Schreiben für Cannabis-Rausch.de

 

Irgendwann im Sommer des letzten Jahres tauchte ein Blog auf, von der Aufmachung her professionell, natürlich mit eigener Adresse, ohne ein Punkt-Kostenlosblog-Anhängsel: Cannabis-Rausch Punkt de. Da stehen viele lange Texte von und über Genusskiffen. Auffällig ist, dass dort nicht die üblichen Legalize-Sprüche stehen. Und auch keine aus dem Internet zusammenkopierten Datenfetzen, die dann als Fakten bezeichnet werden, was immer auch diese ominösen Fakten sind. Nein, bei Cannabis-Rausch stehen selbst ausformulierte Artikel mit eigenen Gedanken. Sicher, manchmal seicht, manchmal weit aus dem Fenster gelehnt oder auch frech. Es kommt rüber, wie ein professionelles, themenspezifisches Unterhaltungsmedium, der Fachmann würde von „Special Interest“ sprechen. Die Zwischenüberschriften machen Lust auf mehr, die Schrift ist gefällig. Immer geht es um Cannabis zum Rausch und Vergnügen. Das ist natürlich von drogenpolitischem Interesse, da wollte ich mehr zu wissen. Die Website kommt mit richtigem Impressum und Adresse und die befand sich sogar direkt bei mir um die Ecke. Also nahm ich Kontakt auf um dem Herrn Daniel Schmidt mal auf den Zahn zu fühlen.

Zur Tür herein kam ein zwei Meter langer, freundlicher Wikinger aus Hamburg. Es wirkt immer sehr bescheiden, wenn übergroße Menschen in normalen Türrahmen erst mal den Kopf einziehen müssen. Wir nahmen einen zivilisierten Tee, Daniel verriet nicht viel über seine Seite und fragte mich stattdessen, ob ich nicht für ihn schreiben wolle. Seit dem produziere ich also ein, zwei Texte im Monat für Cannabis-Rausch und nehme die geistige Beanspruchung als Ausrede, warum ich die Drogenpolitik in letzter Zeit manchmal vernachlässige.

Daniel zeigt als Autor keine Angst vor gar nichts, er nutzt das Medium des Blogs im besten aufklärerischen Sinne. Nämlich um seinen Gedanken freien Lauf zu lassen und nicht um sich als freischaffender Werbefuzzy irgendwelchen Konzernen für eventuelle Kooperationen anzubiedern. Im Gegenteil, er sucht manchmal ohne konkreten Anlass Streit, wenn er über unbekannte, neue Firmen auf dem Cannabis-Markt schreibt. Es gibt auch kein braves Anbiedern an die Langsam-Legalisierer von der Patientenrechte-Front. Im Gegenteil, das Thema Kiffen auf Rezept wird regelmäßig ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten oder politische Deckmäntelchen besprochen. Man ist erst dann erfolgreicher Publizist, wenn man öffentlich beschimpft wird und persönlich Mord, Prügel und Prozesse angedroht bekommt.

Klar großen Medienfirmen passiert das nicht ganz so häufig, eine mehrköpfige Redaktion ist schließlich die institutionalisierte Bedenkenträgerei, aber ein Einmann-Blog, der täglich Neuigkeiten raushauen will, darf seine Gedanken nicht von irgendwelchen Zweifeln filtern lassen.

Ich schreibe genau deshalb nicht meinen Namen unter die Artikel sondern firmiere auch bei Cannabis Rausch als Alice Wunder. Denn ich bin kein freischaffender Hazardeur, sondern auch nur eine bundesrepublikanische Beamtenseele, die ein großes Unternehmen zu allererst als Brötchengeber begreift. Aber ich bin stolz, dass ich bei dem Anarcho-Projekt mit meinen braven Fachartikeln mitmachen kann. Schließlich hat bekanntlich kein Herz, wer mit 20 kein Kommunist war und ich nehme schließlich Drogen seit ich 14 bin, damit ein Teil von mir sich einbilden kann, ewig 20 zu sein.

Inzwischen erreicht Cannabis Rausch mit diesem Konzept mehr als 100.000 Leser im Monat. Ab und zu bekomme ich sogar mal Geld, für zwei Kaffee oder ein Gramm Gras. Nicht mehr als eine Anerkennung, aber Daniel ist der einzige in der Branche, der von sich aus und schnell Geld überweist. Da fragt sich der wunderliche Hobbyblogger doch, was macht so ein hanseatischer Jungunternehmer besser? Auf Cannabis-Rausch gibt es keine Werbung, die Einnahmen kommen aus freiwilligen Spenden der Leser und Affiliate-Links zum großen Kapitalisten Amazon. Daniel kennt sich sehr gut mit Suchmaschinenoptimierung aus, der sogenannten SEO, dem heiligen Gral aller karrierebewussten Blogger. Darüber hinaus erkenne ich da nur viel Idealismus und den für Journalisten so wichtigen, festen Glauben an die Richtigkeit der eigenen Gedanken und die Wichtigkeit ihrer Veröffentlichung. Ganz wesentlich aber, das muss ich neidlos anerkennen, ist der schiere Fleiß, nahezu täglich einen Artikel zu posten. Wer schreibt, der bleibt.

Daniel Schmidt Chefredakteur Cannabis-Rausch.de

Daniel Schmidt, Hanseat und Cannabis-Enthusiast, zu Besuch in den Redaktionsräumen der Drogenpolitik. Befragt zur wirtschaftlichen Situation als freischaffender Blogger äußert er  sich als optimistischer Realist: Zur Zeit bekomme ich ein kleines Taschengeld von der Seite. Davon kann ich noch lange nicht leben, aber damit kann ich paar kleinere Sachen nach vorne bringen, wie die Website-Technologie weiterentwickeln, zu Messen fahren, Server bezahlen, Grafiker bezahlen. Aber das Geld kommt auch erst seit 2 Monaten rein, da die Auszahlungen von Partnerprogrammen mindestens 3 Monate im Verzug sind, wegen Retouren und Fristen. Am Ende des Tages ist es eine ehrenamtliche Tätigkeit. Ich muss zum Leben halt für andere schreiben, programmieren und so weiter. Ist aber im gesamten das, was mich glücklich macht und das kann man mit Geld nicht ausgleichen.

 

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Kanna – Ratgeber für Erstkonsumenten

 Die Pflanze

„Kanna“ oder, wie es Intellektuelle nennen, Sceletium tortuosum, ist eine Pflanze, die in Südafrika weit verbreitet ist. Kanna wurde von niederländischen Kolonisten Südafrikas „Kougoed“ genannt was so viel heißt wie „Kaugut“. Ich kann Wikipedia-Einträge lesen. Dieser Name weist auch auf die verbreitete Konsumart des Kauens hins.

Auf dieser Seite ist alles Referate-Wissen und Kolonialfolklore über Kanna zusammengetragen. Aber das Wissen darüber, welche vom Aussterben bedrohten, romantisierten Naturvölker das angeblich nahmen, ist nur schmückendes Beiwerk. Es hilft damit wir vor uns selbst und unseren Eltern gebildet, verantwortungsbewusst und aufgeklärt erscheinen. Die geschichtlich interessanten Daten aber sind ungewiss, nämlich seit wann die westliche Mittelschicht Kanna als Droge konsumiert, um Langeweile und mangelndes Selbstwertgefühl zu betäuben, woher es kam und wer es verbreitete. Kanna scheint ein Phänomen des Internetzeitalters zu sein. Vorher gab es das nicht in der hedonistischen Konsumgesellschaft oder das Wissen hat es nicht aus den Bücherregalen ins Internet geschafft und muss deshalb als verschollen gelten. Erforschung und Vermarktung von Kanna zu Genusszwecken finden erst seit etwa 2010, frühestens seit 2000 statt. Auch die Bundesdrogenbeauftragte erwähnt es noch nicht als empfehlenswerte Substanz.

