Vaporizer Arizer Air – Erfahrungsbericht elektrisch Kiffen

Der GerätAnfang des Jahres durfte ich ja einen Vaporizer testen und war ziemlich begeistert. Im Mai dann kaufte ich mir einen eigenen Verdampfer, den Arizer Air. Der Besuch im Vaporizer-Laden Verdampftnochmal verlief für alle Seiten Erfolgreich. Das Gerät genügt meinen Ansprüchen und ich gab fast doppelt so viel Geld aus, wie geplant, gut 200 Euro. Anders als der ursprünglich anvisierte Flower Mate hat der Arizer Air einen auswechselbaren, handelsüblichen Akku. Und die kompakte Form, fast wie eine E-Zigarette gefiel mir besser als der teurere MIGHTY. Bisher komme ich mit dem Gerät wunderbar aus. Unterwegs reicht ein geladener Akku für knapp drei Sitzungen, wobei eine mir schon reichlich genügt. Zu Hause könnte man ihn für Dauerbetankung an der Steckdose betreiben.

 

Ich dachte, der Vaporizer würde mein Konsumverhalten schlagartig ändern und die Nikotinsucht auf Knopfdruck vertreiben. Tatsächlich verschaffte mir das Gerät ein völlig neues Kiffer-Lebensgefühl. Aber nicht von heute auf morgen, es braucht Zeit, sich an das elektrische Kiffgerät zu gewöhnen. Mit dem rebellischen Joint hat das nichts mehr zu tun. Der Konsum geht einher mit einem eher medizinischen Gefühl und als unauffälliges Mitglied der Gemeinschaft der öffentlichen E-Zigarettenraucher komme ich mir damit ziemlich spießig vor. Und dann ist da natürlich der Preis, der überhaupt nicht zum proletarischen Hanfkraut passt. Aber es gibt ja auch Kiffer, die haufenweise Geld für eine Glasbong ausgeben.

Ich zelebrierte den Verdampfer zunächst gelegentlich. Anfangs rauchte ich nach dem Vaporisieren die abgedampften Grasreste wie gewohnt in der Tabakmische weg. Das Ergebnis war eine opiatartige Betäubung, die noch am nächsten Tag anhielt. Aus Gewohnheit verfiel ich schnell wieder dem für mich einfacheren Mischerauchen. Wenn Arbeit zu tun war, dann eben notgedrungen nur Tabak, das Grundnahrungsmittel der schreibenden Zunft. Die elektrische Pfeife dampfte nur zu besonderen Anlässen.

Erst vor vier Wochen konnte ich mich durchringen, Hanf und Tabak streng getrennt zu konsumieren. Anlass war der Austausch mit gleichgesinnten in Internetforen. So bestätigte ich einen Grundsatz der Suchtmedizin: Drüber reden hilft. Und ich erkannte den Tabak als das Problem. Hanf alleine zeigt bei mir kaum Suchtpotential. Die Mischung aus Hanf und Tabak macht mich dagegen ganz verteufelt süchtig. Natürlich war es schön, in einer Kifferrunde gemütlich den Tag zu verrauchen. Aber hätten wir nur puren Hanf konsumiert, wäre die Runde schnell auseinandergegangen, etwas sinnvolles unternehmen. Die Zeittotschlag-Droge IST der Zigarettentabak. Die Sucht danach ist echt und verbleibt wohl ein Leben lang. Seit etwa 14 Tagen habe ich den Tabak komplett abgesetzt. Die gesunden Atemwege sind mir körperliche Überzeugung, aber die Nerven schreien nach wie vor nach schneller Befriedigung.

fertig gestopft

Das Glasmundstück ist gleichzeitig die Kräuterkammer. Da passen etwa 0,2 g rein, mir reicht weniger als die Hälfte. Puristen schwören auf das reine Glasrohr, ich finde das Pfeifenmundstück aus Plastik bequem und lecker.

