Quartett zum Ende der Zeit – Bekiffte Rezension

Als streng getrennt gelten die Sphären von Pop und Kultur, von ernster und unterhaltender Musik. Während beim seichten, unterhaltenden Genre Drogen präsent, mitunter sogar obligatorisch öffentlich erscheinen, assoziiert man mit der Hochkultur eher ein Glas Sekt in der Pause und den Rest nimmt jeder für sich und redet nicht darüber. Deshalb möchte ich heute allen Lesern empfehlen, doch mal tüchtig berauscht klassische Konzerte zu besuchen. Das macht großen Spaß und steigert den Kunstgenuss.

Unversehens nämlich bekam ich jüngst eine Abo-Karte für ein Konzert geschenkt. Da stand nicht, wer und wie viele was für Stücke spielen. Deshalb hab ich auch gar nicht weiter nachgeforscht und mich stattdessen sorgfältig mit Hanftinktur vorgebreitet. Ort und Zeit waren etwas ungewöhnlich, ein Notturno, ein nächtliches Kammerkonzert also um 22 Uhr im Neuen Museum im Treppenhaus.

Das Neue Museum ist nun wahrlich ein Tempel der bürgerlichen Bildung, mit vielen Säulen, in riesenhaften, wilhelminischen Großreichsdimensionen gebaut. Genügend Luft zum Atmen ist da, trotzdem fühlt man sich etwas erschlagen. Erhebend aber empfand ich das übrige Publikum. Ich fühlte mich wieder jung, denn auch wenn ich zu mehr als einem Drittel ergraut bin, alle anderen waren noch viel grauer.

Da ich mich auch am Ort des Geschehens natürlich nicht um ein Programm bemüht habe, überraschte mich dann, völlig unbekannterweise, das Quartett zum Ende der Zeit von Olivier Messiaen. Bisher hatte ich mich noch nie ernsthaft mit Komponisten des 20. Jahrhunderts auseinandergesetzt. Gut, Strawinsky kam vor, ein Blaubart von Bartok hat mich mal nachhaltig verstört und von Schönberg wurde abgeraten. Jetzt also Zeitenende mit einer warmen Klarinette.

Der Anfang wirkte etwas autistisch

Die einzelnen Instrumente sprachen in das zyklopenhafte Treppenhaus, jeder monologisierte vor sich hin, antwortete nicht und erwartete keine Antwort. Zusammen mit dem unbequemen Stuhl überkamen mich doch ein wenig Weglauftendenzen. Aber ich war zu bekifft, um im erleuchteten Gebäude an den Leuten vorbei zum Ausgang zu laufen.

Als die Musiker dann zusammenfanden, wurde es schöner. Ich fand es immer noch seltsam, aber schön seltsam. So, wie wenn man auf langer Autobahnfahrt das Radio an hat und sich nach einer Weile denkt, was ist das denn bitte schön, aber nicht abschaltet, weil man doch wissen will, wie es abmoderiert wird. Und genau in der Situation saß ich da ja. Schließlich klang es tatsächlich so, wie die schrägen Gedanken, die im Geist herum wabern, wenn man dabei ist, berauscht einzuschlafen. In der letzten Viertelstunde plagte mich dann auch die Sorge, schlafend vom Stuhl zu fallen. Die Musik fand ich also gut. Ich hätte nur lieber einen Liegestuhl gehabt. Den gibt es in Berlin aber leider nur bei Musik mit Schlagzeug. Und in ernsthafter Musik hat halt kein Schlagzeug vorzukommen. Das finde ich etwas schade, denn mit Rhythmus wäre es sehr viel angenehmer, weil strukturierter. Denn es sind schon sehr schöne Töne, aber mitunter etwas zusammenhanglos. Eine swingende High Hat hätte dem gut getan. Dann würde das Stück aber nicht mehr ernst genommen werden. Man kann nicht alles haben.

Die Apokalypse des Johannes nun habe ich beim zuhören nicht erkannt. Gut, am Ende hämmerte das Klavier eine Schicksalsglocke. Aber die Posaunen und ein Teufelstier mit einer Zahl und unangenehme Reiter fehlten irgendwie. Das Ende der Zeit bei Messiaen klingt eher wie das Ende der Zivilisation in einem ökologisch angehauchten Katastrophenfilm, ein Spaziergang durch einen Dschungel, der Ruinen überwachsen hat.

Die Musiker nun waren weltniveau. Nicht allein, wegen der anmutigen Erscheinung der Cellistin. Auch die Töne klangen alle so, als wären sie genau so gewollt und ferner, als wüssten die Musiker auch noch genau, was sie eigentlich wollten.

Die Novembernacht draußen auf der Museumsinsel machte mich wieder wach und die zuverlässige S-Bahn ließ mich mit angenehm erweitertem Horizont nach Hause schweben. Messiaen kann man mal machen.

Cello

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Freies Kiffen im Social Club und Verbotspolitik

Kraut

Lieber das Kraut im Glas, als die Plantage auf dem Dachboden.

Über Drogen redet man nicht, man nimmt sie.

Jeder so, wie es gut oder auch besser bekommt. Nur pubertierende betrinken sich vorsätzlich, erwachsene trinken eben miteinander. Und alles andere konsumiert man für sich und ist dann anschließend gemeinsam berauscht. Der Rausch dient letztlich dazu, die Gesellschaft der anderen besser zu ertragen, da hatte Sartre schon ganz recht mit den verdammten anderen. Die Betäubung ist jedenfalls völlig normal und absolut akzeptiert. Bei uns kann schließlich jeder so viele Drogen nehmen, wie er will. Man darf nur nicht darüber reden und wenn man vor die Tür geht, muss man seinen Rausch so unter Kontrolle haben, dass man die Nachbarn nicht verstört und nicht die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zieht. Eigentlich ganz einfach. Systematisch benachteiligt sind bei dieser bestehenden Regelung natürlich solche Menschen, die sich wegen ihres sozialen Status im Fokus der Polizei befinden. Wer zum Beispiel keinen Neuwagen fährt oder jugendlich ist oder eine nicht standesgemäße Individualität an den Tag legt. Denn die Polizei ist ja dafür da, arme Leute im Allgemeinen und die unangepassten Armen im Besonderen zu drangsalieren. Das ist nicht gerecht und auch nicht besonders schön. Aber besser die Polizei rufen, als sich selber immer mit unbotmäßigen anderen auseinanderzusetzen.

Wozu zahlt der brave Bürger schließlich Steuern?

In letzter Zeit werden die Stimmen bei uns zwar lauter, dass die behördliche Kifferjagd keine besonders sinnvolle Verwendung dieser wertvollen Steuergelder sei. Aber ich glaube, mit der Legalisierung dauert es noch eine Weile. Normalerweise imitiert eine deutsche Regierung amerikanische Sitten mit einem Abstand von 10 bis 15 Jahren. Außerdem sind unsere Gesetze hartnäckige Überlebenskünstler und unsere Kultur definiert sich ganz besonders über Verbote. Rechtsstaat bedeutet schließlich, daß die Polizei ein paar handfeste, ordnungspolitische Vorschriften braucht, wenn sie Jugendliche und/oder arme Menschen grundlos kontrollieren will. Und da eignen sich Drogenverbote eben ganz besonders gut. Man schüchtert einen Verdächtigen einfach so lange ein, bis er nervös wird, was wiederum einen Drogenschnelltest rechtfertigt.

Ganz anders sieht das aus in Ländern, in denen die Polizei noch über natürliche Autorität verfügt. Aus Spanien etwa hört man üble Gerüchte über die verschiedenen Polizeieinheiten. Der Tenor lautet, man soll mit denen besser keinen Streit anfangen, denn sie brauchen keine Gründe, um den zu gewinnen. Genau weiß ich das nicht, ich hab es noch nicht ausprobiert. Die Polizisten sehen nämlich sehr unangenehm aus und tragen oft automatische Waffen aus deutscher Produktion. Aber einen echten Faschisten haben wir schon getroffen. Ein sehr netter, alter Herr, der unserer Tochter Spielzeug schenkte, über seinen deutschen Nachnamen eine Verbindung zu uns herstellte und uns stolz das Franco-Portrait in seiner Brieftasche zeigte. Ganz herzallerliebst. In einem Land mit derart selbstbewusster Obrigkeit und stabilen, alten Werten braucht man den Alltag der Bürger scheinbar nicht strikt zu regulieren.