Kanna Flower Pot Sceletium tortuosum

Die Nachzucht von Kanna ist möglich. Foto: 3thnobotanicals

Was zum Teufel ist da eigentlich drin?

Kanna enthält einige Alkaloide aber die meisten davon sind nutzlos. Uns interessieren nur drei Hauptalkaloide der Pflanze, Mesembrin, Mesembrenin und Tortuosamin. Mesembrin ist der Hauptwirkstoff und wirkt als SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer). Daher kann Kanna antidepressive Wirkung haben, aber auch einige Risiken mit sich bringen (siehe Punkt: Mischkonsum).

Die Wirkung

Kanna hat nach meiner Erfahrung verschiedene Wirkmuster, von denen ich drei dominante unterscheide. Das sind sedierende, aufputschende und psychedelische Wirkung. Diese verhalten sich zueinander wie die Ecken einer „Dreiecksskala“. Also kann entweder eine Wirkungsart dominieren, zwei etwa gleichstarke Wirkungen oder drei total ausgeglichene Wirkungen auftreten. Ich gehe die nun Einzeln durch und versuche, genau zu beschreiben:

Sedierend

Kannas Sedierende Wirkung zeigt sich als angenehmes Verlangen nach Entspannung oder Schlaf. Ich finde, dass hier die empathische Seite von Kanna deutlich aufscheint. Während der Sedierung steigt das Verlangen nach Nähe. Dinge fühlen sich viel, viel angenehmer an und man ist auch viel Entspannter.

Aufputschend

Die aufputschende Wirkung ist ein plötzlicher Rush von Energie mit starkem Bewegungsdrang, eventuell auch mit einem Laberflash (med.: Logorrhoe). Die empathogene Wirkung hält sich in Grenzen, das Körpergefühl ist meist eher kalt bis hin zu einem leichten Gefühl von Schwerelosigkeit. Oder dem genauen Gegenteil davon. Viele Sachen fühlen sich rauer an und die Optik wird um einiges schärfer.

Psychedelisch

Die psychedelische Wirkung ist die interessanteste. Bisher erlebte ich nur zwei Mal mit Kanna eine dominierende psychedelische Wirkung. Die Optik wird schärfer, Dinge am Rand des Blickfeldes scheinen sich zu bewegen. Das sind aber die einzigen optischen Halluzinationen. Interessanter ist, was sich im Kopf abspielt. Die Gedanken werden realistischer. Sie erschein als deutliche, dreidimensionale Bilder im Geist. Der Gedankenfluss ist, ähnlich wie bei Cannabis, viel rapider und kreativer. Auch die psychedelische Wirkung verstärkt die Empathie, jedoch nicht so stark und regelmäßig, wie bei der sedierenden Wirkung. Auch der Tastsinn ist intensiver in diesem Zustand. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber manche Dinge fühlen sich sehr schön an.

Der Konsum (Das Ballern in Volksdeutsch)

Tipp für Einsteiger: Finger weg von einfachem Kanna-Pulver. Kannablätter sind ihr Geld eher wert, da sie sich bequem rauchen lassen. Zu empfehlen ist auch pulverförmiger Extrakt. Normales Pulver ist zwar rauchbar, jedoch braucht man deutlich mehr als bei einem Extrakt und da passiert es ganz gerne mal, dass einem das Zeug in den Mund fliegt. (Vertraut mir es ist mir schon passiert!!!

Wie kann ich mein Kanna konsumieren?

Kanna ist die ultimative Droge wenn es um Konsumarten geht. Kanna kann man rauchen, dampfen, zu Tee verarbeiten, in Alkohol einlegen, Sniffen, unter die Zunge legen und essen. Ob der Konsum rektal möglich ist, weiß ich nicht und möchte es ungerne recherchieren…

Rauchen

„Kanna auf sich alleine gestellt rauchen ist Sinnlos“ Durfte ich wirklich sehr oft schon lesen, jedoch möchte ich jedem Kannaeinsteiger sagen, dass der Monokonsum einer Kannarette nicht sinnlos ist, ich empfinde das sogar als sehr schön für zwischendurch. Die Wirkung erscheint recht Subtil aber ist zu empfehlen für einen kleinen Boost. Empfehlenswert ist der Mischkonsum mit Cannabis (siehe Punkt: Mischkonsum)

Dampfen

Kanna schmeckt beim Dampfen gar nicht so scheiße, sagen mir einige Leute. Leider hab ich bisher nur eine Erfahrung mit Kanna im Macgyver Vaporisierer und in dem schmeckte selbst Ott beschissen also kann ich da nicht viel sagen. Der Siedepunkt von Mesembrin liegt bei 186-190°C

Tee

Happy Tea soll ganz nett schmecken aber man sollte das definitiv mit irgendwas mischen was gut schmeckt, nur so für den Fall.

Sniffen

Beim Nasalen Konsum von Kanna ist definitiv die Stärkste, aber auch kürzeste Wirkung zu erwarten. Zudem brennt es ziemlich mies in der Nase und wenn’s den Rachen runter läuft, fühlt sich das ziemlich ranzig an. Ich mag’s trotzdem.

Sublingual

Viele Leute finden den Geschmack von Kanna abstoßend. Wer den verträgt, kann die Droge unter die Zunge legen und dort für ein paar Minuten liegen lassen.

Oral

In Kapseln einführen, zu Bomben machen oder Toss N Wash empfehlen sich hier sehr, jedoch kann Kanna auch gekaut werden (wers mag).

Dosierung

Die Folgenden Dosierungen sind alle Standardangaben aus dem Internet. Sie beziehen sich auf normales Kanna, nicht auf Extrakte. Ich benutze niemals bestimmte Dosierungen sondern nehme das Zeug immer so Pi mal Daumen.

!!!Tastet euch mit einer kleineren Dosis an. Findet die Dosis welche euch am meisten zusagt anstatt direkt mit einer höheren Dosis zu starten!!!

Oral

Leichte Dosis: 250 – 500mg
Mittlere Dosis: 500 – 1000mg
Starke Dosis: 1000 – 2000mg

Nasal

Leichte Dosis: 20 – 50mg
Mittlere Dosis: 50 – 75mg
Starke Dosis: 75 – 100mg

Rauchen

Leichte Dosis: 30 – 50mg
Mittlere Dosis: 50 – 100mg
Starke Dosis: 100 – 250mg

Hier könnt ihr eine kurze Raucherpause einlegen

 

Alles klar weiter im Text

Mischkonsum

Kanna ist eine Pflanze, welche mit Alkohol und Cannabis wirklich extrem synergetisch wirkt

Kanna im Mischkonsum mit Cannabis

Kanna mit Cannabis zu mischen ist in meinen Augen eine der besten Dinge die man mit Kanna tun kann. Kanna verstärkt die Wirkung von THC und steigert die euphorische und psychedelische Wirkung. Durch den Mix mit Kanna braucht man weniger Cannabis, also ist es auch ein guter Mix für den Geldbeutel.

Kanna im Mischkonsum mit Alkohol

Kanna in Alkohol einlegen oder Kanna rauchen/dampfen/sniffen/usw. während man trinkt, verstärkt die Wirkung von Alkohol erheblich. Beide Drogen gleichen sich aus und passen sehr gut zueinander.