Seit ich Hanf pur und elektrisch inhaliere, schwindet aber die Lust aufs Kiffen. Ein paar Krümel reichen für einen vierstündigen Trip. Am nächsten Tag bleibt eine Schlappheit, ich habe das dringende Bedürfnis, wieder komplett auszunüchtern. Erst nach drei oder mehr Tagen denke ich, man könnt‘ ja wieder. Aber nur, wenn Zeit und Ort stimmen. Der Rausch ist schön und klar, ich möchte ihn nicht an einen grauen Alltag verschwenden. Ganz ähnlich wie bei einem Pilztrip oder LSD, was man auch nicht einfach nebenbei macht. Der Dampf wirkt dabei viel angenehmer als Rauch, die Schultern bleiben entspannt, der Blick klar, ohne Scheu Fremden und Freunden in die Augen zu sehen. Das beste aber sind lebhafte und epische Träume, manchmal noch in der selben Nacht nach Konsum, fast mit Sicherheit aber in der zweiten Nacht. Diese Erfahrung widerspricht der gängigen Warnung, wonach zu viel Kiffen durch die Betäubung der REM-Phase einen erholsamen Schlaf verhindert. Ich könnte mir vorstellen, daß die vergleichsweise niedrige Temperatur im Vaporizer von 180 bis 200° C die vielen ätherischen Öle oder Terpene des Hanfs differenzierter freisetzt. Für medizinisch interessierte hier eine Sammlung von Siedepunkten verschiedener Cannabinoide.

 

Grün braun

Aus Grün wird Braun, aber immer noch wirksam. Bei derart sparsamer Effizienz wird sich der Vaporizer bald amortisiert haben.

Sollte ich rauchfrei bleiben, werde ich mich demnächst dem Verzehr der abgedampften, aber noch wirkstoffhaltigen Reste widmen. Wie hier ausführlich erklärt, ist der Hanf durch Erhitzen aktiviert und damit zum Essen bestens geeignet. Ich denke, da habe ich genügend Stoff für mehr als einen Artikel, vielleicht wird aus der drogenpolitik ja doch noch ein Food-Blog…

 

 

 

Wer Kräuter für seinen Verdampfer selbst anbauen möchte, findet kompetente Unterstützung bei GrowGuru:

growguru

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Unter Dampf – Produkttest Vaporizer

Das Gerät

Pures Kraut korreliert bei der Launch Box mit puristischem Design, Wenn die Batterie seitlich an den Kontakt gedrückt wird, ist die Pfeife an.

Der Dampf

Neulich testete ich einen Vaporizer, eine rundum erfreuliche Konsumform. Ich erwäge ernsthaft, auch so ein Gerät zu kaufen. Dank mildem, wirkstoffreichem Dampf ohne schnellen Tabak-Kick verdampfte ich zügig eine mittelschwere Überdosis. Als Mische-Kiffer vergisst man leicht, daß der gemütliche Hanf gern 20 Minuten braucht, bis die ziemlich beeindruckende Wirkung einsetzt, vor allem weil eher mittelstarkes „Tagesgras“ verdampfte. Der Turn so intensiv und fröhlich wie meine erste Bong, eher stärker aber viel bewusster, tatsächlich klarer als geraucht. Auch hier ein drogeninduzierter Tunnelblick mit kribbelnden Schläfen, aber in keiner Weise beklemmend, die Tunnelröhre ist sozusagen weiß und gut ausgeleuchtet. Und das Zimmer wurde größer und kleiner, im Ansatz potenten Halluzinogenen ähnlich. Der Gastgeber meinte, beim ersten Dampferlebnis verlaufen sich manche auf dem Heimweg. Das gab mein Gras dann doch nicht her. Die Qualität des Rausches war aber durchaus vergleichbar mit Skuff oder selbstgesiebten Pollen. Der Verdampfer löst zuverlässig nur die besten Bestandteile der Pflanze. Der Konsument merkt das am harzig-fruchtigen Geschmack. Das Kondensat ist etwas unangenehm heiß im Rachen. Und auch das für pures Gras typische, aufreizend stechende Kratzen im Hals kam. Dem folgte aber kein Hustenanfall. Vollends überzeugte aber der nächste Morgen, trotz persistierendem THC im Körper fehlten alle Unannehmlichkeiten des Rauch-Exzesses: Kein brennender Hals, freie Atemwege und Nebenhöhlen, kein schweres, verquollenes Gesicht. Scheint echt gesünder zu sein als Rauchen. Aber weil die abgedampften Kräuter noch schmackhaft einen Raucher ernähren, wird das Aufhören nicht so leicht

