicht mehr exakt rekonstruierbarer Zeit erfreut sich die Redaktion der drogenpolitik an der erfrischenden Wirkung berauschender Hanfharz-Konzentrate. Der Genuss von Haschöl hat nämlich so unglaublich viele Vorteile, dass wir die gar nicht alle einzeln aufzählen können. Selbst wenn wir wollten, fallen uns die meisten davon so aus dem Stehgreif nicht ein. Denn ein ganz wesentlicher Vorteil des Konzentrate-Kiffens ist, dass man sein Alltagsgedächtnis nicht mehr mit unnötig vielen, überflüssigen Details belastet. Dafür fokussiert der Geist mehr auf die wesentlichen Dinge. Zum Beispiel beschäftigten uns intensiv die Gerätschaften, die für aufstrebende, erfolgreiche Haschölkiffer neu angeboten werden.

Haschöl selbst ist jetzt nichts neues, es wird schon seit den Tagen der Altvorderen verwendet. Bösen Gerüchten zufolge nutzten schon die Schmuggler rund um das Mittelmeer die platzsparenden Eigenschaften des Wirkstoffkonzentrates, so dass sie aus Nordafrika regelmäßig nur pures Haschöl lieferten, welches dann im Zielland mit naturidentischem Sägemehl zu Standard-Haschplatten aufbereitet wurde. Eine völlig normale Widerlichkeit also, wie wir das von der Nahrungsmittelindustrie durchaus gewöhnt sein sollten. Schließlich leiden die bedauerlichen Konzerne alle unter extremem Rationalisierungsdruck. Warum sollte es ihren Glaubensgenossen aus der Schattenwirtschaft da besser gehen?

Der neue, heiße Scheiß

Heutzutage hat Hanfkonzentrat aber eine ganz andere Ästhetik. Mal wieder aus den USA importiert, bringt uns ein neuer Hanfkonsumtrend aufwendig gereinigte Produkte, die dann natürlich nur in speziellen Ölpfeifen verköstigt werden müssen. Das Ganze nennt sich, wir erwähnten es schon, „Dabben“. Der Tropfen dab wird getupft, to dab. Auf diesen Zug sind wir natürlich mit größter Begeisterung aufgesprungen.

Dab-Rig und Torch

Die Basis-Ausrüstung aus billiger Ölpfeife und kleinem Brenner für Creme Brulé. Die Pfeife ist gut, der Glas-Nail taugt gar nichts.

Wie lange genau wir das nun schon machen, ist im Hanfharznebel verschwommen. Es ist aber schon genug Konzentrat über die Lungenbläschen gedampft, dass wir uns langsam ein wenig mit der Ausrüstung beschäftigen können. Denn es ist ein umfangreicher Markt an Zubehör, Krimskrams, Hilfsmittel und Accessoires rund um das Dabben gewachsen, die sogenannten Paraphernalia. Das ist ein gefundenes Fressen für marketingorientierte Journalisten und Blogger. Wir sind aber leider viel zu bekifft zum Schnorren. Und zu wenig berühmt, als dass wir von allein Sachen geschenkt kriegen würden. Deshalb dabben wir immer noch mit dem ganz billigen Pfeifchen aus dem örtlichen Headshop. Natürlich hätten wir nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Wasserpfeifenhändler, der das hier zufällig liest, uns so ein schickes, mundgeblasenes, phantasievolles und mehrere hundert Euro teures Dab-Rig schenken würde. Ein einfacher, kleiner Wasserbehälter reicht aber völlig zum befriedigenden Dabben.

Mehr Aufmerksamkeit sollte man da schon den „Nails“ schenken. Was bei der Bong der Kopf war, ist beim Dab-Rig der oder die oder das „Nail“, der Nagel also. Eine Fläche, welche mit einem Gasbrenner – oder auch einer elektrischen Heizspirale – erhitzt wird, um dann den Dab darauf zu verdampfen. Das waren ursprünglich wirklich nagelförmige Platten aus Metall oder Keramik. Diese Materialien eignen sich dafür besonders gut, weil sie schön viel Hitze speichern, geschmacksneutral sind oder bestenfalls in ihren Poren die fantastischen Pflanzenharzaromen besonders gut anreichern und aus vielen anderen, erwähnenswerten Gründen mehr. Das nutzt aber alles nichts, Titan und Keramik sind total out. Heutzutage müssen alle Nails zwingend aus Glas sein. Wie so oft, es geht nicht so sehr um den Nutzwert, den hitzebeständiges Glas natürlich auch mitbringt, sondern viel mehr um die Ästhetik. Auf Instagram sieht es besser aus, wenn goldenes Pflanzenharz im kristallklaren Glasbecher einkocht. Da können alle nichttransparenten Materialien einfach nicht mithalten und verstauben jetzt als Ladenhüter in den Regalen der Dab-Zubehör-Händler.