Denn in Sachen Hanf fährt Spanien seit gut 20 Jahren eine fast schon liberale Politik. Eigentlich ist es gar keine Politik. Denn was nicht explizit verboten ist, das kann man erst mal einfach machen. Und verboten ist beim Hanf nur Handel, nicht aber Besitz oder Konsum oder Anbau. Das führte landesweit zur Gründung sogenannter Social Clubs. Dazu schließen sich mehrere Bürger zusammen, richten gemeinsam eine Plantage ein und verteilen die Ernte untereinander. Da wird nirgendwo nichts gehandelt, also ist erst mal nichts davon strafbar. Sie dürfen auch nicht an Touristen verkaufen. Zumindest nicht an solche, die sie nicht kennen. Unbekannte verirren sich aber auch niemals nicht in so einen Club, denn das sind ja Privatveranstaltungen ohne Firmenschild. Und überhaupt wird ja auch nie nichts verkauft. Wo nichts verkauft wird, können nun auch keine Steuern abgeschöpft werden. Das wäre in der Tat ein Problem, denn in modernen Gesellschaften darf ja keine Ware bewegt werden, ohne das der Staat davon etwas abbekommt. Das regelt in spanischen Social Clubs aber die Polizei völlig selbständig ohne umständliche Dienstvorschrift. Ab und an nämlich fällt wohl tatsächlich ein Überfallkommando der Guardia Civil ein, beschlagnahmt Gras und das Geld, welches dort nicht existieren darf und nimmt erstmal alle in Gewahrsam. Wie sich das eben gehört, wenn die Polizei eine Haschbude stürmt. Es folgen aber in der Regel keine Anklagen oder gar Strafen.

Denn es wurden ja nicht keine Straftaten begangen.

Social Clubs werden übrigens von ENCOD, einer europäischen Vereinigung von NGOs, als das ideale Modell angepriesen, um den Drogenkrieg gegen Cannabis zu beenden, ohne daß Regierungen ihr Gesicht verlieren oder gegen internationale Konventionen gegen Handel mit Betäubungsmitteln verstoßen müssten. Ich würde das sehr begrüßen, denn ich finde es äußerst sympathisch. Tatsächlich bin ich gegen eine Freigabe für Handel und industrielle Produktion, denn ich halte Hanf für ein überschätztes, heimisches Unkraut, welches genauso wenig irgendeiner Regulierung bedarf wie Brennessel oder eine einzelne Tomatenpflanze auf dem Balkon. Momentan scheint aber eine Lösung, welche bevorzugt liberalen Eigenanbau beinhaltet, die Horrorvorstellung der Regierung und auch vieler Legalisierungsbefürworter zu sein. Argumentiert wird mit dem Konsumentenschutz und der Produktsicherheit, welche angeblich nur unter industriellen Bedingungen gewährleistet ist. Angestrebt werden wahrscheinlich hohe Standards, welche von einer Industrie selbst bestimmt werden, ähnlich wie in der Nahrungsmittelproduktion. Dahinter stehen dann die Sorgen um Profit und Steuereinnahmen. Denn bei etlichen Millionen regelmäßiger Kiffer verspricht ein regulierter Handel  recht erträglich zu werden. Vor allem, wenn die Mehrheit der Bevölkerung gerne glaubt, heimische Pflanzen würden in Gewächshäusern unter Kunstlicht und professioneller Aufsicht wesentlich besser wachsen, als mit Sonne, Wind und Regen. Da wachsen keine Pflanzen, sondern es werden unter kontrollierten Bedingungen landwirtschaftliche Produkte erzeugt. Schließlich ist draußen sowieso immer das Wetter so schlecht.

Kräuterpapst

Seine Heiligkeit wacht über das Treiben. Aber niemand hat die Absicht, lange zu verweilen und soziales Miteinander zu pflegen. Dafür ist der Club viel zu sauber und aufgeräumt.

Wer seinen eigenen Social Club gründen möchte, findet bei unserem Werbepartner GrowGuru die nötige Ausrüstung:growguru

Brewbaker Indigo Pale Ale

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Schon wieder wird heute ein Brewbaker-Bier besprochen und die Drogenpolitik kriegt immer noch nichts von denen umsonst. Aber keine Sorge, jetzt ist es langsam gut mit Craft-Beer. Denn das Indigo eignet sich sehr gut, um zu erklären, warum ich die Einzelbesprechungen von Bieren hier nun aufgebe. Ich hatte eine Weile Spaß daran, das immer reichhaltiger werdende Angebot an Craft Beer durchzuprobieren. Das war auch ganz interessant, bis ich feststellte, die kaltgehopften Biere schmecken am besten frisch vom Fass oder direkt aus der Brauerei. Es lohnt sich einfach nicht, hopfenbetonte, also nach dem Brauen mit Hopfen aromatisierten Biere, ungekühlt aus Regalen zu kaufen. Klar, das Stöbern in Bierläden bereichert den Geschmackssinn, nicht alles ist schlecht da draußen. Aber das bessere ist des guten Feind und für Bier gilt mir nun ähnliches wie bei Sport- und Fitnessangeboten: Das Beste ist das, was fünf Minuten von der Haustür entfernt ist, so dass man gerne hingeht.

Das Indigo Pale Ale kam mir etwas seltsam vor, als ich es in meinem Bierladen entdeckte. Da war überhaupt kein Brewbaker-Logo drauf, nur eine Webadresse, die zu einer professionellen, aber etwas mystischen Marketing-Seite führte. Schmecken tat das Bier aber zunächst überhaupt nicht spektakulär. Ich probierte es zweimal aus dem Laden und es war beide Male irgendwie unbefriedigend. Einmal eisenbitter, eher wie ein Allerweltspils und dafür doppel so teuer. Ein bißchen mehr Charakter zeigte noch eine Flasche mit lange abgelaufenem Haltbarkeitsdatum, hier schmeckte zumindest ein sattes Malzbett durch. Aber irgendwie auch nicht überwältigend. Das fand ich nun etwas seltsam, weil ich von den anderen Bieren meines Moabiter Lieblingsbrauers irgendwie besseres gewohnt war.

Beim Verkauf in der Brauerei fragte ich auch noch mal nach. Brewbaker hatte das Indigo tatsächlich zusammen mit einer Werbeagentur erfunden. Eigentlich nur für eine einmalige Aktion, ein unaufdringliches Pale Ale, das man auch nebenbei aus der Flasche trinken kann. Eine alltägliche Besonderheit sozusagen. Auch nach der Marketing-Aktion blieb genug Nachfrage, daß es ins normale Programm aufgenommen wurde. Ich gab dem Indigo noch eine Chance und frisch aus dem Kühlraum schmeckte es tatsächlich göttlich, ein perfekt ausgewogenes, harmonisches Ale mit genau dem richtigen Hauch Hopfenaroma darüber. Klar, Brewbaker ist eher sparsam mit dem Kalthopfen, der Geschmack verschwindet, wenn das Bier zu lange steht. Aber frisch ist es ganz einmalig. Im weiteren schweige ich lieber, denn ich muss hier zugeben, dass ich bei den anderen Verkostungen hier im Blog wahrscheinlich gelogen habe. Denn aus dem Brauerei-Kühlraum schmecken auch die anderen Biere alle so herzerfrischend, dass man sie eigentlich nur trinken soll und kein weiteres Wort darüber verlieren darf. Da gäbe es keine spezielle Empfehlung, da muss einfach jeder seine nächste Brauerei suchen. Und von der netten Kneipe im Viertel, die ständig wechselnde Berliner Brauerzeugnisse frisch am Hahn hat, erzähl ich gar nichts, denn ich will, dass die ein gemütliches Nachbarschaftslokal bleibt. Prost.

Gutes Abitur mit Drogen

Hausmusik bildet

Kulturelles Engagement ist extrem förderlich für einen guten Schulabschluss. Ermuntern Sie Ihr Kind, ein Instrument zu lernen.

Im folgenden lesen Sie wertvolle Tipps vom Lehrerkind für einen sehr guten Schulabschluß bei maximaler emotionaler und sozialer Inkompetenz.

Für die Schule und nicht für das Leben täuschen wir Leistung vor!

Sei freundlich und sanft, wie der Schäfer, der seine Herde zum Schlachter führt. Auch und grade zu den Strebern und Mühsalbeladenen. So halten Dich alle für eine integere Persönlichkeit.

Wenn Du den Ruf einer Integeren Persönlichkeit hast:
Laß die Lehrer glauben, sie hätten diese mitgeformt. Das macht sie Stolz und stolze Lehrer sind leicht zu manipulieren.

Laß jeden abschreiben, egal ob Hausaufgaben, oder Klausur. Aber befreunde dich mit niemandem.

Sei gebildet, wie der KZ-Arzt, der nach anstrengenden Menschenversuchen zur Entspannung Beethoven spielt oder Goethe liest. Bildung und Coolness beeindrucken Lehrer, denn Lehrer sind bildungsbegeistert und empfindsam.

Lerne ein klassisches Instrument oder sei gut in einer Sportart. dann wirst Du in der Schule Privilegien genießen.

Brich deinen Lehrern das Herz, in dem Du kluge Fragen stellst. Ein Lehrer liebt die Klugheit und fürchtet das enge Korsett des 45-Minuten-Taktes. Der Störer stört nur das Konzept, rührt an den Ängsten des Lehrers, sein Plansoll nicht zu schaffen und ärgert ihn. Wer interessante Fragen stellt, die ein Lehrer in der Schulstunde nie erörtern kann, obwohl er es möchte, erinnert ihn Schmerzhaft an die Fesseln des Zeitplans und bricht ihm so das Herz.