Mischkonsum im Allgemeinen

Kanna ist ein SSRI was den Mischkonsum mit einigen Drogen tatsächlich ziemlich schwer macht

Laut einigen Quellen soll Kanna mischbar sein mit Pilzen jedoch sind sehr kleine Dosen empfohlen. Imo würde ich davon aber eher abraten

Warnung

Wie bereit erwähnt ist Kanna ein SSRI. Es ist absolut davon abzuraten Kanna mit Substanzen wie MDMA, MDA, 2C-B, 4-FA oder anderen SSRIs und MAOIs einzunehmen. Dies kann zu einem Serotoninsyndrom und schließlich auch zum Tod führen. Ebenfalls ist vom Konsum abzuraten, wenn man derzeitig vom Arzt verschriebene Medikamente wie z.B. Antibiotika einnimmt!!!

Von der Einnahme von Kanna ist auch abzuraten wenn man ein schwaches Herz, Bluthochdruck, Gefäßerkrankung, Probleme mit Schilddrüse und/oder Leber, Panikattacken oder Psychischen Erkrankungen hat!!!!

Empfehlenswerter Extrakt

Am meisten Empfehlen kann ich jedem „Kanna Extreme“ jedoch ist nichts falsch daran sich mit 10x an die ganze Kanna Sache ranzutasten.

Herzlichen Glückwunsch

Du hast die Kanna Schule erfolgreich abgeschlossen und bist qualifiziert, um Kanna zu dir zu nehmen

Diese Artikel erschien zuerst auf Facebook Post und ist gewidmet all den Leuten, die sagen, Kanna hätte absolut keine Wirkung und sei Geldverschwendung, den Kanna-Enthusiasten und ganz besonders allen, die gerne sehr, sehr lange Posts auf Facebook lesen (Ihr 0,00000000000000000003% der Weltbevölkerung).

Alexander J. Thompson ist Experte für Sprechgesang und private Medikamententests, im Hauptberuf aber Hesse von Geburt und aus Überzeugung.

 

Die Kunst des Dampfens

Puffco elektrischer Dabstick Vaporizer

Ein Puffco+ Vaporizer speziell für Konzentrate, auch Haschöl genannt. Foto: @lofotomanie

Das teure Hobby des Marihuanagenusses hängt für mich seit jeher mit den zwei essentiellen Grundzutaten zusammen: Cannabis oder Hasch und Tabak. Die Mischung bestimmt Wirkstoffgehalt, Geschmack, Rauschverlauf. Eine der beiden Pflanzen steckt im verarbeiteten, genussfertigen Zustand voller Giftstoffe, macht stark abhängig, dumm und impotent, verklebt die Lungenbläschen und verstopft die Arterien. Hier ist nicht die rede vom Gras. Und wer das ohne sauren Tabakgeschmack genießen will, raucht meist pur.

Oder er dampft. Und fühlt sich vielleicht ein bisschen wie ein neumodischer, kiffender Hipster, wenn er das schlanke schwarze Handgerät zum Mund führt und nach dem Inhalieren nichts als eine dünne, dafür aber umso aromatischere Dampfwolke in die Abendluft bläst. Man könnte denken, es handle sich um eine E-Zigarette.

In Wirklichkeit befindet sich in der Keramikheizkammer des mobilen Vaporizers kein Liquid, sondern zerkleinerte, getrocknete Cannabisblüten. Die werden bei Temperaturen zwischen 180° und 210° Celsius erhitzt, ohne zu verbrennen. Die Cannabinoide werden dabei buchstäblich gekocht und verdampft. Der so entstandene Dampf enthält etwa 90% Cannabinoide, während der Rauch beim Verbrennen eines Joints nur 10% der begehrten Wirkstoffe enthält.

Etliche Versuche, das Rauchen aufzugeben, scheiterten am Kiffen. Um der Tabaksucht den Rücken kehren zu können, ohne auf den Cannabiskonsum verzichten zu müssen, kaufte ich mir den Flowermate V5.0S Pro. Das im Gehäuse verstaubare Mundstück aus Glas ist nicht nur edel, sondern auch verdammt praktisch und das Gerät heizt wirklich schnell auf. Es passt in jede Hosentasche, lässt sich leicht reinigen und die Temperatur ist aufs Grad genau einstellbar.

Doch das Umgewöhnen ist gar nicht mal so einfach

Wenn man die Wirkung von Cannabis im Zusammenspiel mit Tabak gewöhnt ist, kommt einem das Dampfen erst mal „läpsch“ vor. Schmeckt zwar lecker, aber richtig breit wird man nicht davon. Der werte Herr Chefredakteur machte mich darauf aufmerksam, dass man das dampfen erst lernen muss. Das heißt, 24 Stunden nicht kiffen und dann dampfen – ruhig mit etwas mehr Gras und einer höheren Temperatur anfangen. Der Wirkungseintritt ist viel verzögerter beim Dampfen und auch der Rausch verhält sich ganz anders.

Seitdem habe ich es oft versucht, auch nach tagelanger Abstinenz, doch der Flowermate kann meinen Ansprüchen nicht genügen. Der Dampf schmeckt schnell nach Popcorn, was für eine zu hohe Temperatur spricht, doch bei niedrigen Gradzahlen kommt überhaupt kein Dampf und die Wirkung fällt auch sehr mau aus. Ich kann mich also nicht wirklich ans Dampfen mit dem Gerät gewöhnen, und so wird der kleine Vaporisierer nur selten genutzt; vor allem zum Verdampfen von getrockneten Heilkräutern wie Salbei oder Thymian – das wirkt bei Erkältungen Wunder und schmeckt obendrein wirklich köstlich.

Zwei gute Freunde konsumieren auf eine ganz andere Art und Weise: Sie verdampfen Extrakt durch einen entsprechenden Vaporizer. Ich durfte das schon mehrmals testen und war so begeistert, dass ich mir vor kurzem so ein Gerät bestellt habe:

Der Puffco+ ist ein sogenannter Vaporizer Pen, kürzer als ein Kuli und mindestens genau so handlich. In der Öffentlichkeit ist er noch dezenter einsetzbar als der Flowermate und durch das stiftartige Design lässt er sich in jeder Tasche verstauen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Konzentrat-Dampfern hat dieser hier keine Heizspule in der Keramikheizkammer. An einem ebenfalls aus Keramik bestehenden Dorn im Innern der Kammer haftet ein Tropfen des wertvollen Öls, das Erhitzen geschieht durch ein Heizelement außerhalb der Kammer. Die wiederum lässt sich dadurch extrem leicht reinigen und das Öl kommt nicht mit Plastik- oder metallteilen in Berührung. Die Dampfentwicklung und die Wirkung sind mehr als zufriedenstellend.

Vaporisiert wird im Puffco, was am Keramikdorn hängenbleibt. Foto: @lofotomanie

Das Vaporisieren von Haschöl hat übrigens große Vorteile

Einer der Überzeugendsten ist wohl der Geschmack. Beim Inhalieren des Dampfs entwickeln sich unfassbar intensive, fruchtige oder würzige Aromen, die je nach Haschsorte und Extraktionsvorgang variieren. Durch das Ausbleiben von Tabak wird das Konsumerlebnis ohnehin schon viel geschmackvoller, aber wer ein Gourmet in Sachen Haschisch ist, sollte diese Erfahrung auf jeden Fall gemacht haben!

Auch das Wirkverhalten ist fast unschlagbar: Der Eintritt der Wirkung lässt nicht ganz so lange auf sich warten wie beim Dampfen von Cannabisblüten und die Wirkung selbst ist intensiver. Allerdings sollte man auch vorsichtiger dosieren. Das Öl ist sehr viel potenter als Gras und auch wenn die Verzögerung im Wirkungseintritt kürzer ist: sie ist da.

Und der Vorteil, den alle Arten des Dampfens inne haben: Kein Tabak, kein lästiges Bauen, keine Paper-Not oder Tip-Knappheit. Nur du und dein Vapo.