Glas-Nail für vernünftige Portionen

Vernünftigerweise sollte man sich nur sehr selten einen kleinen Dab einverleiben. Am besten alle drei bis vier Tage oder eher seltener, dann kommt es zu maximaler Wirkung, Halluzinationen ähnlich. Dafür reicht dann auch sehr wenig Konzentrat, der Tropfen braucht nicht größer zu sein, als ein halbes Reiskorn. Für solche vernünftigen Kleinstmengen eignet sich ganz wunderbar unser blumenförmiger Nail aus Quartzglas, großzügig an den Seiten geschlitzt für einen ordentlichen Luftstrom, dass kein Wölkchen verloren gehen kann. Wir erstanden das gute Stück an einem Messestand der Firma Black Leaf für kaum mehr als 10 Euro. Zum Dabben wird der Nail nun erstmal erhitzt, bis er deutlich sichtbar rot glüht. Dann gewähren wir ihm eine gewisse Zeitspanne zum Abkühlen. Je heißer, desto knaller, je kühler, desto leckerer. Mit 20 Sekunden Wartezeit spürt man noch ein rauchähnliches Kratzen in der Kehle. Ab 35 Sekunden entfaltet sich ein herrlich milder Kräuterbalsam. Das Heraustüfteln der richtigen Temperatur ist Geschmackssache und ein wirklich schöner Sofa-Sport für den engagierten Konzentrate-Kiffer.

Glasnail auf Rig

Mit dem geschlitzten Glas-Nail „Quartz“ lässt sich schon etwas anfangen. Hohe und niedrige Temperaturen können mit der Stopuhr angesteuert werden. Perfekt für den kleinen Dab zwischendurch.

Da geht natürlich mehr – Dabben ohne Limit

Denn Hanfkiffen ist ein toller Zeitvertreibt, den man durchaus täglich und dann mehrmals betreiben kann. Auch wenn die Wirkung sich nicht mehr steigern lässt, gefühlt sogar einem normalen Geisteszustand (was ist schon normal?) weicht, kann man trotzdem mehrere Gramm an einem Abend wegballern. Wer gern raucht, der weiß, wovon ich rede. Das Limit ist dann nur die vom Rauch überreizte Kehle. Und diese Überreizung fällt beim Dabben weg, vor allem wenn man es schafft, den Nail genau auf die richtige, milde Temperatur einzustellen. Die Jagd nach dem „Sweet Spot“ ist der heilige Gral der Dabber. Es geht nicht mehr darum, breiter zu werden, sondern die Aromenexplosion des Kräuterextrakts immer wieder zu schmecken.

Ist das vernünftig? Natürlich nicht. Cannabis ist ja schließlich trotz aller Heilkräuterei immer noch eine Droge und Drogen nimmt ein vernünftiger Mensch, um seiner Vernunft auch mal ein wenig Freizeit zu gönnen. Work-Life-Balance oder Quality Time heißt das auf Neu-Esoterisch. Wir befürworten so etwas ganz ausdrücklich. Dafür braucht es dann aber eine bessere Ausrüstung:

Thermal Banger

Nach ausgiebiger Recherche in den sozialen Medien mussten wir uns einen sogenannter Banger besorgen. Das ist ein Glasnail in Form eines Bechers, worin besonders viel Harz besonders ansehnlich und mild verdampfen kann. Wir entschieden uns für einen sogenannten Thermal Banger mit einer doppelten Becherwand, die besonders viel Hitze länger speichern kann. Ob nun der Thermal Banger besonders viel besser ist als ein normaler Banger, das wissen wir auch nicht. Wir haben ja bisher nur den einen ausprobiert und sind sehr zufrieden damit. Den Banger kauften wir bei dabben.de weil uns das Angebot mit Carb Cap sehr günstig vorkam und außerdem grade in passender Größe lieferbar war.

Thermal Banger

Thermal Banger, welcher durch den Innenbecher praktisch eine hitzestabile Doppelwand und darüber hinaus noch sehr viele technische Vorteile besitzt. Die mitgelieferte, kugelförmigen Carb Cap liegt aus ästhetischen Gründen fürs Foto auf ihrer zugedachten Position.

Der Thermal Banger jedenfalls ist schon ein ganz andere Dimension als der einfache Glas-Nail. Das Material speichert die Wärme gut doppelt so lange. Den Sweet Spot suchen wir hier irgendwo im Bereich zwischen 55 und 65 Sekunden. Heißer knallt irgendwie besser, kühler schmeckt erstmal besser, aber hinterlässt manchmal einen fast schon zu milden Eindruck. Bei einer sehr kleinen Portion kann man den Nail etwas länger abkühlen lassen, ein großer Dab ist bei 65 Sekunden gefühlt zu mild.