Wenn Du etwas sagst:

Sei großkotzig und selbstbewußt.

Dann wirst Du für eine starke Persönlichkeit gehalten. Du bekommst dann in der Regel eine bessere Note, als jemand der mehr arbeitet und mehr weiß, als du, aber das nicht selbstbewußt ausdrücken kann.

Sei vorbereitet. Dazu muß man so bis Klasse 9 oder 10 die meisten Hausaufgaben wirklich machen. Geht nicht anders. Wenn Du die Hausaufgaben von der ersten Klasse an zuverlässig machst, gewöhnst Du Dich daran und sie gehen schnell und leicht von der Hand. Du wirst aber später im Leben nur noch Aufgaben nach Schema F lösen können, bei allem anderen wirst Du kläglich versagen.
In der Oberstufe reicht es oft, sich vorher ein wenig einzulesen. Wenn dann die Dummen und Störer in den ersten 20 Minuten rituell gequält werden, kann man sich während der Folter die Aufgabe erschließen und dann mit einer routinierten Meldung glänzen, ist Held des Lehrers und Retter der Gequälten.

Sei anwesend.

Zumindest körperlich. Fehlende Schüler und Zuspätkommer verursachen Bürokratischen Aufwand, Lehrer hassen das. Außerdem beneiden sie alle, die dem Unterricht fernbleiben können. Neid und Haß des Lehrers wirken sich negativ auf Deine Note aus.

Falls Dir die Anwesenheit schwer fällt: Konsumiere vor dem Unterricht Cannabis. Tue das allein und verabrede Dich nicht während der Schulzeit mit anderen zum Kiffen. Mach auf JEDEN FALL die Hausaufgaben, bekifft solltest Du Deine Vorbereitung schriftlich parat haben.

Setz Dich neben einen Störer oder Klassenrowdy. Durch den direkten Kontrast wirkst Du kompetenter. Außerdem verhindert der persönliche Kontakt zu Störern zuverlässig, daß Du wegen Deiner guten Noten zum Mobbing-Opfer wirst. Auch kann man sich gute Quellen für Cannabis-Produkte erschließen.

Bescheiß nicht bei Drogengeschäften.

Never fuck the factory:

Suche Deine Geschlechtspartner niemals an der eigenen Schule.

Schaue abgedrehte Filme in der Originalsprache.

Wer diese Tipps nicht befolgen kann, für den wird die Schulzeit Qual und Demütigung. Allerdings wäre man so bestens auf das Arbeitsleben vorbereitet und wird eine solide bis glänzende Karriere hinlegen.

Solltest Du diese Tipps befolgen können, bist Du wahrscheinlich ein Lehrerkind. Dann machst Du ein glänzendes Abitur, einen mittelmäßigen Studienabschluß und wirst in der Arbeitswelt untergehen. Du wirst mit Deinen Untergebenen Deine Zeit vertrödeln und Deine Vorgesetzten ängstigen, weil sie Dich um Deine Souveränität beneiden.

Notenpulte

Der Bildungsbürger hat es gern, wenn die Kultur zum Weglaufen sterbenslangweilig daherkommt. Gegen Weglauftendenzen und Depressionen helfen zuverlässig Drogen.

Falls Sie nicht wissen, wo Sie die geeigneten Drogen herbekommen sollten, um die Schullaufbahn Ihres Kindes zu fördern, können Sie Diese bequem zu Hause anbauen. Geeignete Ausrüstung dafür liefert zuverlässig GrowGuru, der offizielle Werbepartner der Drogenpolitik!
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Tischvaporizer – eine Plastiktüte voll Glück

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Es ist mal wieder höchste Zeit für einen Artikel. Denn wir waren eine Woche im Urlaub, da hatten wir keine Lust zu schreiben. Aber wir kamen dort in den Genuss, einen richtigen Vaporizer auszuprobieren. Und zwar den Vapir Digital Air One. Das ist jetzt keine Kaufempfehlung, denn soweit ich meinen Mausfinger müde recherchiert habe, wird das Gerät nicht mehr hergestellt. Auch weiß ich nicht, wie man es bedient, denn ich hatte es gar nicht selber in der Hand.

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Der Digital Air One wurde wohl als tragbares Gerät beworben. da er aber eine Steckdose benötigt und ausschließlich zum Befüllen von Plastikbeuteln gebaut ist, nenne ich ihn Tischvaporizer. Das ist aber letztlich völlig gleichgültig, da das Gerät nicht mehr gebaut wird. 

Es handelte sich um einen leistungsstarken Konvektionsvaporizer, welcher eine ordentliche Menge Kräuter in einem Zug von all ihren Wirkstoffen befreit.  Der Vaporizer ist eigentlich ein fein einstellbarer Heißluftfön mit einem Kräuterfach im Luftstrom. Der pumpt den gesamten Dampf einer Kräuterladung auf einmal in eine Plastiktüte. Oder mehrere, aus einem halben Gramm lassen sich gern 4 bis 5 Tüten befüllen. Diese bekommt man vom Gastgeber gereicht. Ein paar vorsichtige Züge des dichten Dampfes reichen. Aber wenn niemand sonst da ist, muss man unter Hustenanfällen eben die gesamte Tüte leer ziehen.

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Kein Bocksbeutel und kein Gesang, anschwellen tut die Tüte trotzdem ziemlich zügig.

Der Unterschied zu einem Handvaporizer ist schon enorm. Ein Handgerät ähnelt eher einem gemütlichen Joint, mehr oder weniger fest gedreht mit relativ hohem Ziehwiderstand. Eine Plastiktüte voller Dampf ist dagegen wie eine Bong mit offenem Kickloch. Hier gibt es keinen Ziehwiderstand und dafür viel puren Wirkstoff. Der Hustenreiz ist also nicht zwingend, sondern der puren Unkenntnis geschuldet. Wenn man sich mal dran gewöhnt hat, kommt man mit der richtigen Technik relativ unbeschadet zum Zuge. Es bleiben jedenfalls keine Zweifel an Wirkung oder Dampfentwicklung. Mit industrieller Gründlichkeit werden hier die Wirkstoffe extrahiert. Und wenn man mal ne Tüte Dampf vor der Nasse hat, darf man das gute Zeug nicht verkommen lassen. Denn ich vermute, nach einiger Zeit werden die dampfförmigen Substanzen den Gesetzen der Physik folgen, erkalten und sich als zähflüssiges Kondensat an der Tüte absetzen. Und das will ja keiner.

Die Wirkung ist wunschgemäß überwältigend, dabei aber schön klar und heiter. Lust auf Kommunikation hatte ich zwar keine mehr, aber auch keine unangenehmen Gedanken oder Beklemmungen. Das kann ich jetzt aber nicht allein auf die Konsumform zurückführen. Denn in einem Land, wo es noch im Oktober eher heiß als warm und Cannabiskonsum praktisch entkriminalisiert ist, fühlt es sich einfach unspektakulär leicht an, total zugeballert durch eine fremde Stadt nach Hause zu schweben und mit einem Rucksack, der nach Gras stinkt, im Bus zu sitzen. Eher fand ich es ein wenig schade, dass der sehr hochwertige Hanf mir die Motivation raubte, in den zahlreichen günstigen Bars bei gutem Wein und Essen schöne Menschen anzusehen. Da sind ein zwei Züge von einem Joint am Mittag am Strand sehr viel verträglicher.

Und so ist der einzige Kritikpunkt, den ich an so einem leistungsstarken Tischgerät zu bemängeln habe: Es ist einfach zu viel des Guten. Als Erlebnis war das zwar sehr interessant, da ich aber nicht mehr viel Kiffe und keine Zeit habe, mit Kiffern lange Abende herumzuhängen, habe ich kein Bedürfnis nach einem Vaporizer mit Ballon.

Das Gerät selbst, der Vapir Digital Air One, machte einen soliden Eindruck. Ein Anruf im Verdampferladen klärte mich allerdings darüber auf, daß die kalifornische Firma Vapir ihre Zeit gehabt hatte. Aktuell sind zwei Geräte in Deutschland erhältlich, die aber wohl nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind. Für das selbe Geld bekommt man schönere und bessere Apparate. Vapir verbaut wohl immer noch sehr viel Metall, inzwischen aber sind Glasbauteile Standard, weil diese den Geschmack der Inhalation nicht beeinträchtigen. Außerdem seien die Ersatz- und Verschleißteile verhältnismäßig teuer. Der Händler rät da eher zum Arizer Extreme-Q oder den hochwertigen, aber auch teuren Volcano-Modellen von Storz und Bickel.

Das sind, wie schon erwähnt, keine Kaufempfehlungen, lediglich ungeprüft weitergereichte Empfehlungen des örtlichen Vaporizer-Händlers Verdampftnochmal, von dem wir bisher gut beraten wurden. Mit dem einzigen Handvaporizer, den wir dort kauften, sind wir immer noch hochzufrieden. Wir bekommen von dem Geschäft aber keinerlei Vergünstigungen.

