Drogen wachsen im Straßengraben

meinedrogenpolitik hat zum zweiten Mal einen Liebster-Award bekommen. Und zwar von der lieben, verehrten und gerngelesenen Tikerscherk aus kreuzberg süd ost. Da bin ich sehr stolz drauf. Und deshalb will ich auch mitmachen. Aber nur ein bißchen. Ich werde versuchen, viele ihrer Fragen auf diesem Blogbeitrag in der Kommentarzeile irgendwann hoffentlich demnächst zu beantworten. Aber ich werde keine anderen Blogs nominieren. Dazu bin ich erstens zu faul, also zu beschäftigt. Und zweitens passiert es mir, wegen erstens, in letzter Zeit immer öfter, daß ich es einfach nicht schaffe, alle interessanten Beiträge meiner fast 100 abonnierten Blogs zu lesen. Trotzdem versuche ich, hier einige Links unterzubringen und somit den gemeinschaftstiftenden Geist des Liebster Awards verlinkend zu würdigen.
Unter den Blogbeiträgen, die ich mitunter verpasse, befinden sich etwa zwei englischsprachige Veröffentlichungen, die ich wegen Faulheit und Zeitmangel regelmäßig verpasse, welche ich aber jedem dringend ans Herz lege.

Secret Diary of PorterGirl ist feine Kost für Fans des „Stream of consciousness“ hochgebildet, unterhaltsam und schwierig.  Zum Teil mußte ich jedes dritte Wort nachschlagen. PorterGirl schrieb lange an ihrem Tagebuch aus dem Arbeitsalltag als Torwächterin eines ehrwürdigen, englischen College. Harry Potter für Intellektuelle, die gern mit James Joyce am frühen Nachmittag zu trinken beginnen. Das Tagebuch endete in diesem Jahr und jüngst begeisterte PorterGirl mit einer mehrteiligen Buchbesprechung von „Finnegans Wake“ ebenjenes Autors.

Nüchtern-wissenschaftlich, aber nicht weniger Anspruchsvoll liest sich „Points – ADHS“ Das Kürzel steht nicht für die trendige Verhaltensstörung, sondern „The Blog of the Alcohol & Drugs History Society“. Es handelt sich um eine interdisziplinäre Sammlung größtenteils Wissenschaftlicher Texte – oder deren kurze Resumees – zu Drogen und Gesellschaft, unterbrochen von niveauvollen Interviews mit zeitgenössischen Prosa-Autoren, in deren Geschichten Drogen eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Die Artikel auf Points sind oft schwierig und abstrakt, aber immer erhellend.

Abschließen möchte ich diese Danksagung höflich mit Blumen, also eher Fotos von Pflanzen, welche ich am Straßenrand fand. Das als besondere Hommage an Tikerscherk und ihre Liebe zu urbanen Entdeckungsreisen in unserer faszinierenden Hauptstadt. Auch kann man beide Gewächse im weitesten Sinne mit Rauschdrogen assoziieren, womit ich die Verbindung zu meinem Thema erfolgreich hergestellt habe. Probieren möchte ich beide nicht, denn sie wachsen an stark befahrenen Hauptstraßen mitten in der Stadt:

Wilder Hopfen2
Die erste Pflanze oben, der wilde Hopfen, gibt mir Gelegenheit für einen weiteren Link, und zwar zu Arabella, die mit Teil 2 Einfach(es) Leben einen wunderbar kräuterkundigen und gartenliebenden (deutschsprachigen) Blog betreibt. Alle Informationen zum wilden Hopfen findet ihr in diesem Artikel.
Die zweite Pflanze, unten, ist der Stechapfel, ein echtes Hexenkraut, das ich nie probiert habe und auch nicht probieren möchte. Die Werke des Künstlers Hieronymus Bosch werden mit Stechapfel in Verbindung gebracht. Als typische Wirkung nennt die Literatur Halluzinationen, mittel-bis langfristig anhaltende Blindheit und Tod. Ein Stechapfel-Rausch ist unter anderem dargestellt im gesamtdeutschen Kinoerfolg „Sonnenalle“, was sollten sie auch anderes nehmen, es gab halt in der DDR sonst keine Drogen.

Stechapfel

 

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10 Gedanken zu “Drogen wachsen im Straßengraben

  1. Da bin ich aber sehr geschmeichelt, danke! Ich freu mich auf Deine Antworten in der Kommentarspalte.

    Dass Stechapfel einfach so am Straßenrand wächst, hab ich auch noch nicht gesehen. Hopfen hingegen sieht man ziemlich viel.
    Ich kannte einige Leute, die sich regelmäßig mit den Samen der Datura berauscht haben. Es schlug tatsächlich ziemlich auf die Augen. Zum Glück aber immer reversibel.

    Danke für Deine Leseempfehlungen, eine Rubrik, die Du bitteschön unbedingt fortsetzen solltest.

    Gefällt 1 Person

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