An dieser Stelle muss eine Warnung an alle preisbewussten und sonstwie vernunftorientierten Kiffer ausgesprochen werden. In einen Banger gehören unserer Meinung nach immer etwas größere Portionen. Und außerdem schmeckt das Dabben aus dem Banger so gut, dass man es mehrmals am Abend machen möchte und dann auch tut.

Aber warum muss da jetzt so viel in den Banger rein? Ein Banger sollte immer mit der oben schon erwähnten Carb Cap betrieben werden. Das ist ein Deckel, den man aufsetzt um den Luftstrom drastisch zu reduzieren. Dadurch entsteht Unterdruck, welcher wiederum aus irgendwelchen physikalischen Gründen den Siedepunkt aller Materie herabsetzt. Man kann also erstmal bei bei etwas niedrigerer Temperatur dampfen. Angeblich. Auf jeden Fall wird mit Carb Cap der Dampf dichter, es schmeckt intensiver und macht gefühlt stärker und vor allem schneller platt. Das ist der Sinn der Übung. Aber man muss diesem Prozeß schon ein paar Sekunden Zeit geben. Es dauert ja auch schon vom Harzreinschmeißen bis zum Carb-Cap-Aufsetzen mit einer Hand, die andere Hand muss schließlich die Pfeife halten. Wenn der Tropfen aber zu klein war, ist der Spaß schon vorbei, bevor man überhaupt richtig angefangen hat. Das geht zwar auch, aber je länger, je lieber. Kleine Portionen machen im Banger einfach nicht so viel Spaß. Punkt.

Kostenlose Werbung für Freunde der drogenpolitik zum Thema Dabben:

Ausgezeichnete Beratung über Zubehör zum Dabben und zur Herstellung von Konzentraten bietet dabbing.de mit Shop und sehr ausführlichem und lesenswertem Blog zur Thematik.

Lesen übers Dabben könnt ihr bei Cannabis-Rausch.de, da hat Lorenz sehr viel zu geschrieben, hier zum Beispiel über die Jagd nach der richtigen Temperatur und hier ein Test über einen E-Nail, mit dem immer Wunschtemperatur herrscht.

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Haschisch Essen für Fortgeschrittene – ein Produkttest

Heimapotheke Cannabis Edibles

Wir haben mal wieder ein Produkt für den schöneren Cannabis-Genuss geschenkt bekommen. Und zwar ein Set für Cannabis-Esswaren mit dem Namen Do-Ya-Own. Wenn man als Blogger etwas geschenkt bekommt, dann schreibt man einen positiven Bericht darüber oder schweigt. Dieses Edible-Set gefällt mir ausgesprochen gut und ist auf jeden Fall einen Bericht wert.

Zu kaufen gibt es Grundstoffe (leider kein Cannabis) und Rezepte, um unter anderem Canna-Sirup (30 Euro) und Fröhlichkeitspillen (18 Euro) zu Hause selbst herzustellen. Das funktioniert wirklich hervorragend, ist sehr bequem in der Herstellung und hat anschließend ganz wunderbar positive Effekte auf die Laune und allgemeine Befindlichkeit. Es war wirklich sehr gut, denn ich habe mich länger als eine Woche mit Canna-Kapseln und Sirup von Do-Ya-Own beschäftigt und kann mich an relativ wenig aus dieser Zeit erinnern. Aber zum Glück habe ich mir im Tran auch ein paar Notizen gemacht.

Mit dem Haschischessen ist das so eine Sache

Mittlerweile halte ich Essen tatsächlich für die beste und sinnvollste aller Konsumformen. Denn Cannabis rauchen ist wirklich mit das dümmste, was man mit dem guten Kraut anstellen kann. Aber solange man Cannabis raucht, ist jede andere Konsumform sinnlos. In meiner aktiven Kifferzeit habe ich mich auch nicht von Esswaren begeistern lassen. Wenn man vor dem Essen geraucht hat, merkt man nichts besonderes. Denn Essen knallt nicht. Eine cannabinoide Speise ist nämlich kein wirkliches Genussmittel, nichts zum Zuprosten und nichts um es zu teilen und in der Runde weiterzurreichen. Die Speise ist ein Werkzeug, wie eine Aspirin-Tablette oder ein Stück Seife. Etwas, das in jeden Haushalt gehört und bei Bedarf eingenommen werden kann.

Seit ich nur noch Vaporisiere, bin ich an die milde, aber nachhaltige Wirkung eines reinen High gewöhnt und möchte nichts anderes mehr. Und eine meiner Lieblingszubereitungen zum Haschischessen ist eine Alkoholtinktur, die ich aus vaporisierten Resten herstelle.

Was bekommt man von Do-Ya-Own?