Wer allerdings Kräuter für seinen Vaporizer im Wohnzimmer züchten möchte, kann sich bei GrowGuru, dem  Werbepartner der drogenpolitik nach Gewächshaustechnik umsehen. Da bekommen wir dann tatsächlich eine Anerkennung, falls Ihr über diesen Link kauft.growguru

Chinesische Teezeremonie, ganz profan

Mal wieder möchte von meiner neuen Lieblingsdroge berichten, Grüntee und Oolong nach chinesischer Methode zubereitet. Keine Sorge, ich bin dem Nervengift noch nicht verfallen. Höchstens ein- oder zweimal die Woche gönne ich mir diesen besonderen Genuß. Und der Espresso am Morgen hat immer noch Vorrang. Trotzdem muss ich gleich zu Anfang eine deutliche Warnung aussprechen und Euch bitten, die jetzt beschriebenen Handlungen bloß nicht nachzumachen. Denn die Teezeremonie wird von mir äußerst dilettantisch und unsachgemäß ausgeführt. Eigentlich sollte sie nur von echten Teemeistern beigebracht werden. Aber auch davon raten wir dringend ab, denn sie führt zu suchtartiger Verschwendung teuren Tees und darüber hinaus zu Sammelwahn nach immer teurerem Teegeschirr. Was wiederum direkt zum Drang nach passenden Möbeln und einer größeren Wohnung führt.
Die chinesische Teezeremonie ist, wie eigentlich jede Teezeremonie, nur eine besonders aufwändige und umständliche Form der Zubereitung. Die chinesische Version würde ich da am ehesten mit  einer Weinprobe vergleichen. Es geht um Angeberei hinsichtlich der Teequalität, das Wissen darum und dem geschickten Umgang mit dem Geschirr. Außerdem kann man mit dem komplizierten Verfahren tatsächlich ein Maximum an Geschmack und Wirkstoff aus Teeblättern brühen. Das war es im Prinzip. Jetzt braucht man bloß noch die Charakteristik eines jeden Tees zu kennen und diesen dann in einer jeweils eigenen Tonkanne brühen und in jeweils dem Anlass und dem Tee angemessenen Porzellangeschirr auszuschenken. Ach ja, ein Teetisch ist ebenfalls Pflicht. Das ist eine Art Tablett mit doppeltem Boden und einer Auffangschale, denn beim Aufbrühen muss das Wasser großzügig überschwappen.

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Kanne, Sieb und Pitcher braucht es für einen schönen chinesischen Tee. Wann man abgießen muss, ist Erfahrungssache.

Hab‘ ich alles nicht. Bei mir gibt es ein weiße, emaillierte Kanne, die Beschichtung nimmt keinen Geschmack auf und eignet sich daher  für die verschiedensten Tees. Zelebrieren tu ich das auf einem Teller im Stehen in einer Ecke in der Küche, serviert in Espressogläsern.
Das ganze Verfahren ist schnell erklärt, aber extrem lang gelernt: Viel Tee wird in einer winzigen Puppenstubenkanne kurz aufgegossen, dann in einen Pitcher, also eine Verteilkanne, gefüllt und aus dieser auf die Tassen der Gäste verteilt. Es finden drei bis sechs und mehr Aufgüsse statt, bis alles Koffein und alle Geschmacksnuancen fachmännisch aus den Blättern gespült sind. Jetzt muss man nur noch die Ziehzeiten und Wassertemperaturen beherrschen.

Denn chinesischer Tee soll in der Regel nicht bitter schmecken. Wenn er es doch tut, war er zu lange im Wasser. Um das gewünschte Aroma zu beschreiben, werden gern Worte bemüht wie blumig , grasig oder fruchtig. Ich würde eher sagen, je weniger Eigengeschmack der Aufguss hat, desto besser. Ein guter Grüntee ist heißes Wasser, das intensiv voll und weich schmeckt. Am ehesten ist das Erlebnis für mich noch vergleichbar mit einer guten, klaren Brühe, die ja selbst auch nach nichts schmecken soll, aber alles andere besser macht.
Auch chinesische Schwarztees sind vergleichsweise mild. Sie haben zwar deutliches Röstaroma, aber ätherisch, ohne jede Bitterkeit. Dann gibt es noch meinen Lieblingstee, den halbfermentierten Ooolong, der beides vereint, das leichte blumige eines Grüntees und das zu Vanillehauch verdünnte Röstaroma des durchfermentierten Blattes.

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Oolong ist immer gerollt, links kleinere Halbkugeln, rechts das volle Format.

Die Zubereitung von Oolong ist relativ einfach. Je besser der Tee, desto mehr Fehler verzeiht er, schlechte Qualität verlangt mehr Präzision, da leichter Bitterkeit und krautige Schärfe hervortritt. Die zu festen Kugeln gerollten Blätter werden in der Regel zuerst mit kochendem Wasser übergossen, das wird aber sofort wieder abgegossen, meist um das Geschirr zu Wärmen. Dieser erste Schritt heißt ‚den Tee waschen‘. Das hat aber nichts mit Schmutz zu tun, sondern dient dazu, das Entfalten der Kugeln anzustoßen. Sobald sich die Blätter vollständig  entfaltet haben, gilt der Oolong als ausgelaugt. Umgekehrt kann man also mehr Aufgüsse machen, wenn man die Kanne vollpackt, daß die Blätter kaum Platz haben. Die ersten Aufgüsse sollten 20 bis dreißig Sekunden Ziehzeit nicht überschreiten, ab dem vierten Aufguss kann man den Tee auch mal in der Kanne vergessen, er schmeckt dann immer noch gut.

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Wenn der Oolong sich komplett entfaltet hat, ist aller Geschmack raus.

Grüner Blattee ist da für mich schwieriger. Die Blätter lassen sich nicht so leicht dosieren, wie die Ooolong-Kugeln, die einfach mit dem Teelöffel abzumessen sind. Außerdem verlangt Grüntee kälteres Wasser als Oolong, welcher mit nominell 90 bis 95°C , sehr dankbar einfach mit nicht mehr kochendem Wasser immer gut wird. Grüntee dagegen will 70 bis 80°, was ohne Thermometer nicht sehr gut zu schätzen ist. Ich warte meist nach dem Kochen eine Weile, dann wärme ich mit dem Wasser erst die Kannen vor und benutze es dann. Schließlich lösen sich aus Grüntee auch nach mehreren Aufgüssen noch Bitterstoffe, wenn er zu lange zieht, die Ziehzeit aber verlängert sich mit jedem Aufguss nur um ein paar Sekunden.

Es ist also ein anspruchsvoller Sport. Für mich habe nur folgende Regeln formuliert: Generell immer mehr Tee als man denkt und kürzer ziehen lassen, als man meint. Die zwanzig Sekunden bemisst man gut mit zwei tiefen Atemzügen.

Leckeren Tee und die weiße Kanne gibt es zum Beispiel beim Hamburger Teespeicher
Mehr über die Teezeremonie und besondere Tees kann man bei der deutschen Teemeisterin Elisa auf Oolonglong lesen, welcher ich hiermit für kompetente Beratung ganz herzlich danke. 

Brewbaker – Mein Lieblingsnachbar ist ne Brauerei

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Glück ist, wenn man an heißem Augusttag für eine Reportage eine Brauerei besichtigen muss.

Kürzlich besuchte ich die Brauerei Brewbaker. Diese liegt nur ein paar Straßen von meiner Wohnung entfernt in der Sickingenstraße in Moabit. Nach dem ich nun etliche Jahre deren Biere besonders gern trinke, habe ich nämlich endlich herausgefunden, dass sie direkt in der Brauerei ihr Bier verkaufen und auch Führungen anbieten. Ich las und tat und muss deshalb gleich zu Anfang eine Richtigstellung veröffentlichen über alles, was ich bisher zu Brewbaker-Bier schrieb:

Denn frisch aus dem Kühlraum der Brauerei schmeckt das alles mindestens doppelt so gut wie aus dem Laden und dann bei mir zu Hause schlecht gelagert. Alles was ich bisher über das Bier gesagt habe, war also falsch und quasi gelogen. Das frische Bier bringt mich dann dazu, es so schnell wegzutrinken, dass ich gar keine Zeit habe, irgendwelche Geschmäcker zu unterscheiden. Und eigentlich will ich sofort noch eins trinken und gar nichts darüber schreiben. Außerdem hat das der liebe Bloggerkollege schlimmerdurst neulich viel, viel besser gemacht. Wer also eine vernünftige gustatorische Rezension lesen will, schau sich diesen schönen – übrigens von mir initiierten Bericht über drei Brewbaker-Biere an.