Stay high!

Wer selbst Heilkräuter anbauen möchte, zum Vaporisieren oder um Harz zu extrahieren, findet die notwendige Ausrüstung bei unserem Werbepartner GroGurugrowguru

Psychopharmaka – Glücklich durch Gehirnwäsche

Psychopharmaka

Wenn wir an Drogen denken, dann denken wir meist nicht an Psychopharmaka. „Droge“ hat im Umgangssprachlichen auch eine andere Bedeutung, als in der Fachbezeichnung für Bewusstseinsveränderung durch Einnahme einer Substanz.

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Als Psychiatriepatient lebt man mitunter von der Hand in den Mund.

Psychopharmaka verändern dein Bewusstsein. Es gibt im klassischen Sortiment Antidepressiva, Neuroleptika und die Diazepam-ähnlichen. Diazepam (umschreibung einer Stoffgruppe) ist von allen Psychopharmaka unter den Rausch-Freunden am bekanntesten, denn es findet häufig als „Trip-Killer“, so wie als Downer Verwendung.

Diazepame

Diazepam-ähnliche Medikamente finden in der Psychiatrie meist bei Angstzuständen oder psychotischen Zuständen des Patienten Verwendung. Sie kommen dann in Form von Schmelztabletten zum Einsatz und werden somit sublingual verabreicht. In der Psychiatrie werden sie höchstens zwei Wochen am Stück täglich gegeben, doch meist kürzer. Es gibt viele Hausärzte, die diese Medikamente leichtsinnig verschreiben, wenn man von Angststörungen berichtet und erwähnt, dass es momentan schwierig ist, einen Psychiater auf zu treiben. Aber schön brav sein und nicht ausprobieren.

Antidepressiva

Antidepressiva machen impotent, unfruchtbar und stumpf. Aber der ein oder andere Patient ist auf derartige Drogen angewiesen. Der MAO-Hemmer ist einigen von euch sicherlich bekannt. Auch ein MAO-Hemmer gehört zu der Gruppe der Antidepressiva, ebenso wie beispielsweise SSRI’s. Es lohnt sich nicht auf die Feinheiten einzugehen, da selbst die Psycho-Wissenschaft kein Plan hat, wie der ganze Krempel funktioniert (Stand 2018). Ich selbst habe noch nie Erfahrungen mit Antidepressiva gemacht, da ich noch Kinder kriegen will. Meine Bipolare Störung hat auch ein zu hohes Risiko der Manie mit sich gebracht, weshalb auf Neuroleptika zurückgegriffen wurde.

Neuroleptika

Neuroleptika sind bei allen psychischen Störungen sehr beliebt. Sie helfen immer, so hat man das Gefühl. Manchmal machen sie müde und lethargisch. Und sie machen schön desinteressiert und stumpf. Optimal also, für Menschen, die überemotional sind. Möchte Psychiater meinen. Einige dieser Psycho-Drogen knocken dich aus, als würde dein Gehirn mit 400 kg Schlagkraft gegen deine Schädelwand gedonnert werden.

Haloperidol habe ich selbst mal bekommen. Unter dem Handelsnamen Haldol ist es der Klassiker überhaupt. Es war, als wäre ich einen Monat lang schwerbehindert gewesen. Nach längerer Einnahme beginnt es nämlich das ZNS zu betäuben. Ich konnte meinen Bleistift nicht mehr festhalten und habe gesabbert, aber das kommt eben vor, wenn man geisteskrank ist.

Abilify

Es gibt aber auch ganz erfolgreiche, neuere Neuroleptika, so wie Abilify mit dem Wirkstoff Aripiprazol. „AbiliFly“ unter den Patienten. Bei mir hat es sehr starke antidepressive Effekte, es macht einfach so energiegeladen und stabil. Als würde man ein Unternehmen seit über 20 Jahren sicher betreiben, es macht dich klar und funktionsfähig. Wird das die neue Leistungsdroge 2020? Man muss fast jedes Psychopharmazeutikum vorsichtig einschleichen. Übrigens: „AbiliFly“ verursacht Synergien mit Substanzen wie LSD, Psilocyn oder DMT. Aber Achtung: Das Drogen-Medikament ist erst seit 2004 zugelassen.

Fazit

Ist das nun alles Gehirnwäsche? Ja, ein bisschen. Gehirnwäsche steckt in jeder Droge. Einige Leute haben ein so dreckiges Gehirn, dass eine Wäsche garnicht mal so schlecht wäre. Es kann Fluch und Segen sein. Ich selbst habe eine Bipolare Störung und sammel so meine Erfahrungen mit diesen Substanzen, jedoch muss ich gestehen, dass mich Psychedelika dann doch mehr reizen, als die tägliche bunte Pille für’s normal sein.

Mind Comedy bedankt sich herzlich für’s Lesen. Bleibt gesund ihr Schnuffelbacken.

Leonard von Mind Comedy ist der drogenpolitik schon länger wohlgesonnener Partner. Diese kurze Pharmkopoeia erstellte Mind Comedy exklusiv für die drogenpolitik. Besucht ihn auf seinem Blog und seinem Youtube-Kanal, aus Soundcloud und Instagram wo er mal sachlich, mal poetisch über das Leben, Kunst, bipolare Störung, freiwillige und unfreiwillige Rauschzustände und so einiges mehr berichtet. 

Sour aus Birnenschnaps hilft bei historischen Altlasten

Baron Hildprandt Hruskovice

Als Blogger muss man von seinen Urlaubsreisen schreiben, ein Blog ist schließlich die Diashow des Internetzeitalters. Wer da keine Lust drauf hat, kann sich einfach woanders hin klicken oder die elektronischen Medien zur Seite legen und mal wieder was sinnvolles machen. Allen anderen erzähl ich was von unserem Skiurlaub, denn Wintersport ist bekanntermaßen die perfekte Ausrede, um Frühstück, zweites Frühstück und Mittagessen durch einen Schnaps zu ersetzen. Traditionell sind das in den Bergen natürlich Obstbrände. Diesmal ging es ins Riesengebirge und zwar an die südliche, auf tschechischem Staatsgebiet liegende Flanke, deren Flüsse über die Elbe in die Nordsee drainieren. In diesem Teil Osteuropas, also vom Riesengebirge bis zum Mittelmeer, ist der Obstler der Wahl selbstverständlich ein Pflaumenbrand, Slibovic oder Slivovice. Als geschmacklich bessere Alternative wurde gern der Birnenbrand, Hruskovice, gereicht. Was das H und das R in dem Namen nebeneinander zu suchen haben, ist mir schleierhaft. Das Tschechische gehört eben zu den Sprachen, die mit Vokalen traditionell eher Sparsam umgehen.

Birnenbrand nun ist ganz und gar nicht hip oder populär, aber alle Jahre wieder im Winterurlaub lassen wir uns die Qualität und den angenehme Geschmack dieser ureigentlichen Spirituose gerne wieder in Erinnerung gerufen. Es ist ein total konservativ-altbackenes Getränk. Aber einfach gut und lecker, ohne Werbung, ohne schicken Namen, ohne ein Image. So wie die gute alte Zeit, als die Urgroßeltern im Pferdeschlitten zu Weihnachten unter Pelz und Decken fummeln konnten… oh what fun it is to ride… Die halbe Stunde im One horse open sleigh kostete gut 40 Euro, das sollte einem die Liebste schon wert sein. Die weiße Weihnacht jedenfalls hat für uns Bundesbürger also ausnahmsweise mal nicht der Klimawandel geraubt. Die ist einfach in den Ostgebieten geblieben. Denn das Riesengebirge – es gibt auch einen Tschechischen Namen dafür, aber der hat wieder furchtbar wenig Vokale – ist Teil dessen, was mal Sudetenland hieß.