Im Paket sind einfache Grundzutaten, Werkzeuge und ein geheimer Wirkverstärker, die es alle sogar etwas billiger in diversen Läden einzeln zu kaufen gibt. Bei den Grundzutaten handelt es sich um Kokosfett für die Kapseln und Glycerin für den Canna-Sirup. Dazu ein idiotensicheres und überraschend angenehm wirksames Rezept.

Wer also schon ein funktionierendes Familienrezept für Brownies oder Haschbutter hat, braucht eigentlich kein Do-Ya-Own-Set. Auch geschickte Hobby-Alchemisten, die immer Trichter, Pipetten, leere Pillenkapseln und das restliche Heimapothekenlabor vorrätig haben, wären nicht besonders beeindruckt. Für alle anderen aber ist Do-Ya-Own eine tolle Idee. Ich zum Beispiel würde mich als semi-ambitionierten Experimentator bezeichnen. Und ich bin total begeistert von den Kleinigkeiten aus dem Do-Ya-Own-Paket. Alle notwendigen Fläschchen und Meßbecher sind dabei. Der Herstellungsprozess wird nicht unterbrochen von dem üblichen „was nehm ich jetzt dafür?“ und „wo soll ich das jetzt wieder kaufen?“ Klar, einzeln sind die Sachen billiger. Aber am Ende hätte ich mit Suchen und Versandkosten wahrscheinlich sogar mehr ausgeben und einen Tausendervorrat von Sachen zu Hause, die ich vielleicht zwei Mal im Jahr brauche. Es ist ein bißchen so wie diese Miracoli-Fertig-Packs inklusive Spaghetti. Wer kochen kann, lacht darüber, aber Leute ohne Erfahrung und ohne die richtigen Werkzeuge profitieren enorm.

Der wirkliche Mehrwert von Do-Ya-Own aber sind die Rezepte, für die es mit dem Set einen Zugangscode gibt. Im Netz und in Büchern kursieren für die Haschisch-Küche 1000 Rezepte und mindestens eine Millionen abschreckende Erfahrungsberichte, wie Leute es total versaut haben. Ich will hier gar nicht von dem Polizisten anfangen, dem ich hinten drauf gefahren bin, als ich mir mal zwei Gramm Braunen in den Tee gebröselt hab. Denn alle solchen großen und kleinen Katastrophen passieren mit dem Do-Ya-Own-Set erst gar nicht.

Die Extraktion erfolgt beim Fett und beim Glycerin mit Kaltauszug ohne Kochen oder Backen. Es funktioniert mit Gras, Gebrösel oder Haschöl. Und es funktioniert richtig gut.

Cannabis KapselnSchwer beeindruckt war ich von der Fettkapsel

Die zeitigt mit minimalem Cannabiseinsatz allerangenehmste Wirkung. Bei mir kamen in eine Kapsel der rechnerische Wirkstoffanteil von 0,04 Gramm Gras. Und beim ersten Versuch war ich von dieser Winzigkeit zum Frühstück den ganzen Tag glücklich. Ich verbrachte einen schönen Frühlingstag draußen mit meiner Familie. Dabei war ich in keiner Weise unzurechnungsfähig und spürte keine körperlichen Wirkungen. Aber Kopf und Gemüt waren so deutlich berührt, dass ich nicht das Bedürfnis hatte, nachzuschmeißen. Zwei Tage später ließ sich das Ergebnis freilich nicht in der Intensität reproduzieren. Zu Hause bei schlechtem Wetter hielt eine Kapsel nur wenige Stunden, ich langweilte mich dann gegen Mittag, so dass ich einen kleinen Dab nachlegte. Mit der heiteren Grundstimmung war das eine gute Idee, welche ich jederzeit zur Nachahmung empfehlen kann.

Zeit also, den Sirup zu testen

Hier funktioniert die Minimalmenge nicht so gut, schon die Anleitung empfiehlt Portionen, die den üblichen Krautmengen von etwa 0,1 Gramm entsprechen. Das passt aber hervorragend, denn so ein Schnapsglas voll Sirup gehört auch in mein Standard-Sour-Rezept. Entgegen den Empfehlungen machte ich erst einen richtigen Sour-Cocktail mit Alkohol, der da eigentlich reingehört. Das vertrug sich gut, der Schnaps überbrückte die halbe Stunde Wartezeit bis der Hanf im Gehirn einmarschiert, danach verbrachte ich einen Abend in schöner Bekifftheit. Auch zum Frühstück tut ein Schluck Cannasirup sehr gut. Empfehlenswerte Tätigkeiten sind Außentermine bei schönem Wetter. Am späten Nachmittag dachte ich, es wär langsam vorbei und gönnte mir ein Bier, was den Sirup aber noch einmal sanft anschob.