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Michael Schwab engagiert sich für gutes Bier

Der Braumeister, Chef und Gründer, Michael Schwab machte die Brauereiführung. Groß zu führen gibt es allerdings nichts. Der Betrieb liegt in einer kleinen Lagerhalle, das Gebäude teilt er sich passend mit einem Getränkehandel. In der einen Hälfte stehen sechs oder sieben Edelstahlkessel, viel Platz nimmt das Flaschenlager ein. Und wenn grad kein Brautag ist, steht das Bier halt in einem der Kessel herum und möchte dabei gerne in Ruhe gelassen werden. Natürlich gibt es unangenehme Alltagsdinge zu erledigen. Zum Beispiel Kessel reinigen oder verschlissene Kleinteile austauschen. Solche Details wurden mir zum Glück erspart, stattdessen setzte sich der Chef bei einem lecker Bierchen an den Tisch vor der Bürobox und erzählte aus dem Brauer-Nähkästchen. Dabei präsentiert er sich freundlich und zurückhaltend, extrem selbstkritisch, was seine Arbeit betrifft und sehr engagiert wenn es um korrekte Etikettierung und Herkunftsbezeichnungen von Bier geht. Damit ist er natürlich der personifizierte Marketing-Albtraum, der tatsächlich die Überzeugung lebt, nur mit guten Produkten allein am Markt zu bestehen. Wenn Schwab dann noch sagt, dass er absolut nicht der Typ dafür ist, mit Banken über Investitionskredite zu verhandeln, mach ich mir langsam Sorgen um meinen Biernachschub. Aber um genau das Bier zu machen, das seinen eigenen Ansprüchen genügt, hat er die Anstrengungen auf sich genommen, einen eigenen Betrieb zu gründen und zu führen. Und das läuft nun seit 12 Jahren und ist von der Wirtshausbrauerei zum sechs Mann starken Unternehmen gewachsen.

Mit seinen englischen Ales liegt Brewbaker voll im Trend, dabei hat er überhaupt keine Lust auf irgendwelchen Craftbeer-Hype. Andererseits ist er für experimentelles Brauen extrem aufgeschlossen, er sprudelt über vor Ideen für neue Rezepte. Da hilft er auch gerne, er möchte am liebsten sofort alles stehen und liegen lassen und begeisterten Laien helfen, in der Garage ihre Heimbrauanlage einzurichten. Oder er vermietet seine Kessel und steht dann zahlenden Braugästen mit Rat und Tat zu Seite. Ein wenig enttäuscht es ihn nur, wenn so ein Zögling direkt mit dem ersten Sud zu Festivals und Szeneläden fährt und mit buntem Etikett und großer Kampagne unausgereifte Produkte vermarktet. Man glaubt Schwab, dass er niemandem geschäftliche Erfolge neidet. Jeder kann und soll gutes Bier herstellen, sein Herz schlägt für die kreativen Heimbrauer. Als Profi aber – und das ist der studierte Brautechniker – erwartet er von Mitbewerbern, dass sie ihre hochwertigen Produkte in gleichbleibender Qualität und in ausreichender Menge produzieren können. Wenn das nicht klappt, ist der Perfektionist nicht zufrieden. Nicht mit anderer Leute Bieren und nicht mit seinen eigenen. So blickt er fast wehmütig eine Flasche aus meinem Einkauf an und sinniert über einen unerwünschten Oxidationston, den dieser Sud leider abgekriegt hatte, Schuld war ein Luftblase , welche sich aus Unachtsamkeit in den Prozess geschlichen hatte. Das näher zu beschreiben, übersteigt allerdings meine Fähigkeiten, denn mir hat das betreffende „Berliner Art“ zu Hause dann mal wieder ganz hervorragend geschmeckt.

Dringende Empfehlung der Redaktion: Wer in Moabit unter der Woche tagsüber Lust auf bestes Bier hat, soll unbedingt bei Brewbaker vorbeischauen. Ansonsten stehen auf der Website Adressen, wo man Brewbaker kaufen und trinken kann.

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Eine Brauerei besteht eigentlich nur aus Kochtöpfen. Die sind halt aber ziemlich groß, haben mehr Fläche zum Saubermachen und viele Kleinteile oben und unten und vorne und hinten sowieso. 

Hängenbleiben auf LSD

50x70Mehr als nur ein paar Wochen liegt dieser Text in meiner elektrischen Schublade. Ich habe ihn nach dem ersten Lesen lange nicht mehr angesehen, aber immer wieder darüber nachgedacht.
Die Form ist ungewöhnlich, der Autor nennt es Buch, ich würde es jetzt nicht als Buch bezeichnen. Das meine ich aber auf keinen Fall abwertend, es liegt nicht an der Qualität des Textes. Der liest sich sehr flüssig und interessant, da gibt es nichts Auszusetzen. Ich empfinde es irgendwie als Rohtext, ein Art Ereignisprotokoll, die selbstgeschriebene Krankengeschichte eines jungen Mannes, der sich einen ordentlichen psychischen Schaden zugezogen hat durch zwei Jahre intensiven Gebrauch psychedelischer Drogen. Wie diese Krankheit genau heißt, ist unklar. Crys Talix hat keine übereinstimmende Diagnose bekommen. Er selbst kann das Problem ziemlich genau definieren, er hat einfach zehn Jahre auf seinem letzten LSD-Trip verbracht. Crys Talix ist also hängengeblieben, wie man zu sagen pflegt. Dies Unklarheit, das Nichtpassen in die gängigen Diagnoseschemen, ist eines der Themen des Textes.
Es klingt wie eine Leidensgeschichte, das ist sie auch, aber die Faszination schwingt mit. Crys Talix ist immer noch „drauf“ bereut nicht, genießt nicht, sondern lebt damit. Der ungefilterte Gedankenfluss ist ihm Selbstverständlich, er musste lernen, diesen Zustand zu akzeptieren, wie wir das Wetter hinnehmen, manchmal freudig, manchmal frustriert.

Hier nun ein stark gekürzter Auszug aus:
LSD-Trip in die Ewigkeit – Gedanken eines Hängengebliebenen von Crys Talix
im Selbstverlag auf Amazon erschienen.