Als Urlauber braucht uns das nicht weiter zu belasten. Wir können uns beim morgendlichen Schnaps entspannt zurücklehnen und uns freuen, daß die Deutschen das Mittelgebirge so hübsch hergerichtet haben, jetzt aber glücklicherweise weg sind und wir deshalb total entspannt unsere Ferien genießen können. Aber über die Heimatvertriebenen darf man keine Witze machen. Denn auch wenn wir spätgeborenen den grausamen Schrecken von Flucht und Vertreibung nicht nachvollziehen wollen und können, droht uns das Ungemach in Form von Vertriebenenverbänden und deren Vorsitzenden und Vorsitzendinnen, welche nach wie vor unsere Gesellschaft mitgestalten wollen. Auch im Hinblick auf unser aller Zukunft sollten wir uns also nach ein paar Schnäpsen die Frage stellen: Können wir Deutschen mit anderen Völkern zusammenleben, ohne dass wir denen mit unserem unbedingten Gestaltungswillen permanent auf den Wecker fallen?

Im Riesengebirge jedenfalls wird nicht mehr viel gestaltet, seit man die Deutschen erfolgreich verjagt hat. Die letzte Gestaltung betraf die Tschechisierung der Ortsnamen, manchmal durch Übersetzung, oft aber durch gewaltsame Streichung von Vokalen. Die Umgestaltung der Bevölkerung verlief dagegen nicht besonders Nachhaltig. Es wurden bis heute nicht die ursprünglichen Einwohnerzahlen erreicht, wirtschaftlich dümpelt die Gegend so vor sich hin. Der Tourist merkt das daran, daß es in den Skiorten außer Gastronomie praktisch keine normalen Geschäfte gibt. Lebensmittel bekommt man im vietnamesischen Alles-Laden.

Hanfblüten

Entspannender Kräutertee im vietnamesischen Alles-Laden

Aber hinter zwei Vietnamesen fanden wir in einer kleinen Passage eine noch kleinere Wein- und Schnapsboutique. Dort erstanden wir als Souvenir eine Flasche Baron Hildprandt Hruskovice, rund 10 Euro billiger als die halbstündige Schlittenfahrt. Auch der Schnaps kommt natürlich nicht aus dem Riesengebirge, Baron Hildprandt wohnt nämlich gar nicht in den Sudeten, Verzeihung, im Riesengebirge, sondern irgendwo in einem Böhmischen Dorf zwischen den Großbrauereien Pilsen und Budweis. Die Birnen dort scheinen jedenfalls gut zu sein, das vierfach destillierte Erzeugnis schmeckt und wirkt hervorragend, ohne am nächsten Tag unangenehm aufzufallen. Zu Hause im Alltag sind wir aber nur selten so euphorisch, daß wir den Morgen mit einem kurzen Klaren begrüßen möchten. Wegen der vielen, drängenden, deutschen Fragen vermutlich. Deshalb verlegen wir den Alkoholkonsum wieder auf den abendlichen Cocktail. Der einzige Cocktail, den wir können, ist ein Sour. Zitronensaft und Läuterzucker im Schnaps geht nämlich immer, zu Hause kann auf schäumendes Beiwerk wie Eiweiß gerne verzichtet werden. Das Problem ist nur das richtige Mischungsverhältnis für die jeweilige Alkoholsorte. Bei charakterstarkem Whisky ist das einfach, Alkohol:Zitrone:Zucker 2:2:1, funktioniert immer. Bei weniger ausdrucksstarkem Alkohol muss immer mehr Sprit rein. Für Wodka habe ich das Rezept noch nicht gefunden, wer eins hat, bitte melden. Beim Birnenschnaps aber war direkt die erste Runde Google ein Volltreffer, 6:3:2 und die Birne vereinigt sich mit der Zitrone in perfekt-fruchtiger Harmonie. Die Drogenpolitik hat einen neuen Lieblingsdrink.

Skifahren für mehr Schnaps

Skifahren für den Weltfrieden und natürlich für mehr Schnaps

Wer Birnenstöcke oder Zitronenbäumchen in seinem Wohnzimmer züchten möchte, findet die passende Ausrüstung bestimmt bei unserem Werbepartner GrowGuru.growguru

Dabben – Haschöl in der Haschölpfeife

Mit dem neuen Jahr hat die Redaktion auch endlich irgendwann ihr neues Drogenlabor bekommen und wir konnten ausgiebig neue Pflanzenkonzentrate herstellen und zu Testzwecken verkonsumieren. Die Rede ist von Haschöl, dem Extrakt oder Konzentrat der rauscherzeugenden Hanfpflanze. Technisch gesehen ist das natürlich ein Pflanzenharz und kein Öl, denn Pflanzenöle sind flüssig und werden aus Samen oder Früchten hergestellt. Das Haschöl dagegen stammt aus der Pflanze, in unserem Fall aus nicht befruchteten Blütenständen und ist bei Zimmertemperatur eine zähe, wachsartige Masse.

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Das Drogenlabor besteht eigentlich nur aus einem griffigen Glasrohr mit zwei Öffnungen. Rein kommen harzhaltige Kräuter, dann wird Butan durchgesprüht und aus der großen Öffnung läuft es durch das Filterpapier raus. Das Butan dampft dann schnell ein und in der Schüssel bleibt das Harz zurück. Wir verwendeten das Modell Secret Smoke.

Richtig, das gab es alles schon mal bei der Drogenpolitik. Dieses Mal haben wir aber kein rotbraunes Öl mit Isopropanol erzeugt, sondern honiggelbes BHO:

Butane Honey Oil mit Butangas

Das schmeckt feiner, nach frischem Gras, weil das Lösungsmittel Butan kein oder wenig Chlorophyll auswäscht. Und um die Aromen besser zu genießen, haben wir uns dazu eine richtige Ölpfeife besorgt, mit der man viel Konzentrat auf einmal pur wegblubbern kann. Auf Neudeutsch heißt diese US-Amerikanische Konsumform „Dabben“, weil ein winzig kleiner Klecks (dab) auf einen heißen Nagel in der Wasserpfeife getupft (to dab) wird.

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Goldenes Hanfharz mit sehr hohem Wirkstoffanteil ist der Lohn der Mühe.

Das macht das Kiffen mal wieder zu einem ganz besonderen Erlebnis

Bei Cannabiskonsum baut man eigentlich schnell eine Toleranz auf, je mehr man zu sich nimmt, desto weniger spürt man. Auch ist der Rausch nicht wirklich spektakulär. Es ist schon ein wenig wie Fliegen, aber ich würde es jetzt eher mit einer Ballonfahrt vergleichen. Das aufregendste ist der Aufstieg, oben ist es dann windstill und man hat eine schöne Aussicht, aber die Flughöhe ändert sich nicht. Die subjektiv empfundene Überraschung ist daher ein wesentliches Element des Rausches. Deshalb kann der Hanf auch starke, total echte Angstgefühle und Beklemmungen auslösen, welche, mit einem entsprechend sonnigen Gemüt aber auch wieder als tranceartige Entspanntheit interpretierbar sind. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die allerdings bei regelmäßigen Konsumenten nach dem ersten Mal nur selten, vielleicht wieder nach längeren Pausen auftritt.

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Eine billige Ölpfeife mit einem noch billigeren Gasbrenner. Mit dem Brenner wird der Glasnagel zum Glühen erhitzt, dann tupft man einen Tropfen Harz auf und genießt. Die Ausrüstung tut ihren Dienst, mehr schlecht als Recht, aber es funktioniert. Gut, man schluckt ein paar Wassertropfen, aber davon geht die Welt nicht unter.