Während ich hier tippe, fällt mir aber auf, dass vor lauter Begeisterung über die cremig-fluffige Hanfseligkeit noch gar keine ordentliche Portion getestet habe. Passenderweise war ich auch grad ein paar Tage nüchtern und dürfte keine große Toleranz mehr haben.

Also wird diesmal ein großes Glas getrunken, mit Wirkstoff von einem Viertelgramm gutem Gras, vor dem Mittagessen. Das lässt dann tatsächlich keine Wünsche mehr offen. Ah, jetzt, ja. Die Limonade war köstlich-süffig. Nach einer Viertelstunde setzen erste Entfremdungserscheinungen ein, nach einer halben Stunde ist der Sirup voll da. Damit kann ich keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen, aber ohne irgendwelche Paranoia einen seltsamen Tag in der Stadt verbringen. Kein Rauschen, kein Ziehen in den Schläfen, keine Beklemmungen, sogar sinnvolle Gespräche mit Fremden sind möglich, trotz heftigster Verklatschtheit. Es ist einer dieser stundenlangen Momente, wo sich Cannabis fast ein wenig wie LSD anfühlt. Nach Zwei Stunden Realweltzeit aber sind die gröbsten Seltsamkeiten dann auch wieder vorbei und eine lange Entspannung setzt ein, die auch am späten Abend noch spürbar ist.

Meine einzige Kritik bezieht sich auf den Geschmack. Das Kokosfett mit Gras ist nämlich total lecker, dieses soll aber laut Rezept in Kapseln verpackt und einfach geschluckt werden. Ich könnte mir vorstellen, über einen warmen Kuchen geträufelt, würde das toll harmonieren. Beim Sirup dagegen schmeckt man gar nichts mehr vom Gras, denn der mitgelieferte Monin-Sirup überdeckt einfach alles.

Beide Produkte wirken sehr viel angenehmer und milder als mein selbstaufgesetzter Schnaps. Das fällt mir im Dauertest auf. Denn von meiner Tinktur aus Vaporizer-Resten habe ich nach spätestens zwei Tagen Gebrauch für längere Zeit keine Lust mehr auf Cannabis, die Do-Ya-Own-Edibles mit frischem Gras dagegen machen mir jeden Tag aufs neue Appetit.

Do-Ya-Own Edibles sind Kreationen von Till Kasch, einem Cannabis-Patienten, der gegen seine Migräne intensiv mit Esswaren experimentiert und daraufhin die Produkte entworfen hat. Auf Neudeutsch nennt man so ein Projekt wohl Start-Up. Wir haben Sets für CannaCaps und den Sirup Canna Lean Sour Greenly bekommen, wofür wir uns ganz herzlich bedanken.

Dieser Artikel wurde zuerst auf Cannabis-Rausch veröffentlicht. Da mir für den Blog im Moment echt nix neues einfällt, danke ich Daniel ganz herzlich für sein Einverständnis zur Zweitverwertung.

Vaporizer Arizer Air – Erfahrungsbericht elektrisch Kiffen

Der GerätAnfang des Jahres durfte ich ja einen Vaporizer testen und war ziemlich begeistert. Im Mai dann kaufte ich mir einen eigenen Verdampfer, den Arizer Air. Der Besuch im Vaporizer-Laden Verdampftnochmal verlief für alle Seiten Erfolgreich. Das Gerät genügt meinen Ansprüchen und ich gab fast doppelt so viel Geld aus, wie geplant, gut 200 Euro. Anders als der ursprünglich anvisierte Flower Mate hat der Arizer Air einen auswechselbaren, handelsüblichen Akku. Und die kompakte Form, fast wie eine E-Zigarette gefiel mir besser als der teurere MIGHTY. Bisher komme ich mit dem Gerät wunderbar aus. Unterwegs reicht ein geladener Akku für knapp drei Sitzungen, wobei eine mir schon reichlich genügt. Zu Hause könnte man ihn für Dauerbetankung an der Steckdose betreiben.

 

Ich dachte, der Vaporizer würde mein Konsumverhalten schlagartig ändern und die Nikotinsucht auf Knopfdruck vertreiben. Tatsächlich verschaffte mir das Gerät ein völlig neues Kiffer-Lebensgefühl. Aber nicht von heute auf morgen, es braucht Zeit, sich an das elektrische Kiffgerät zu gewöhnen. Mit dem rebellischen Joint hat das nichts mehr zu tun. Der Konsum geht einher mit einem eher medizinischen Gefühl und als unauffälliges Mitglied der Gemeinschaft der öffentlichen E-Zigarettenraucher komme ich mir damit ziemlich spießig vor. Und dann ist da natürlich der Preis, der überhaupt nicht zum proletarischen Hanfkraut passt. Aber es gibt ja auch Kiffer, die haufenweise Geld für eine Glasbong ausgeben.