Damals legte ich in meinem Kopf den Grundstein für ein Leben am Rande des Wahnsinns. Man kann wohl nicht einfach in der Jugendunendlich viele psychedelische Reisen unternehmen und später dann ein normales Leben führen. Das funktioniert gut, wenn man in Maßen konsumiert und achtsam mit sich ist. Dieses ganze Leben ging erstaunlich lange gut. Aber klar, ich war jung und da kann man schon einiges aushalten, jedoch nach so vielen Monaten des Exzesses kommt irgendwie auch die Erkenntnis, dass man genug davon hat, dass die Nerven belastet sind. Ich hatte unzählige Male Pilze und Ecstasy und LSD genommen, die Nächte durchgemacht, ständig dazu gekifft und war immer eine treibende Kraft, habe die anderen Freunde dazu animiert, doch auch was zu nehmen und auf das Normalsein zu pfeifen. Ich habe beeindruckende Sachenerlebt und mich in komplett anderen Sphären aufgehalten. Ich habe immer weiter versucht, mich in das Universum hineinzudenken und mir auf Pilzen stundenlang den Kopfzerbrochen, wie das Leben denn nun funktioniere. Ich habetäglich mehr als 25 Köpfe (Portionen) Haschisch geraucht und dazu noch Zigaretten und habe kaum noch gegessen – und wenn, dann nur ungesundes Zeug. Ich habe nachts aus dem Fenster gewinkt, da ich vermutet habe, dass dort die Polizei ist und mich beobachtet. Oft war ich auf Partys, die mehrere Tage gingen, und während man feierte, wurde es plötzlich dunkel. Das bemerkte man zwar, jedoch war einem gar nicht klar, welcher Tag nun war, wie lange man schon auf der Party war oder das wievielte Males jetzt dunkel wurde. Es wurde dunkel, das war klar, aber man konnte es nicht zuordnen. Und irgendwann wurde es wieder hell – das war sinnbildlich dafür, wie sehr ich aus dem normalen Rhythmus des Lebens ausgestiegen war. Ich hatte den Kompass verloren, die Richtung war nicht mehr klar. So wie ich auf den Partys nicht kapierte, warum es jetzt dunkelwurde und welcher Tag nun gerade anbricht oder endet, so konnte ich in meinem Kopf nicht mehr deuten, was ich eigentlich fühlte. Von außen kamen die besorgten Mitmenschen, aus meinem Blut kamen die künstlichen Glücksgefühle in mein Gehirn und mein Denken hatte ich über die Jahre so stark in Richtung psychedelisch gelenkt, dass der Crash kommen musste. Und er kam – mit voller Wucht.
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Therapie? – Ein Schock für mich, aber es war der einzige Weg, mein psychedelisches Leben wieder in die Gesellschaft einzufügen. Am nächsten Morgen, bereits um9 Uhr begab ich mich in die Sprechstunde zu meinem Hausarzt: „Sie schaffen dass, ich bin mir da ganz sicher bei Ihnen!“, sagte er. Der Arzt leitete die nötigen Schritte ein, um für mich einen Therapieplatz zu bekommen.
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Ich fiel in eine Art LSD-Halbschlaf und merkte, wie sich der Trip fest in meine Denkweise einbrannte. Ich hatte keine Schmerzen oder dergleichen, aber ich spürte, dass etwas nicht normal ablief, wie ich es in den unzähligen anderen Trips erlebt hatte. Alle meine Freundschaften, meine gehobene Position, all das sollte ich hinter mir lassen und einen Neustart machen. Ich war ehrlich gesagt überfordert mit der Situation. Und dann war da aber noch das Glücksgefühl, das zwar durch das Kiffen unterdrückt wurde, aber ich spürte, dass irgendwas in meinem Gehirn vor sich ging, etwas Mächtiges wollte nach oben. Dass es der Trip war, der mit aller Kraft und voller Wucht dauerhaftmein zukünftiges Leben bestimmen würde, konnte ich damals nicht ahnen.
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Ich fühlte mich zu gut, viel zu gut. Langsam verlor ich den Bezug zur Realität. Ich war mir sicher, dass alle Ärzte und Leiter der Klinik auf Kokain waren. In diesen Tagen war ein Fest direkt vor der Klinik und eine Band spielte den Song „Cocaine“ von Eric Clapton . Mir wurde klar, dass wir hier in Frankfurt waren und dies ein Drogenzentrum war. Ich dachte, dass die ganze Situation in der Klinik und überhaupt auf der Welt für mich gemacht wäre. Alle Leute, die ich dort traf, waren nur wegen mir hier, viele verschiedene Leute, die alle nur aus dem Grund hier waren, um mich auszubilden zu einemSuperheiler. Ich war mir sicher, dass ich bald von der Klinikleitung aufgenommen werden würde, um als Psychologe in der Klinik zu arbeiten. Ich würde dann natürlich eingeweiht werden in den Kreis der Klinikleitung und dürfte auch täglich auf Kokain arbeiten, wie alle anderen Therapeuten. Eine Mitpatientin hielt ich für meine zukünftige Ehefrau. Ich lief voller Euphorie durch die Klinik, habe durch lange Gespräche mit anderen Patienten immer gedacht, ich könnte andere Leute heilen.
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Ich kann aus heutiger Sicht diese psychosenahen Gedanken noch nachfühlen, es ist aber fast unmöglich, sie einem normal denkenden Menschen zu vermitteln. Ich bin mir aber immer noch sicher, dass ich in diesen Momenten einen kleinen Einblick in göttliche Sphärenbekommen habe.
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Ich hatte einige Besprechungen mit verschiedenen Ärzten und wurde ständig ermutigt, meinen Drogenkonsum zuzugeben, dabei hatte ich nichts genommen. Mir wurde später klar, dass der letzte Trip, den ich genommen hatte, hier wieder mit voller Wucht zurück in mein Bewusstsein kam. Ich hatte ja bereits sofort am Tag nach dem Trip dieses Glücksgefühl, das immer stärker wurde. Heute weiß ich, dass ich auf diesem Trip, der damals als Abschied aus dem Drogenleben gedacht war, hängengeblieben bin. Es waren zu diesem Zeitpunkt etwa fünf Wochen vergangen, seit ich den Trip genommen hatte.
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„Die Interaktion zum jungen stets freundlichen, jedoch eher passiv und meist wenig emotional berührt erscheinenden Patienten war insbesondere geprägt durch das Auftreten unerwarteter und bizarrer Geschehnisse im Behandlungsverlauf, die bis zuletzt auch für uns nicht klareinzuordnen waren.“ „Innerhalb von zwei Wochen schien sein Stimmungszustand nicht mehr nur subeuphorisch, sondern ins präpsychotische gehend. Innere Anspannung sowie einer Art Wahnstimmung mit Ich-Störungen (dass etwas vorgehe um ihn; er sich verändert fühle), bizarre Denkinhalte und ansatzweise Größenideen (dass sich nun alles füge, er Klarheit über alles habe, auch wisse, was in anderen Mitpatienten vorgehe, und er das gelungene Experimentseiner Eltern darstelle).Daraufhin erfolgte ein erstes psychiatrisches Konsilium beim Leitenden Arzt und eine Medikation wurde verabreicht. Nachdem es bereits am Folgetag zu einer deutlichen Stabilisierung und Distanzierung des Patienten vom psychotischen Erleben gekommen war, entstand unsererseits der Verdacht auf Substanzkonsum, obwohl sämtliche Screenings negativ waren.“ „Nach dem vom Patientengewünschten Absetzen der bislang verabreichten Medikation kam es zur Stimmungsverschlechterung, wobei er panikartige Zustände beschrieb, insbesondere die Befürchtung‚ psychotisch‘ zu werden. Er schilderte ständig neue Befürchtungen: auf Drogen hängengeblieben zu sein; einen Hirnschaden zu haben; seine Hirnstrukturen durch LSD verätzt zu haben. Damit einhergehend beklagte er weitere Antriebs- und Hoffnungslosigkeit bis hin zu Suizidgedanken, da eh alles zu spät sei; er nicht mehr lebensfähig sei. Interpersoneller Kontakt und Realitätsbezug waren jedoch stets gut herstellbar und er zeigte sich absprachefähig.“
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Von einer psychedelischen Lebensweise oder Einblicken in das Leben, die man durch Halluzinogene bekommen kann, wusste in der Klinik natürlich niemand etwas. Keiner konnte nachvollziehen, welche tiefen spirituellen Einblicke ich in das Leben und seine Vorgänge bekommen habe. Die Ärztekonnten nichts von dem nachempfinden. Sie nannten das „narzisstisch gefärbte inhaltliche Denkstörungen“, ich nannte es „tiefe Einblicke in das Universum“. Wer hatte Recht?
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Ich war nun 21 Jahre alt, lebte vorübergehend bei meiner Mutter und versuchte irgendwie klarzukommen. Ich schaute viel fern, ging spazieren, wirklich depressiv war ich nicht mehr. Der Trip war noch da, aber er beruhigte sich, ich beruhigte mich auch. Ich habe dann aber ein ganzes Jahr abwarten müssen, bis ich mich wieder einigermaßen normal fühlte.
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Meine Mutter machte Druck, mir eine Arbeitsstelle zu suchen. Ich schrieb einige Bewerbungen und fand einen Job direkt vormeiner Haustür. In diesem Dorf kannte jeder jeden und so wurde ich in einer kleinen Metallfabrik als Hilfsarbeitereingestellt. 4,5 Stunden arbeitete ich jeden Morgen, obwohl ich immer noch total auf dem LSD-Trip war. Ich hatte Probleme, den Erklärungen meines Meisters zu folgen, musste Dinge oft zweimal nachfragen und es fiel mir nicht leicht, auch mit den anderen Arbeitern der Fabrik Kontakt aufzunehmen.
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Ein Meister, der schon älter war und mit seinem Bruder die Firma leitete, kam zu Beginn zu meinem Arbeitsplatz und fragte, was ich so genommen hätte. Ich meinte, dass ich viel gekifft und ab und zu Ecstasy und Kokain und Ähnliches genommen habe. Er schaute mich entgeistert an und meinte: „Häsch du gschprizet?“ (Hast dugespritzt?), und machte eine Bewegung mit der Hand, als ob er sich eine Spritze in den Arm stechen würde. Ich sagte:„Nein, nein, das nicht.“, und er rief: „Ah okay, häsch nu kifft oder?“. Ich sagte: „Ja“.
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Auf Verlangen meiner Mutter besuchte ich eine Ärztin, die meinte, sie würde mir ansehen und anmerken, noch psychotisch zu sein, und das Zyprexa auf 20 mg erhöhte. Nach einigen Wochen sagte sie mir, sie wolle mich auf ein neues Medikament einstellen, das aktivierend wirken und trotzdem meine psychotischen Anteile unter Kontrolle halten würde: Abilify.
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„Mit diesem Medikament kann ich mein Leben wieder in den Griff bekommen.“, dachte ich. Nach genau zweieinhalb Wochen war ich abends in einem Biergarten mit einer Freundin verabredet. Ich saß in meinem Zimmer am Computer, als plötzlich in meinem Kopf ein Schalter umgelegt wurde, der den ganzen Trip und alle Ängste, Verzweiflung, Paranoia von der einen auf die andere Sekunde explodieren ließ! Ich lief durch das Haus meiner Mutter und konnte nicht fassen, wie drauf ich plötzlich war. Ich nahm eine Beruhigungspille, die jedoch nichts half.
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Nach vier endlos erscheinenden Monaten des Wartens wurde ich 2009 in eine Klinik in der Nähe von Karlsruhe aufgenommen. Ich verbrachte wieder vier Monate in der Klinik, wo es mir von Tag zu Tag besser ging. Was nun aber anstand, war eine genaue Diagnose meiner Erkrankung. Die Oberärztin war sich sicher, dass ich an einer Schizophrenie leide. Die Psychologin sah dafür keine Anzeichen. Allgemein wurde mir gesagt, dass ich wie ein ganz normaler junger Mann wirke, aber ich natürlich schon große Probleme hätte. Ab dem Moment, als ich von dem Höhenflug runtergekommen war, waren mein Intellekt und mein Wesen bzw. ein bestimmter Teil von mir von allem unberührt, ich wirkte immer noch wie ein ganz normaler junger Mann auf den ersten Blick.
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Ich bekam die Diagnose „undifferenzierte Schizophrenie“ und „soziale Phobie“. Diesen zweiten Klinikbericht habe ich am Ende des Buchs komplett veröffentlicht. Die Ärzte schreiben in diesem Bericht nur wenig über LSD oder das Hängenbleiben, da sie sich damit nicht auskennen und alles nur durch ihnen bekannte Störungen und Symptome erklären wollen und die Diagnose ja auch anhand ihrer Bücher stellen müssen.
Ich litt in dieser Zeit noch unter starken Reizüberflutungszuständen und es ging wirklich nur sehr langsam aufwärts, aber ich hab mich Schritt für Schritt wieder ins Leben zurückgekämpft. Ich habe in monatelanger Abdosierug fast alles an Medikamenten abgesetzt und dadurch ging es mir auch besser. Was ich ganz wichtig finde: Wer eine Konsumzeit hinter sich hat und eventuell mit leichten oder auch schwereren Folgen zu kämpfen hat, der darf niemals den Fehler machen und die Konsumzeit verfluchen oder das Feiern als Fehler seines Lebens bezeichnen. Denn dadurch lehnt man etwas ab, was Teil des eigenen Daseins geworden ist und kommt so in einen Konflikt mit sich selbst. Der Trip ist zu meinem Freund geworden, ich habe mich mit ihm versöhnt, habe mich mit ihm verbündet. Was anderes blieb mir gar nicht übrig. Es hat aber Jahre gedauert, bis ich das erkannt habe.