Dabben ist wie Bongrauchen für Erwachsene

Der Konsum von Konzentraten in der Ölpfeife kann auch erfahrenen Kiffern wieder die nötige Beschleunigung für eine Verstörtheit höheren Grades verpassen.  Der Schub beim Start ist ganz enorm, das High aber sehr stabil. Also gar nicht wie ein Flug, eher wie eine rasante Fahrstuhlfahrt auf eine stabile Aussichtsplattform. Typisch für Konzentrate, empfand ich die Wirkung als sehr klar und medizinisch. Nur kurze Paranoia befiel mich beim ersten Dab-Versuch. Und zwar bekam ich – durchaus berechtigt – Angst vor dem billigen chinesischen Gasbrenner, den wir benutzten, um den Nagel der Ölpfeife zum Glühen zu bringen. Sobald ich den aus der Hand gelegt hatte ging es aber. Der mitreisende Drogenlaborpartner empfand das etwas intensiver, aber dem hatte ich auch zwei Köpfe verpasst. Einer reichte mir völlig. Die intensive Wirkung begann nach wenigen Minuten und dauerte sehr lang. Ein einziger Zug wirkte von acht Uhr Abends bis kurz vor Mitternacht. Dann fühlte ich mich wieder fit für die nächste Dosis, aber wo ich früher nachgelegt hätte, musste ich dann nach Hause.

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Einzig der Nagel aus einfachem Glas ist wirklich schlecht. Beim Dabben soll man eigentlich mit einer Stoppuhr in der Hand genau die richtige, möglichst niedrige Temperatur finden, dann wird ein Sport draus. Mit dem billigen Teil ist das nicht möglich, das ist entweder sehr heiß oder gar nicht. Eine neue Pfeife werde ich nicht kaufen. Irgendwann gibt der Nagel den Geist auf, dann kommt nur ein höherwertiger Nagel drauf, der spezialisierte Ölpfeifenversand bietet große Auswahl.

Man denkt, man hätte alles im Griff – ähnlich wie bei viel Schnaps

Wenn manche Cannabis-Konzentrate als harte Drogen bezeichnen, dann haben sie nicht ganz unrecht. Ich fühlte mich nach dem Dabben immer klar, aber geistig völlig auf einem anderen Stern.  Dass da doch ein starker Rausch war, merkte ich so richtig erst am nächsten Tag und danach. Denn es gab die morgendliche, fahrige Entrücktheit nicht nur am nächsten, sondern auch noch am übernächsten Morgen. Wobei, wieder typisch für Cannabis-Konzentrate, die Neben- und Nachwirkung zwar deutlich, aber nicht unangenehm waren. Da ist einfach schon wesentlich reinerer Wirkstoff konsumiert worden, als vermischt mit Pflanzenmaterial. Hasch macht eben keinen Kater, es wirkt nur verdammt lange.

Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstprojekt Cannabis Rausch, wir werden näher über die Kooperation berichten.

Produkte zur Extraktion bestellten wir von dabbing.de und haben die alle selbst bezahlt. Bezeugen können wir, neben zügiger Lieferung, eine exzellente, kundenorientierte Beratung. Der Besitzer des Shops, Stefan Müller, ist auch ein engagierter Aktivist der informativ und unterhaltsam schreibt, zum Beispiel auf seinem Blog zum Dabben oder dem Informationsportal über niederländische Coffeeshops KeinWietpass. Wenn man auf der Seite stöbert, findet man wesentlich bessere Ölpfeifen als unser Billigprodukt aus einem Headshop.

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CBD – Kiffen ohne Rausch

Seit einiger Zeit wird nicht berauschender Faserhanf als CBD-Hanf ganz massiv vermarktet. Das ist jetzt erst mal nichts neuers. Seit Jahren schon gibt es Knaster oder Hanfblütentee. Aber die wollte nie jemand wirklich. Jetzt aber ist es CBD, das neue Wundermittel für alles. CBD tötet Krebszellen und bekämpft hartnäckigen Achselschweißgeruch und macht schön und schlank und satt. Es macht halt nur nicht breit. Das finden wir schade. Aber deshalb ist der Stoff für sich alleine in vielen Ländern total legal und verkehrsfähig. CBD ist ein richtiges Cannabinoid, seine Strukturformel sieht derjenigen des böse berauschenden THC sogar sehr ähnlich. Der Wirkmechanismus ist mal wieder komplex und nicht richtig verstanden. CBD ist wohl wohl kein Agonist an den Cannabinoid-Rezeptoren, sondern wirkt ebendort stark modulierend. Angeblich dämpft es einen THC-Rausch und schwächt ihn ab. CBD ist also die langweilige, große Schwester vom THC. Angeblich ist die Züchtung stark THC-haltiger Sorten der Grund dafür, warum das Gras heutzutage so viel stärker und gefährlicher ist als in der guten alten Zeit. Meine Vermutung ist dagegen, dass die in der guten alten Zeit nur schlecht verarbeitetes Eigenanbau-Gras oder überlagertes Billighaschisch hatten und davon ein, zwei verschämte Züge nahmen. Solche Altvorderen sind natürlich völlig überfordert, wenn sie dann mit ihren Kindern in entspannter Coffeeshop-Athmosphäre ne ordentliche Portion richtigen Stoff durchziehen mussten.

Tatsache ist aber auch, in den 1990ern wusste in Deutschland keiner, was CBD oder irgendwelche anderen Cannabinoide sind. Inzwischen züchten sie in den USA  Gras, das bestimmte Stimmungen gezielt auslösen soll. Dazu wird gezielt die Zusammensetzung der Cannabinoide beeinflusst. Davon sind wir hier noch weit entfernt.

Wir müssen erst mal froh sein, dass wir Hanfprodukte nicht nur handeln dürfen, sondern dass das sogar getan wird. In der Schweiz war es das große Ding, dass sie im Supermarkt Zigaretten aus CBD-Hanf anbieten. Jeder kann da also seine Joints in eine offizielle Hanfzigarettenschachtel stecken. Weil die Polizei das auch weiß, hat die sich jetzt einen Schnelltest besorgt, mit dem sie die Suchtgiftkiffer identifizieren kann. Wir hoffen natürlich, dass die Schweizer so massiv ihre Hanfblüten rauchen, bis die Polizei keine Lust mehr hat, die alle zu kontrollieren.

Aber wollen wir CBD-Hanf selber rauchen?

Eigentlich sind das keine Drogen, das fassen wir also nur mit ganz spitzen Fingern an. Jetzt sind aber ein paar Flocken aus einem Döschen Pollen hier gelandet. Mit Pollen ist Blütenstaub gemeint, aber der aus weiblichen Blüten. Also Haschisch, das darf man aber nicht so nennen. Weil es nicht wie Haschisch wirkt. Und natürlich weil das Produkt sonst bei Amazon rausfliegt. Haschisch geht da nicht, aber Hanfpollen sind ok. Wie wirkt es denn? Merkwürdig. Wie n Espresso und ne halbe Zigarette. Es macht nüchtern. Und da ist eine körperliche Wirkung, wie sie auch mit einem richtigen Haschischrausch einhergeht. Der Blick klärt sich und an der Stirn und an den Schläfen spannt es ein wenig. Natürlich hab ich das auch mal abends bekifft probiert. Da machte es zum Glück nicht nüchtern, aber etwas beruhigt fühlte ich mich schon. Das war es dann aber auch. Immerhin weiß ich jetzt, dass mein Vaporizer auch mit Pollen funktioniert.