Ich zelebrierte den Verdampfer zunächst gelegentlich. Anfangs rauchte ich nach dem Vaporisieren die abgedampften Grasreste wie gewohnt in der Tabakmische weg. Das Ergebnis war eine opiatartige Betäubung, die noch am nächsten Tag anhielt. Aus Gewohnheit verfiel ich schnell wieder dem für mich einfacheren Mischerauchen. Wenn Arbeit zu tun war, dann eben notgedrungen nur Tabak, das Grundnahrungsmittel der schreibenden Zunft. Die elektrische Pfeife dampfte nur zu besonderen Anlässen.

Erst vor vier Wochen konnte ich mich durchringen, Hanf und Tabak streng getrennt zu konsumieren. Anlass war der Austausch mit gleichgesinnten in Internetforen. So bestätigte ich einen Grundsatz der Suchtmedizin: Drüber reden hilft. Und ich erkannte den Tabak als das Problem. Hanf alleine zeigt bei mir kaum Suchtpotential. Die Mischung aus Hanf und Tabak macht mich dagegen ganz verteufelt süchtig. Natürlich war es schön, in einer Kifferrunde gemütlich den Tag zu verrauchen. Aber hätten wir nur puren Hanf konsumiert, wäre die Runde schnell auseinandergegangen, etwas sinnvolles unternehmen. Die Zeittotschlag-Droge IST der Zigarettentabak. Die Sucht danach ist echt und verbleibt wohl ein Leben lang. Seit etwa 14 Tagen habe ich den Tabak komplett abgesetzt. Die gesunden Atemwege sind mir körperliche Überzeugung, aber die Nerven schreien nach wie vor nach schneller Befriedigung.

fertig gestopft

Das Glasmundstück ist gleichzeitig die Kräuterkammer. Da passen etwa 0,2 g rein, mir reicht weniger als die Hälfte. Puristen schwören auf das reine Glasrohr, ich finde das Pfeifenmundstück aus Plastik bequem und lecker.

Seit ich Hanf pur und elektrisch inhaliere, schwindet aber die Lust aufs Kiffen. Ein paar Krümel reichen für einen vierstündigen Trip. Am nächsten Tag bleibt eine Schlappheit, ich habe das dringende Bedürfnis, wieder komplett auszunüchtern. Erst nach drei oder mehr Tagen denke ich, man könnt‘ ja wieder. Aber nur, wenn Zeit und Ort stimmen. Der Rausch ist schön und klar, ich möchte ihn nicht an einen grauen Alltag verschwenden. Ganz ähnlich wie bei einem Pilztrip oder LSD, was man auch nicht einfach nebenbei macht. Der Dampf wirkt dabei viel angenehmer als Rauch, die Schultern bleiben entspannt, der Blick klar, ohne Scheu Fremden und Freunden in die Augen zu sehen. Das beste aber sind lebhafte und epische Träume, manchmal noch in der selben Nacht nach Konsum, fast mit Sicherheit aber in der zweiten Nacht. Diese Erfahrung widerspricht der gängigen Warnung, wonach zu viel Kiffen durch die Betäubung der REM-Phase einen erholsamen Schlaf verhindert. Ich könnte mir vorstellen, daß die vergleichsweise niedrige Temperatur im Vaporizer von 180 bis 200° C die vielen ätherischen Öle oder Terpene des Hanfs differenzierter freisetzt. Für medizinisch interessierte hier eine Sammlung von Siedepunkten verschiedener Cannabinoide.

 

Grün braun

Aus Grün wird Braun, aber immer noch wirksam. Bei derart sparsamer Effizienz wird sich der Vaporizer bald amortisiert haben.

Sollte ich rauchfrei bleiben, werde ich mich demnächst dem Verzehr der abgedampften, aber noch wirkstoffhaltigen Reste widmen. Wie hier ausführlich erklärt, ist der Hanf durch Erhitzen aktiviert und damit zum Essen bestens geeignet. Ich denke, da habe ich genügend Stoff für mehr als einen Artikel, vielleicht wird aus der drogenpolitik ja doch noch ein Food-Blog…

 

 

 

Wer Kräuter für seinen Verdampfer selbst anbauen möchte, findet kompetente Unterstützung bei GrowGuru:

growguru

Unter Dampf – Produkttest Vaporizer

Das Gerät

Pures Kraut korreliert bei der Launch Box mit puristischem Design, Wenn die Batterie seitlich an den Kontakt gedrückt wird, ist die Pfeife an.