Das Gerät

Ich probierte eine Launch Box von Magic Flight, ein handliches Gerät, kaum größer als eine Streichholzschachtel, fühlt sich an wie eine elektrische Purpfeife. Die Launch Box ist der technisch einfachste und billigste Vaporizer, dabei gleichzeitig der kleinste und diskreteste, praktisch geruchsfrei. Zum Dampfen braucht es eine Spezial-Batterie, ein Saugrohr und Kräuter. Ein Kopf, genußfertig gestopft, reicht eigentlich für einen ganzen Abend. Wenn man denn rauchen, äh, dampfen kann. Den Umgang mit der Launch Box muss man üben, so wie ein Tabakpfeifen-Raucher seinen Brand kunstvoll hütet. Die primitive Technik bietet eigentlich nur eine Heizvorrichtung. Kein Thermostat, kein Ventilator. Man muss selber mit dem Atem die Temperatur regeln. Bei zu wenig Zug verkokt das Material, bei zu viel Wind wird’s nicht warm. Das muss man erst mal üben. Dabei kann man auch auf YouTube schauen, wie Profis einem das vormachen. Beim Lernprozeß kondensiert dann notwendigerweise einiges mehr als die empfohlene Tagesdosis. Was eigentlich nur für die Launch Box spricht.

Kaufen?

Ob ich nun auch ein Launch Box brauche, will überlegt sein. Zunächst werde ich diesen Laden mal besuchen. Sie vermieten auch Geräte übers Wochenende, da möchte ich schon mal ein komfortableres Modell testen und selbstverständlich von berichten.

 

Kneipp Schaumbad ‚Glückliche Auszeit’ (Roter Mohn/Hanf) — Testbericht

Stolz präsentieren wir heute einen ersten Gastbeitrag. Mike de Francfort, Experte für Rauschpflanzen im Ruhestand, teilt hier exklusiv seine  private Leidenschaft für Wannenbäder und Schaumschlägerei mit den geneigten Lesern von MeineDrogenpolitik:

SchaumbadEin Produkt der Firma Kneipp, Preis € 3,98 (Drogerie Rossmann). Inwieweit die Firma mit dem Naturheilkundler und katholischen Pfarrer Sebastian Kneipp (1818-1871), dem Erfinder der Kneipp-Kuren, zusammenhängt, kann spontan nicht recherchiert werden. Bekannt geworden durch das Kneipp-Wassertreten und vertrauenswürdig öko-deutsch, hängt das Unternehmen eng mit der deutschen Reformbewegung zusammen – den Hippies der Jahre um 1900… ich bin gespannt. Auf dem Logo eines gern genutzten letztjährigen Produkts (‚Kuschelbad’ mit Ingwer, Kardamom, Honig) prangte noch ein Bild des Pfarrers, auf dem Logo der neuen Flasche nicht mehr. Katholisch ist out, Hanf ist in. Jedenfalls bürgt die altehrwürdige Firma für gewisse Seriosität und der Name des Produkts überrascht ebenso wie die angeblichen Inhaltsstoffe. Ist das noch ein Verkaufsschlager bei Senioren? Oder sucht die Firma nach neuen Käuferschichten? Sollte dieses Produkt den Zensoren der Bundesopiumstelle entgangen sein?

Wie ein Hanf-Mohn-Schaumbad wirken sollte:

Spät abends öffne ich die Flasche. Farbe: betäubendes Lila. Geruch/Geschmackstest: überzeugend. Neben obergärigem Aroma nach Kernseife und Waschlotionchemie wie erwartet süßlich-exotischer Geschmack, fruchtige und kräftige Abgangsnote. Noch ein kräftiger Schluck aus der Flasche, ein ordentlicher Schuss ins heiße Wasser, und ab in die Wanne.