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Alle Bilder in diesem Artikel sind Fotografien der Werke von Tobias Keller, Acryl auf Leinwand. Die Originale sind vom Künstler zu erwerben, Kontakt über seine Facebookseite. Tobias Keller hat sonst nichts mit der Geschichte von Crys Talix zu tun, die Zusammenstallung der Bilder erfolgte durch die Redaktion von meinedrogenpolitik.

Heimbrauen – Drogenkochen im Entsafter

OLYMPUS DIGITAL CAMERASchon vor Urzeiten ist ein verderblicher Drogenkult aus Babylonien und Ägypten zu uns nach Nordeuropa herübergeschwappt. Vergorener Gerstensud wird als sogenanntes Bier zu Rauschzwecken getrunken. Dabei ist die Droge wirkstoffarm und durch und durch minderwertig. Ursprünglich tranken die bittere Getreidebrühe nur solche Menschen, denen die Willenskraft fehlte, in einem Land mit gutem Wein geboren zu werden und die gleichzeitig charakterlich zu schwach waren, um sich mit richtigem Alkohol zu berauschen. Inzwischen hat Bier die gesamte Menschheit infiziert. Die Getränkeindustrie hat die Gesellschaft fest im Griff, Gesetze gegen das Rauschgift wird es nicht geben.

Wenigstens hat man sich darauf geeinigt, flächendeckend nur wässriges, aromafreies Bier unter die Leute zu bringen, um ihnen mit Langeweile auf lange Sicht den Geschmack daran zu verderben. Und tatsächlich ging der Bierkonsum allenthalben zurück. Das wird jedoch hinterhältig unterlaufen, weil sich, unbeachtet von der breiteren Öffentlichkeit, einige finstere Verschwörer zusammengetan haben, um die Menschheit mit wohlschmeckendem Selbstgebrautem wieder in den Bierwahnsinn zu treiben.

Die drogenpolitik konnte nun exklusiv ein paar Drogenköche beobachten, die völlig ungeniert in der Nachbarschaft Bier selber machen.

Es ist nämlich erschreckend einfach, Bier herzustellen. Grundstoff ist Getreide, mit Vorliebe spelzenreiche Gerste. Der Alkoholkoch will an den Zucker in der Pflanze. Dazu läßt er sie erst keimen und tötet die jungen Sämlinge sofort wieder. Brutal langsam mit trockener Wärme entzieht er den Körnern allen Lebenssaft. So entsteht das sogenannte Malz. Aus diesem wird dann Zucker herausgekocht. Eigentlich enthält Getreide nicht viel Zucker, sondern Stärke, das sind zu langen Ketten gebundene Zuckermoleküle. Nun besitzen die Keimlinge Verdauungsenzyme, welche die Stärkeketten zu kurzen Zuckermolekülen zerschneiden können. Diese, so fanden schon die Orientalen heraus, arbeiten bei 60 bis 70 Grad Celsius am gründlichsten. In heißem Wasser also wird die Pflanzenstärke zu Zucker.

Üblicherweise verwenden private Drogenköche dazu einfachste Mittel, wie Marmeladeneinkochtöpfe. Man kann sich vorstellen, wie lange es dann dauert, bis 25 Liter Wasser auf Temperatur sind.  Dann sitzen die Leute also untätig vor ihrem Einkochtopf oder Schöpfen mit dem Wasserkocher die Pötte voll. Wenn es dann die perfekte Temperatur hat, kommt geschrotetes Malz in den Kessel. Je nach Rezept etwas 5 Kilo auf 25 Liter Wasser, mal mehr, mal weniger. Ganz akribische heizen nach einer halben Stunde noch mal nach, bei 70 Grad arbeiten andere Enzyme. Die gierigen Brauer prüfen schließlich mit Jod, ob sich noch Stärke im Sud befindet. Wenn kein Farbumschlag eintritt, müssen die ausgelaugten Getreidereste von dem Zuckerwasser getrennt werden.

Läuterbottich

Als Läuterbottich eignet sich ein Plastikeimer mit doppeltem Siebboden. Da setzt sich die ausgelaugte Gerste ab und dient als Filter, geläuterte Würze fließt langsam durch den Hahn in den Einkochtopf. Damit wenig Hitze verlorengeht, hat der Brauer beide mit isolierendem Material umwickelt. Wer es sich einfach machen willen, kann aber auch auf so eine Apparatur verzichten und sein Malz in einem Filtersack auskochen. Das Ergebnis schmeckte auch gut.

In Deutschland wurde mal ein Drogengesetz erlassen, mit dem man im 16 Jahrhundert den teuren Brotweizen schützen wollte. Stattdessen durfte nur die minderwertige Gerste zum kommerziellen Drogenkochen herangezogen werden. Die harten, unverdaulichen Schalen – der Ernährungseuphemiker spricht gern von Ballaststoffen – nun machen, daß Gerstenmalzbrei schön verklumpt. auf ein Gefäß mit Siebboden geschüttet ergibt das Pflanzenmaterial einen ordentlichen Filter. Darüber gießt man den Getreidesud ab, die sogenannte Läuterung. Das erfordert Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Wenn es gut funktioniert, werden Schwebstoffe herausgefiltert, damit das Getränk hinterher verführerisch klar glitzert.  Die Kunst ist, daß es langsam genug durchläuft, aber nicht verstopft. Am Ende wird noch mal warmes Wasser darübergegossen, um allen Zucker herauszuspülen. Den Treber kann das Vieh fressen. Die geklärte Zuckerlösung heißt jetzt Würze, wahrscheinlich nennen die Bierköche das so, um ihr Treiben zu tarnen.

Hopfenhaschisch

Echte Hopfenblüten verwendet kaum noch jemand. Leicht dosierbar und platzsparend sind solche genormten Pellets aus gepresstem, bitterstoffreichem Pflanzenmaterial. Sozusagen das Hopfen-Haschisch.

Nun muss die Zuckerplörre, Pardon: Würze, aufkochen. Und zwar eine Stunde lang, zusammen mit Bitterkräutern. Theoretisch könnte man dazu nehmen, was Wald und Wiese hergibt. Es gilt jedoch das ungeschriebene Gesetz, sich hier auf die Hopfenpflanze zu verlassen.

Den Rest vom Bierkochen weiß ich nur vom Hörensagen, denn bis hierhin kann das gern mal vier Stunden dauern und ich hatte bisher noch keine Lust, mir das dann zu Ende anzusehen. Wenn’s also gekocht hat, ist es endlich Zeit für die alchemistische Alkoholumwandlung. Dazu kommen Hefen hinein, die heißen auch passenderweise Saccharomyces cerevisiae, also Bierhefe. Die Tatsache, daß der Liebe Gott diese Einzeller so getauft hat, halten die Bierkocher dann tatsächlich für einen Beweis der Rechtmäßigkeit ihres Tuns. Die Hefen mögen es aber nicht so heiß. Die kochend heiße Würze soll jetzt möglichst schnell wieder kalt werden.

Jungbier

Fertig vergorenes Jungbier kann jetzt in Flaschen abgefüllt werden, um zu reifen.

Früher machte man das in großen, offenen Bottichen, hat die Flüssigkeit eine große Oberfläche, kann mehr Hitze schneller entfleuchen. Dazu gehörte dann ein Gebet und Vertrauen in die hauseigenen Pilzstämme, daß sich die Würze keine falschen Bakterien fängt und verdirbt. Das geht natürlich mit überhaupt keinen Hygieneverordnungen konform. Deshalb kühlt man heute möglichst schnell mit geeigneten Apparaten, etwa Gegenstromkühlern. Wer keinen hat, stellt es in verschlossener Gärflasche in einen kühlen Raum und hofft und wartet. Bei etwa 20 Grad können die obergärigen Hefen dann loslegen, möglichst in einem Keller, vor Temperaturschwankungen und mißgünstigen Blicken geschützt, blubbert es gut zwei Wochen lang vor sich hin. Was dann beim anschließende, mehrwöchigen Reifen in Flaschen passiert, will ich eigentlich gar nicht so genau wissen.