Der Dampf

Neulich testete ich einen Vaporizer, eine rundum erfreuliche Konsumform. Ich erwäge ernsthaft, auch so ein Gerät zu kaufen. Dank mildem, wirkstoffreichem Dampf ohne schnellen Tabak-Kick verdampfte ich zügig eine mittelschwere Überdosis. Als Mische-Kiffer vergisst man leicht, daß der gemütliche Hanf gern 20 Minuten braucht, bis die ziemlich beeindruckende Wirkung einsetzt, vor allem weil eher mittelstarkes „Tagesgras“ verdampfte. Der Turn so intensiv und fröhlich wie meine erste Bong, eher stärker aber viel bewusster, tatsächlich klarer als geraucht. Auch hier ein drogeninduzierter Tunnelblick mit kribbelnden Schläfen, aber in keiner Weise beklemmend, die Tunnelröhre ist sozusagen weiß und gut ausgeleuchtet. Und das Zimmer wurde größer und kleiner, im Ansatz potenten Halluzinogenen ähnlich. Der Gastgeber meinte, beim ersten Dampferlebnis verlaufen sich manche auf dem Heimweg. Das gab mein Gras dann doch nicht her. Die Qualität des Rausches war aber durchaus vergleichbar mit Skuff oder selbstgesiebten Pollen. Der Verdampfer löst zuverlässig nur die besten Bestandteile der Pflanze. Der Konsument merkt das am harzig-fruchtigen Geschmack. Das Kondensat ist etwas unangenehm heiß im Rachen. Und auch das für pures Gras typische, aufreizend stechende Kratzen im Hals kam. Dem folgte aber kein Hustenanfall. Vollends überzeugte aber der nächste Morgen, trotz persistierendem THC im Körper fehlten alle Unannehmlichkeiten des Rauch-Exzesses: Kein brennender Hals, freie Atemwege und Nebenhöhlen, kein schweres, verquollenes Gesicht. Scheint echt gesünder zu sein als Rauchen. Aber weil die abgedampften Kräuter noch schmackhaft einen Raucher ernähren, wird das Aufhören nicht so leicht

Das Gerät

Ich probierte eine Launch Box von Magic Flight, ein handliches Gerät, kaum größer als eine Streichholzschachtel, fühlt sich an wie eine elektrische Purpfeife. Die Launch Box ist der technisch einfachste und billigste Vaporizer, dabei gleichzeitig der kleinste und diskreteste, praktisch geruchsfrei. Zum Dampfen braucht es eine Spezial-Batterie, ein Saugrohr und Kräuter. Ein Kopf, genußfertig gestopft, reicht eigentlich für einen ganzen Abend. Wenn man denn rauchen, äh, dampfen kann. Den Umgang mit der Launch Box muss man üben, so wie ein Tabakpfeifen-Raucher seinen Brand kunstvoll hütet. Die primitive Technik bietet eigentlich nur eine Heizvorrichtung. Kein Thermostat, kein Ventilator. Man muss selber mit dem Atem die Temperatur regeln. Bei zu wenig Zug verkokt das Material, bei zu viel Wind wird’s nicht warm. Das muss man erst mal üben. Dabei kann man auch auf YouTube schauen, wie Profis einem das vormachen. Beim Lernprozeß kondensiert dann notwendigerweise einiges mehr als die empfohlene Tagesdosis. Was eigentlich nur für die Launch Box spricht.

Kaufen?

Ob ich nun auch ein Launch Box brauche, will überlegt sein. Zunächst werde ich diesen Laden mal besuchen. Sie vermieten auch Geräte übers Wochenende, da möchte ich schon mal ein komfortableres Modell testen und selbstverständlich von berichten.

 

Kneipp Schaumbad ‚Glückliche Auszeit’ (Roter Mohn/Hanf) — Testbericht

Stolz präsentieren wir heute einen ersten Gastbeitrag. Mike de Francfort, Experte für Rauschpflanzen im Ruhestand, teilt hier exklusiv seine  private Leidenschaft für Wannenbäder und Schaumschlägerei mit den geneigten Lesern von MeineDrogenpolitik:

SchaumbadEin Produkt der Firma Kneipp, Preis € 3,98 (Drogerie Rossmann). Inwieweit die Firma mit dem Naturheilkundler und katholischen Pfarrer Sebastian Kneipp (1818-1871), dem Erfinder der Kneipp-Kuren, zusammenhängt, kann spontan nicht recherchiert werden. Bekannt geworden durch das Kneipp-Wassertreten und vertrauenswürdig öko-deutsch, hängt das Unternehmen eng mit der deutschen Reformbewegung zusammen – den Hippies der Jahre um 1900… ich bin gespannt. Auf dem Logo eines gern genutzten letztjährigen Produkts (‚Kuschelbad’ mit Ingwer, Kardamom, Honig) prangte noch ein Bild des Pfarrers, auf dem Logo der neuen Flasche nicht mehr. Katholisch ist out, Hanf ist in. Jedenfalls bürgt die altehrwürdige Firma für gewisse Seriosität und der Name des Produkts überrascht ebenso wie die angeblichen Inhaltsstoffe. Ist das noch ein Verkaufsschlager bei Senioren? Oder sucht die Firma nach neuen Käuferschichten? Sollte dieses Produkt den Zensoren der Bundesopiumstelle entgangen sein?