Ein großer Nachteil: Das Zeug ist nicht besonders lecker

Der Dampf schmeckt irgendwie sehr stumpf, da ist überhaupt kein fruchtiges Aroma. In Österreich gibt es angeblich schon Hanfcafés, die schöne, aromatische Sorten des nüchternen Krautes anbieten. Das könnte möglich sein, der Geschmack wird ja nicht durch die Cannabinoide, sondern die ganzen anderen pflanzlichen, ätherischen Öle bestimmt. Aber für das vorliegende Produkt würden wir keine 5 Euro pro Gramm ausgeben. Das ist wahrscheinlich ein fairer Preis für Hanf als Nischenprodukt. Aber der mäßige Geschmack beweist: Hanf ist eben einfach kein Genussmittel. Das dampft man nicht zum Spaß und wird das auch keinen Gästen anbieten. Da müssten schon zwingende, medizinische Gründe vorliegen, die wir zum Glück nicht haben.

CBD-Pollen Hanf

CBD-Pollen: Hanfpulver, das langweilig aussieht und auch beim Konsum wenig bis gar keinen Spaß macht.

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Schnaps für die Kneipe – John Powers Irish Whiskey

Irish Pub Lir

In seltenen Fällen überwinden wir unsere berufsbedingte Sozialphobie und gehen auch mal auf einen Drink in eine Kneipe. Und dann müssen wir natürlich sofort darüber schreiben. Diesmal traf es das Irish Pub in der Nachbarschaft. Man kann nun darüber streiten ob es der oder das Pub heißt. Genau wie beim Blog, welches ursprünglich ein Web-Logbuch ist, ist Pub eigentlich das Public House und müsste dementsprechend neutral sein. Das kann man aber auch lassen und einfach hingehen und einen trinken. In der kalten Winterszeit kommt da natürlich nur ein Schnaps in Frage, ganz stilecht ein Whiskey. Und zwar jetzt ausdrücklich nicht irgendwas, das älter ist, als unsere Schuhe und Jacken zusammengerechnet und mit unaussprechlichem Namen daherkommt, sondern ganz simpler Trinkstoff. Im Irish Pub drängen sich da zuerst die Namen Paddy und Jameson auf. Die sind mir aber ein wenig zu rau, auch wenn letzterer ein ausgezeichnetes Mittel gegen morgendliche Depression und akuten Zynismus sein soll. Das haben wir aber zur Zeit gar nicht nötig, denn die Stimmung ist gut in der Redaktion. Schließlich stand da im Schnapsregal auch der dritte im Bunde der irischen Alltagsverschönerer, der hierzulande nicht ganz so bekannte John Powers. Das ist ein absolut empfehlenswerter Schnaps, der angenehm schmeckt und genau das tut, was er soll. Nämlich von innen wärmen und eine gelöste, nostalgische Stimmung erzeugen. Das führt dann zu schwärmerischer Identifikation mit dem nur als Tourist erfahrenen Nationalgefühl der Iren. Eine bewundernswerte Eigenschaft ist, das dieses Volk scheinbar jedes Unglück zu Kultur verarbeiten kann. Ob das nun verlorene Kriege, Kolonisation, Hungersnot oder eben der Alkoholismus ist.

John Powers Whiskey Glas

Der sanfte, unaufdringliche Kornbrand rief uns dann ein besonders schönes Beispiel dafür in Erinnerung. Und zwar das Buch „The Dalkey Archive“ von Flann O’Brian. Wir lasen vor Unzeiten mal die deutsche Übersetzung, „Aus Dalkeys Archiven“. Davon ist aber so gut wie gar nichts mehr in Erinnerung geblieben. Wahrscheinlich waren wir beim Lesen zu bekifft und viel zu wenig betrunken. Es dämmerte nur eine Szene wieder auf, wo der Protagonist, dessen Name auch vergessen ist, am Vormittag an einer Bar bei einem Whiskey darüber sinniert, daß er angesichts seiner baldigen Verlobung sein Alkoholproblem in den Griff bekommen und vielleicht demnächst damit anfangen möchte, am Vormittag nur Sherry zu trinken. Wir waren auch schon mal in Dalkey, denn den Ort gibt es wirklich. Das ist ein verschlafener Küstenort südlich von Dublin unter bleiernem Himmel. Es geht dort viel Bergauf und Bergrunter und man findet wenig Gründe, die dagegen sprechen, am Vormittag mit Whiskeytrinken anzufangen.

Also befragen wir Wikipedia. Und tatsächlich kommt die Erinnerung wieder. Der Protagonist und sein Kumpel haben in Dalkey eine wichtige Mission. Sie müssen einen gemeinsamen Freund, den verrückten Professor de Selby, davon abhalten, die Welt zu zerstören. Glücklicherweise ist diese Mission ziemlich angenehm, denn de Selby hat auch eine Zeitmaschine gebaut, die er benutzt, um billigen Trinkwhiskey in kürzester Zeit zu edlen Tropfen reifen zu lassen. Davon dürfen alle seine Freunde ausgiebig kosten. So sind sie geistig gewappnet, wenn der Dorfpolizist ihnen seine wissenschaftliche Theorie unterbreitet. Der zufolge verwandeln sich die Menschen in Fahrräder und die Fahrräder werden dabei ihrerseits zu Menschen. Wenn man es liest, klingt es erschreckend logisch. Ein heiteres Buch. Lest es. Wir sollten das auch demnächst mal wieder tun.

Kerze im Irish Pub Lir

Schwarz und stark – Guinness Foreign Extra Stout

Guinness Foreign Extra Stout

Starkes, bitteres Stout ist absolutes Lieblingsbier hier bei uns in der Redaktion. Klar, der erhöhte Alkoholgehalt spielt dabei natürlich auch eine Rolle. Ein Bier mit deutlich über 6 % Alkohol halten wir für drogenpolitisch äußerst wertvoll. Denn wir wollen ja von einem Bier auch etwas spüren, es sollte dabei aber immer gerne nicht viel mehr als ein Bier sein. Wir müssen schließlich auch auf unsere Linie achten. Zum vorsätzlichen Rauschtrinken empfehlen wir, wie schon verschiedentlich erwähnt, richtige Alkoholika. Wer aber einen Pegel halten muss, der trinkt sowieso Wein. Für Weinbesprechungen trinken wir hier aber doch zu wenig, deshalb fehlt uns die nötige Kompetenz zum hochtrabenden Fabulieren.

Wir bleiben daher in unseren Artikeln lieber bodenständig beim Getreidesud.

Ein hoher Alkholanteil im Bier also hat ja neben seiner spürbaren Rauschwirkung zusätzlich den Vorteil, ausgezeichneter Geschmacksträger zu sein. Man braucht das Starkbier nicht wie Wasser zu stürzen, sondern bekommt mit jedem Schluck eine sättigende Fülle an Aromen. Ein Stout nun hat mitunter sehr viele Aromen. Diese sollten aber idealerweise dicht gepackt sein, zu einem befriedigendem Ganzen. Ich denke gern an kräftiges Essen für kalte Tage. So, wie wenn man in einem lange gekochten Eintopf die einzelnen Zutaten ahnt, aber nicht mehr wirklich unterscheiden will. Sicher, auch bei einem Stout könnte ein Connaisseur fabulieren, über Kaffee und Schokolade, Röstgrade und was einem bei der Nichtfarbe Schwarz halt sonst noch so alles durch den Kopf gehen mag. Aber solche Menschen, ich erwähnte es bereits, schreiben eigentlich lieber über Wein. Ich dagegen denke bei einem gehaltvollen Stout schlicht an Schwarzbrot und Teer. Passend dazu fällt mir „Hot Asphalt“ ein, die schöne Ballade über wackere Bauarbeiter, die Landstraßen asphaltierten.