Gegenstromer

Wer es besonders ernst meint und es mit seinen MitbewohnerInnen vereinbaren kann, schafft sich Heimbraukessel an und baut sich einen Gegenstromkühler, hier ein Gartenschlauch über eine mehrere Meter lange Kupferrohrspirale gezogen. Foto: Berliner Schnauze Homebrewing

Denn die private Bierherstellung läuft allen Prinzipien von Vernunft und Aufklärung zuwider. Wir wollen schließlich eine moderne Gesellschaft sein, in der alles arbeitsteilig hergestellt wird. Niemand soll und will  je die volle Kontrolle über die Alltagsdinge erlangen. Das Fundament unserer Zivilisation sind schließlich komplexe Herstellungsprozesse, die ein einzelner nicht zu überblicken hat.

Wo wird das noch hinführen? Wer heute sein eigenes Bier braut, wird morgen womöglich selbständig denken und übermorgen sein Mittagessen selber kochen!

Wheat Ale

Dieses appetitlich aussehende, komplett selbstgebastelte Bier schmeckte würzig und machte gute Laune.

Wir danken den eifrigen Aktivisten von Eumel Braeu Berlin im Himmelbeet und Berliner  Schnauze Homebrewing, ohne die der Artikel nicht möglich gewesen wäre.

Wer es nicht lassen kann und und in der eigenen Wohnung Hopfen und Gerste anbauen möchte, findet die passende Gewächshaustechnik bestimmt bei GrowGuru, dem einzigen offiziellen Werbepartner der drogenpolitik: growguru

Wochenendausflug zur dunklen Seite mit Stechapfel

Eigentlich wollte ich hier ja keine Tripberichte, also Gedächtnisprotokolle von akuten Rauschzuständen, veröffentlichen. Nun landete in der Redaktion aber mal wieder eine ganz besondere Skurrilität, die ich dem geneigten Publikum nicht vorenthalten möchte. Und zwar die Beschreibung eines Scopolamin-Trips aus erster Hand, inklusive präziser Anleitung zum Beschaffen und Zubereiten der Droge, daß man gar nicht anders kann, als das auf gar keinen Fall zu Hause selber nachzumachen. Denn Scopolamin ist der Hauptwirkstoff unser beliebte, heimisch Hexenkräuter aus dem Nachtschattenreich, Stechapfel, Tollkirsche, Engelstrompete, Bilsenkräuter.

Die haben nun die Eigenschaft, neben dem Hervorrufen unangenehm alptraumhafter Visionen, in deren Zusammenhang die Literatur auch immer den heiteren Karikaturisten Hieronymus Bosch erwähnt, mit diesem ihrem Wirkstoff äußerst unvorhersehbar zu sein. Mal ist nix drin und dann wieder dreimal zuviel. Was unangenehm wäre, weil es dann blind und tot macht.

Aus diesen Nöten hilft dem abenteuerlustigen Medikamententester aber glücklicherweise das moderne Gesundheitswesen in Gestalt freundlicher Apotheker. Für wenig Geld und ohne jedes ärztliche Rezept ist dort nämlich, gegen Magenkrämpfe, das Medikament Buscopan erhältlich. Die WHO schätzt das sogar für die Menschheit als unentbehrlich ein. Wahrscheinlich wegen seiner beruhigenden Wirkung für Darmspiegelungen, ich weiß es nicht genau, denn Darmspiegelungen sind ähnlich beliebt wie mittelalterliche Höllenvisionen. Medikamente und Drogen sind ja nun oft ein und dasselbe. Und tatsächlich besteht Buscopan aus Butylscopolaminbromid, also dem Scopolamin der Stechäpfel, welches wegen eines zusätzlichen Bromions nicht mehr durch die Blut-Hirnschranke kann. Und wenn das Brom jemand dran gemacht hat, dann kann es der neugierige Patient natürlich leicht wieder abmontieren und erhält einen erstklassigen Stechapfelrausch.

So geschehen im folgenden Bericht, welcher durchaus Gemeinsamkeiten mit anderen Nachtschatten-Erzählungen aufweist, hier konkret Zigaretten und Leute, die nicht da sind, in sehr beklemmender Atmosphäre. Achtet bitte auch auf das kleine Mädchen im Badezimmer.  

Eine kleine Trip-Geschichte

Das Experiment machte ich ungefähr Mitte Dezember, ich habe die Substanz mit einem ehemaligen Freund konsumiert, zu diesem Zweck waren wir mit weiteren Freunden bei einem von ihnen zu Hause, insgesamt waren wir 6 Personen.
Ich habe konzentriertes Scopolamin zu mir genommen, also kein Pflanzenbestandteilen, weder Stechapfel noch Engelstrompete, sondern deren Hauptwirkstoff.

Wir nahmen das Medikament Buscopan und zermöserten 3 Tabletten (1 1/2 pro Person) und stellten das Pulver vermengt mit Öl in den Ofen.
Bei 144 Grad Celsius wird das Medikament thermoinstabil und spalten sich auf in Scopolamin und Brom.
Wie sich im Nachhinein herausstellte, wurde mir fast der gesamte Wirkstoff untergemischt, wie viel genau jedoch weiß ich nicht.
Dazu kam noch, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon 2-3 Tage wach war.

Nach etwa 20-30 Minuten nach der Einnahme spürte ich die erste Wirkung, ein starkes drücken auf dem Kopf, ähnlich wie bei Pilzen, jedoch weitaus lästiger.
Dazu kam das Gefühl von Müdigkeit und Schwindel.
Ich entschloss mich also, mich hinzulegen und einfach zu schlafen, daher begab ich mich in den ersten Stock des Hauses und legte mich hin.
Hier beginnt ein ca. 10stündiger Filmriss, in dieser Zeit habe wohl ich den Inhalt meiner Hose und die Hose selbst im gesamten Haus verteilt und bin scheinbar ständig hoch und runter gerannt.
Die nächste Erinnerung ist, wie ich mein Handy halte und es in meiner Hand zerfällt. An dem Tisch im Wohnzimmer waren Leute, die mir unbekannt waren, sie schauten böse auf einen Freund, der auf dem Boden lag, jedoch antwortete keiner und ich traute mich nicht, sie anzusprechen. Also rauchte ich statt dessen Lieber eine Zigarette, ich drehte mir eine und zündete sie an. Es befanden sich jedoch weder Tabak, noch Zigaretten in meinen Händen.

Ab diesem Zeitpunkt fehlt erneut die Erinnerung.

Vielleicht ein oder zwei Stunden später Suche ich meine Hose, etwa 3 Stunden lang, aber finde sie nicht.

Lücke

Ich höre meine Oma und rufe nach ihr. Wir sind immer noch bei dem Bekannten.

Lücke

Meine Freunde sind wach und helfen mir meine Sachen zu finden. Auf der Toilette ist schon die ganze Nacht ein Mädchen, etwa so groß wie das Waschbecken und hält die Hände vor ihr Gesicht.

Lücke

Ich sitze wieder auf der Couch und bin immer noch benommen, der Beginn des Trips liegt zu diesem Zeitpunkt vielleicht 15 Stunden zurück.
Gegen Nachmittag des Folgetags entschließe ich mich nach Hause zu fahren, ich verlaufe mich jedoch auf dem geraden Weg und vergesse meine Tasche, also gehe ich suchend zurück.
Meine Freunde begleiten mich diesmal und verlassen später meine Bahn.
Etwa eine Station später steigen sie wieder ein und wir quatschen, bis ich realisiere, dass ich Musik höre und das alles nicht real ist.
Zuhause angekommen war ich immer noch benommen, also legte ich mich schlafen.
Nächster Tag, ich muss zur Schule doch habe immer noch Probleme mit dem Lesen und schiebe Optiks.
Gegen 12 Uhr hat die Wirkung dann komplett nachgelassen und ich merke wie müde ich bin.

Insgesamt ging der trip von Samstag Ca 23:00 bis Montag 11/12 Uhr.
Die Halluzinationen schienen Sinn zu ergeben und waren nicht von der Realität zu unterscheiden.
Ich war von außen nicht zu erreichen, habe große Erinnerungslücken und rate jedem davon ab, es selbst zu probieren!

zweite böse Frucht

Pflanzliches Scopolamin kann man zum Beispiel in den Stechäpfeln finden, die vor dem Amtsgericht in Moabit wachsen.

Wer keine Lust auf Stechäpfel hat und lieber angenehmere Pflanzen in angenehmer Athmosphäre anbauen möchte, schaue doch mal bei GrowGuru vorbei. Jeder Einkauf hilft der Drogenpolitik. growguru