Ich schrecke hoch. Muss wohl ne halbe Stunde eingeschlafen sein… gutes Zeichen… der Mohn! Große Schaben krabbeln träge aus dem Schaum, bunt schillernd, nicht unhübsch. Trotzdem: das muss eine verdorbene Charge sein… Insekteneier… falsch gelagert? Sollte ich mich beschweren? Die Fühler der schönen Tiere kitzeln, während sie sich langsam unter die Haut bohren.

Die Tür geht auf, zwei nackte, bronzefarbene Frauen erscheinen. Haben wir Gäste? Die hätten ja warten können, bis ich fertig mit Baden bin! Sie lachen und zischeln mir süß zu. Ich konzentriere mich, verstehe aber nichts. Sie müssen fremdländisch sprechen. Beide Frauen sind splitternackt und haben volle, schwere Ohrringe. Sie beugen sich über mich, die Ohrgehänge baumeln verlockend über mir. Sie glitzern wunderschön von Silber, Lapislazuli und Rubinen. Die vollen Lippen der einen zittern und Koseworte träufeln schwer und süß auf mich.

He, was ist das!? Zwischen den Beinen der einen Frau tritt eine grüne Katze hervor – wir hatten doch keine Katze, seit… he, der Schwanz der Katze wächst! Er ist schon über einen Meter lang, ringelt sich über die Wanne, peitscht das Wasser, immer wilder. Oh mein Gott!

Lange nach Mitternacht: Ich schrecke aus dem Wasser hoch. Schwere Zunge… Kopfschmerzen! Trotzdem: gutes Zeug, eindeutig kein Betrug. Wertung: 5 Punkte!

Test-Bad, wie es wirklich war:

17:30 Uhr: Ich öffne die 400-ml-Flasche, schönes Design, lavendelfarben mit roten Mohnblüten und grünen Hanfblättern. Das Schaumbad soll neben verschiedenen Parfümen auch Öl von Mohn der Sorte ‚Papaver orientalis’ und von (psychoaktivem) Indischem Hanf (‚Cannabis Sativa’) enthalten. Geruchstest: süß, fruchtig, leicht erdig, angenehm, aber kein Cannabis, auch kein Opium (es soll ja auch nur ‚Roter Mohn’ – gemeint ist wohl Klatschmohn – enthalten und keinen Schlafmohn). Die Empfohlenen 15-20 Minuten Badedauer sind für meinen Langbader-Geschmack eher für Kleinkinder oder Herzpatienten. Farbe: tiefes Lila, ich assoziiere gleich Ruhe und Loslassen. Ich gebe 30 Milliliter in das einlaufende, 39° heiße Wasser und steige in die Wanne.

17:35 Uhr: Ein wohlig-entspanntes Bad in angenehm heiterer Stimmung. Schaum mit festerer Basis, luftig aufquellende Spitzen vergehen bei normalen Waschbewegungen relativ schnell. Angenehmer, eher leichter Duft, allerdings weder nach herbem Harz des indischen Hanfs noch der bitteren Milch des Schlafmohns. Eher eine blumige Mischung aus Bergamotte, Geraniol und Mandarine-Orange. Nicht schlecht – trotzdem ein Punkt Abzug wegen Ent-täuschung.

18:45 Uhr: Bei einstündigem Liegen übliche Badelektüre ohne Konzentrationsstörungen. Trotz überlänger Badedauer keine psychoaktiven Veränderungen. Aber ein durchaus angenehmes Badeerlebnis aus neudeutscher Wellnessproduktion für den drogenfrei lebenden Drogenfreund. Insgesamt ein gehobenes Produkt der modernen Konsumforschung.

Wertung: 4 Punkte.

PS: Werde den Droge(!)riemarkt im Auge behalten. Gibt es bald ‚belebend-vitalisierende’ Shampoos mit ‚Essenz aus peruanischem Koka-Strauch’? Da stehe ich wieder an vorderster Testfront.
MdF