Wer keine Geduld hat, um bis zur Pointe dieses über mehrere Strophen ausgewalzten Schwankes zuzuhören, kann auch die Suchworte „irische Traveller Wallfahrt“ bei Google eingeben und die Meldungen studieren. Die handeln davon, wie irische Zigeuner im Rheinland Marienverehrung betreiben und dabei die Anwohner und Lokalreporter mit Zechprellerei und seriösen Angeboten, Einfahrten zu asphaltieren, unterhalten. Ich glaube, man darf diese fast zur Ethnie geronnenen Nachfahren von Wanderarbeitern Zigeuner nennen, denn es ist ja nicht rassistisch, solange die Zigeuner weiß und Europäer sind. Außerdem ist es für uns als Rheinische Protestanten statthaft, Katholiken zu verunglimpfen. Wir beneiden die Papisten nämlich schrecklich, weil die kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie an einem ihrer zahlreichen Feiertage vormittags das Biertrinken anfangen.

Die ganze lange Fabuliererei gilt nun einzig einem Zweck:

Nämlich zum bekanntesten Industrieunternehmen Irlands überzuleiten, der Firma Guinness in Dublin. Deren Standardbier, das Irish Drought, ist uns aber zu schwachbrüstig und wässrig, weshalb es auch außerhalb der Stadtgrenzen Dublins überhaupt nicht mehr gut schmeckt. Es gibt allerdings ein stärkeres Exportbier, das Foreign Extra Stout, welches durchaus neben einem Imperial Stout aus handwerklicher Fertigung mithalten kann. Angesichts des Preises von unter 2 Euro pro Flasche ist es sogar ein sehr beachtliches Getränk, wenn man nicht aus ideologischen Gründen sein Alkoholgeld industriellen Brauereien vorenthalten und nur bärtige Kleinbetriebe unterstützen will. Zu kaufen kriegen wir unser Foreign auch nicht in der Bierboutique, sondern im asiatischen Lebensmittelmarkt, wo wir regelmäßig vorbeikommen, wenn wir uns mit unserer lebensnotwendigen Grundausstattung an Glutamat eindecken. Wir empfehlen übrigens immer, das japanische Original-Glutamat und raten von billigen Imitaten ab. Aber egal wie würzig-deftig-scharf die Mahlzeit, ein Stout, zumal ein stärkeres, hält dagegen. Nicht aufdringlich, aber robust. Vielleicht ist das ja auch der Grund, weshalb wohlschmeckendes Stout in vielen ostasiatischen Bierregalen einen festen Platz hat, auch in solchen Ländern, die niemals die zivilisatorischen Wohltaten des britischen Empires genießen durften. Wir erheben also unser Glas auf mehr als 150 Jahre erfolgreiche Globalisierung, die hoffentlich auch weiterhin asiatische Spezialitäten kostengünstig in unsere Küchen spült, aber unsere Nachbarschaft vor irischen Asphaltkochern verschont.

Flaschengeister

Eigentlich sollten wir alle mehr Schnaps trinken. Hochprozentiger Alkohol bewirkt einen ganz phantastischen Rauschzustand. Die Trinkenden sind nicht etwa benebelt, sondern geraten in einen Zustand von glasklarem Wahnsinn, in dem Verbrechen geplant, Körperverletzungen begangen und ungewollte Kinder gezeugt werden können. Oder man fährt einfach, im Vollbesitz der geistigen Kräfte, ohne jeden Bremsversuch gegen einen Baum. Alles so Dinge, wovor sich ein braver Bürger und aufrichtiger Versicherungskunde fürchtet. Meistens bleiben die Trinkenden aber bei großen Reden und wilden Phantasien. Und genau für solche Alltagsfluchten ist hochprozentiger Alkohol die ideale Droge.

Um diesen Zauberhaften Zustand mit vergleichsweise wenig schmerzhaften Nachwirkungen zu erreichen, sollte man allerdings auf gar keinen Fall mit niedriger prozentigen Getränken mischen, also nicht sich mit Wein oder Bier Mut antrinken. Die schwächeren Getränke nämlich machen müde und verschwommen und einen dicken Kopf. Auch sollte man bei einer Sorte bleiben. Das muss nicht unbedingt die beste sein, aber je besser und reiner der Alkohol, desto schöner ist in der Regel das gemeinsame Erlebnis.

Was aber nun ist guter Schnaps?

Meiner bescheidenen Erfahrung nach alles, was man gemütlich nippend trinken kann und nicht wegen seines furchtbaren Geschmacks in einem Zug herunterstürzen muss. Also ist das Wort Schnaps, was wohl mit eben dem Herunterstürzen in einem Zug zu tun hat, eigentlich schon Synonym für schlechten Stoff. Wer es genau nähme sollte lieber, ganz Werbedeutsch, von Bränden, am besten edlen reden. Wir nun sagen Schnaps, aber trinken immer bestmöglich. Sicher, das kostet meistens viel Geld, aber auch das ist eigentlich nur gut, dann muss man nicht so viel davon trinken. Ich wiederhole mich zu Set und Setting beim Drogenrausch, je tiefer im grauen Alltag der Geist versumpft, desto teurer und verkünstelter muss die Droge sein.

Man kann nämlich auch ganz wunderbar unter balkanesischer Sonne, wo Menschen in Häusern wohnen, die hier so grade eben als Gartenlaube durchgehen, neben der Destille sitzen und das entstehende Produkt permanenter Qualitätskontrolle unterziehen. Dort wird übrigens hauptsächlich vergorenes Obst als Rohstoff verwendet. Das klingt jetzt etwas altbacken und uncool, heimische Obstbrände sind aber oft von hervorragender Qualität, auch wenn Werbung, Literatur und sonstige Imagemaschinen versuchen, britische Kornbrände, egal ob Holzfassgelagert oder mit Kräutern vergällt, als alkoholische Seligkeitsgaranten anzupreisen. Obst, wozu übrigens auch die Weintraube gehört, hat darüber hinaus den Vorteil, praktisch von selbst zu gären. Denn es bringt die notwendige Edelhefe selber mit, die auf der Haut siedelt. Der Fruchtbrei wird dann unter der schon erwähnten Sonne einfach in eine Tonne gepackt und die Mikroben produzieren Alkohol.

Die anschließende Destillation ist eine der einfachsten Kulturtechniken, die bei uns irgendwie in Vergessenheit geraten ist. Selber brennen ist inzwischen in Deutschland eine der schlimmsten Straftaten, allein schon der Erwerb von Destillerien ist illegal. Ausnahmen gelten nur für Stoffbesitzer, die heißen wirklich so. Allerdings könnte jeder, der mit einem Schweißgerät umgehen kann, schnell eine funktionstüchtige und sichere Destille herstellen. Es lohnt sich aber wohl einfach nicht, der Alkohol bei uns ist zu billig und leicht verfügbar. Genau wie der übrigens völlig legale Eigenanbau von Tabak hat Schnapsbrennen außerdem den Ruch von Nachkriegselend und Oma mit dem Bollerwagen. Um Ängstliche abzuhalten gibt es das Gerücht der Methanolvergiftung. Wie einfach Destillieren aber sein kann, sieht man sehr schön in dieser Dokumentation über Oaxaca und Mezcal, ab Minute 24 wird dort Agavenbrand mit einem Metalltopf, einem Bambusrohr und einem Agavenblatt hergestellt.

Geistreiche Winterferien wünscht die Drogenpolitik

Williamsbirnen Schnapsflaschen

Eine alte, deutsche Spezialität ist die Birne in der Flasche. Die linke ist wirklich in der Flasche gewachsen, im Garten des Stoffbesitzers. Bei der rechten Flasche erkennt man den geklebten Schnitt im dicken Glasboden.