Wie ein Hanf-Mohn-Schaumbad wirken sollte:

Spät abends öffne ich die Flasche. Farbe: betäubendes Lila. Geruch/Geschmackstest: überzeugend. Neben obergärigem Aroma nach Kernseife und Waschlotionchemie wie erwartet süßlich-exotischer Geschmack, fruchtige und kräftige Abgangsnote. Noch ein kräftiger Schluck aus der Flasche, ein ordentlicher Schuss ins heiße Wasser, und ab in die Wanne.

Ich schrecke hoch. Muss wohl ne halbe Stunde eingeschlafen sein… gutes Zeichen… der Mohn! Große Schaben krabbeln träge aus dem Schaum, bunt schillernd, nicht unhübsch. Trotzdem: das muss eine verdorbene Charge sein… Insekteneier… falsch gelagert? Sollte ich mich beschweren? Die Fühler der schönen Tiere kitzeln, während sie sich langsam unter die Haut bohren.

Die Tür geht auf, zwei nackte, bronzefarbene Frauen erscheinen. Haben wir Gäste? Die hätten ja warten können, bis ich fertig mit Baden bin! Sie lachen und zischeln mir süß zu. Ich konzentriere mich, verstehe aber nichts. Sie müssen fremdländisch sprechen. Beide Frauen sind splitternackt und haben volle, schwere Ohrringe. Sie beugen sich über mich, die Ohrgehänge baumeln verlockend über mir. Sie glitzern wunderschön von Silber, Lapislazuli und Rubinen. Die vollen Lippen der einen zittern und Koseworte träufeln schwer und süß auf mich.

He, was ist das!? Zwischen den Beinen der einen Frau tritt eine grüne Katze hervor – wir hatten doch keine Katze, seit… he, der Schwanz der Katze wächst! Er ist schon über einen Meter lang, ringelt sich über die Wanne, peitscht das Wasser, immer wilder. Oh mein Gott!

Lange nach Mitternacht: Ich schrecke aus dem Wasser hoch. Schwere Zunge… Kopfschmerzen! Trotzdem: gutes Zeug, eindeutig kein Betrug. Wertung: 5 Punkte!

Test-Bad, wie es wirklich war:

17:30 Uhr: Ich öffne die 400-ml-Flasche, schönes Design, lavendelfarben mit roten Mohnblüten und grünen Hanfblättern. Das Schaumbad soll neben verschiedenen Parfümen auch Öl von Mohn der Sorte ‚Papaver orientalis’ und von (psychoaktivem) Indischem Hanf (‚Cannabis Sativa’) enthalten. Geruchstest: süß, fruchtig, leicht erdig, angenehm, aber kein Cannabis, auch kein Opium (es soll ja auch nur ‚Roter Mohn’ – gemeint ist wohl Klatschmohn – enthalten und keinen Schlafmohn). Die Empfohlenen 15-20 Minuten Badedauer sind für meinen Langbader-Geschmack eher für Kleinkinder oder Herzpatienten. Farbe: tiefes Lila, ich assoziiere gleich Ruhe und Loslassen. Ich gebe 30 Milliliter in das einlaufende, 39° heiße Wasser und steige in die Wanne.

17:35 Uhr: Ein wohlig-entspanntes Bad in angenehm heiterer Stimmung. Schaum mit festerer Basis, luftig aufquellende Spitzen vergehen bei normalen Waschbewegungen relativ schnell. Angenehmer, eher leichter Duft, allerdings weder nach herbem Harz des indischen Hanfs noch der bitteren Milch des Schlafmohns. Eher eine blumige Mischung aus Bergamotte, Geraniol und Mandarine-Orange. Nicht schlecht – trotzdem ein Punkt Abzug wegen Ent-täuschung.

18:45 Uhr: Bei einstündigem Liegen übliche Badelektüre ohne Konzentrationsstörungen. Trotz überlänger Badedauer keine psychoaktiven Veränderungen. Aber ein durchaus angenehmes Badeerlebnis aus neudeutscher Wellnessproduktion für den drogenfrei lebenden Drogenfreund. Insgesamt ein gehobenes Produkt der modernen Konsumforschung.

Wertung: 4 Punkte.

PS: Werde den Droge(!)riemarkt im Auge behalten. Gibt es bald ‚belebend-vitalisierende’ Shampoos mit ‚Essenz aus peruanischem Koka-Strauch’? Da stehe ich wieder an vorderster Testfront.
MdF